Die verletzte "Person" wird bei der Übung aus dem "brennenden" Haus gerettet. Foto: Seemann

Ein anspruchsvolles Übungsszenario, das drei Einsatzstellen innerhalb eines Gebäudes in der Böhringer Hauptstraße vorsah, forderte die 57 Einsatzkräfte der Dietinger Gesamtfeuerwehr bei der Hauptübung maximal.

Dietingen-Böhringen - Die Führungsriege rund um Gesamtkommandant Dominik Weißer hat sich intensiv auf diesen Abend vorbereitet. Um die Übung so realistisch wie nur möglich zu gestalten, wurden möglichst wenige Personen in den Übungsplan eingeweiht, so dass eine gezielte Vorbereitung nicht möglich war.

Beim Eintreffen der Abteilungen Dietingen, Irslingen, Böhringen, Gößlingen und Rotenzimmern stand das Gebäude bereits komplett unter Rauch. Zunächst wurde die Hauptstraße halbseitig gesperrt, um ein sicheres Arbeiten der Einsatzkräfte zu ermöglichen.

Brandbekämpfung mit Personenrettung

Eine Wasserversorgung wurde, um den Verkehr auf der Hauptstraße noch einspurig laufen lassen zu können, von entfernter liegenden Unterflurhydranten rasch aufgebaut. Parallel zur Erkundung des Erdgeschosses machte sich ein Atemschutztrupp durch das enge Treppenhaus auf den Weg ins Obergeschoss.

Da mittlerweile der Brandherd im Erdgeschoss gelöscht war und der Fluchtweg durch das Treppenhaus rauchfrei gesetzt wurde, konnten die unverletzten Personen über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden. Zwischenzeitlich wurde von den Einsatzkräften ein zweiter Fluchtweg mittels Steckleiter aufgebaut. Die Wehrleute im Haus machten sich diese zu Nutze und beschlossen, die verletzte Person mittels Rettungsbrett über die Steckleiter nach außen zu befördern.

Nachdem dieses Vorhaben gelang, sollte ein noch anspruchsvolleres Szenario geübt werden: die Crashrettung, auch Sofortrettung genannt. Sie ist immer dann nötig, wenn eine Person in einer lebensbedrohlichen Lage steckt und daher besonders schnell gerettet werden muss.

Personenrettung unter Radlader

Gleichzeitig zur Brandbekämpfung im Haus wurde ein anderes kritisches Einsatzgeschehen geprobt: Ein Radlader ist bei Umbauarbeiten in einer Scheune gegen eine tragende Stütze gefahren und hat einen Teileinsturz des Gebäudeteils verursacht sowie eine Person unter dem Radler eingeklemmt. Die Feuerwehr sah sich bei dieser Einsatzstelle mit zwei Herausforderungen konfrontiert: Sicherung der einsturzgefährdeten Scheune und Rettung der eingeklemmten Person sowie der Betreuung des unter Schock stehenden Arbeitskollegen.

Gefahrgut im Keller

Die dritte Einsatzstelle des Abends stellte der Keller dar. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde ein Schwelbrand mit Verdacht auf lagernde Gefahrstoffe im Untergeschoss gemeldet. Da die Hintertüre verriegelt war, musste der Angriffstrupp deshalb zunächst die Türe mit dem Halligan-Tool gewaltsam öffnen, ehe ein Zutritt möglich war. Im verrauchten Keller fanden sich dann zwei Gasflaschen, die in Sicherheit gebracht werden mussten.

An allen drei Einsatzstellen stellte die hereinbrechende Dunkelheit ein erschwerender Faktor da. Die Gemeindewehr verfügt über mehrere Beleuchtungssätze – teilweise mobil, teilweise direkt am Fahrzeug verbaut und per Teleskop justierbar. Damit konnte die Einsatzstelle zügig ausgeleuchtet werden.