Bad Herrenalb stellt die größte Jugendfeuerwehr im Kreis Calw. Bei den Bambini geht es vor allem um eines: „Spaß und Spiel“. Die Betreuung erfordert viel Zeit und Herzblut.
In der Stadt Bad Herrenalb wächst eine Generation heran, die weiß, was Gemeinschaft bedeutet. Mit insgesamt 66 Kindern und Jugendlichen hat sich die Jugendfeuerwehr der Gesamtstadt zur mittlerweile größten Nachwuchsabteilung im gesamten Landkreis Calw entwickelt. Ob aus der Kernstadt, aus Bernbach oder Neusatz-Rotensol – das Interesse am Ehrenamt zieht sich durch alle Stadtteile. „Gute Jugendarbeit in den letzten Jahren“, bilanziert Jugendleiterin Lena Herrmann kurz und knapp den Erfolg.
Begeisterung Die 29-Jährige weiß genau, wovon sie spricht, schließlich ist sie selbst seit 20 Jahren dabei. „Ich habe damals in der Feuerwehr einfach einen Sinn gesehen“, erinnert sie sich an ihre eigenen Anfänge als Neunjährige. Heute gibt sie diese Begeisterung an die nächste Generation weiter.
Das Erfolgsgeheimnis liegt für sie im frühen „Cashen“ der Kinder. Da der offizielle Start in der Jugendfeuerwehr erst mit zehn Jahren möglich ist, viele Kinder aber schon im Kindergarten oder der Grundschule von einem riesigen Freizeitangebot überrannt werden, hat Bad Herrenalb bereits 2011 die Bambini-Feuerwehr ins Leben gerufen, um Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren für das Thema zu gewinnen. Bei den Bambini geht es vor allem um eines: „Spaß und Spiel“. Das Programm ist ein echtes Abenteuer, bei dem die Brandschutzerziehung fast nebenbei passiert. Im Winter ziehen die Kleinen etwa mit der Wärmebildkamera los, um im Wald versteckte Puppen anhand von Wärmepads aufzuspüren. Im Sommer wird es actionreich, wenn beim „Wasser-Fußball“ zwei Gruppen gegeneinander antreten und versuchen, den Ball mit den Schläuchen ins Tor zu schießen.
„Das ist immer etwas Besonderes“, sagt Herrmann über das Ehrenamt Feuerwehr, das auch bei Mädchen immer beliebter wird. „Wenn ich erzähle, was ich in meiner Freizeit mache, sagen die Leute oft: Was, echt? Oha, voll cool!“
Enormer Zulauf Ab dem zehnten Lebensjahr wird es technischer. In der Jugendfeuerwehr lernen die Jugendlichen das Handwerk, das sie später im aktiven Dienst beherrschen müssen – vom Aufbau einer Saugleitung bis zur Wasserentnahme aus offenen Gewässern. Highlights wie die Kreiszeltlager schweißen die Truppe zusammen. „Das hat mich so ein bisschen geprägt“, erinnert sich die Jugendleiterin an die gemeinsamen Tage mit anderen Feuerwehren.
Trotz des enormen Zulaufs bleibt eine Hürde: Die Betreuung von 66 jungen Menschen erfordert viel Zeit und Herzblut. „Die größte Herausforderung ist tatsächlich die Betreuer-Situation“, gibt Herrmann offen zu. Es gehe darum, Menschen zu finden, die Freude daran haben, diesen Nachwuchs ehrenamtlich zu fördern. Doch der Aufwand lohnt sich, denn am Ende steht das Ziel, die Jugendlichen mit 18 Jahren in den aktiven Dienst zu übernehmen.
Dann erhalten sie ihren eigenen Piepser und dürfen auf Einsätze mitfahren. Dass die Arbeit der gesamten Crew viel Spaß macht, merkt man der größten Jugendfeuerwehr im Landkreis Calw deutlich an.
Spielerisches Entdecken Die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr ist in zwei Stufen unterteilt, die sich in ihren Zielen und Methoden deutlich voneinander unterscheiden. Während bei der Bambini-Feuerwehr das spielerische Entdecken und der erste Kontakt zum Brandschutz im Vordergrund stehen, legt die Jugendfeuerwehr den Fokus bereits auf eine fundierte technische Ausbildung. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der Ausstattung wider.
Rote Latzhosen
Die Bambini tragen rote Latzhosen und eine blaue Jacke, während die Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit einer echten Uniform ausgestattet werden. Auch der pädagogische Ansatz wandelt sich: In der Bambini-Gruppe wird Wissen rein spielerisch vermittelt und die Technik stark vereinfacht dargestellt.
In der Jugendfeuerwehr hingegen wird die Arbeit am Gerät realitätsnah trainiert. Der Umgang ist hier fordernder und stellt die Kameradschaft sowie die gezielte Vorbereitung auf den späteren aktiven Dienst in das Zentrum der Ausbildung.