Die Feuerwehr ist im Einsatz. Foto: Wegner

Eine verletzte Person und Sachschaden in Höhe von rund 100.000 Euro entstand am Donnerstag gegen 12.45 Uhr bei einem Brand auf einem Balkon einer Flüchtlingsunterkunft in Schiltach Vor Ebersbach. Ansonsten ging das Geschehen entgegen erster Befürchtungen glücklicherweise glimpflich aus. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Schiltach - Da in dem Gebäude insgesamt 19 Personen wohnen und der Wind das Feuer anfachte, hatte Schiltachs Feuerwehrkommandant Markus Fehrenbacher die Alarmierungsstufe sicherheitshalber erhöht. Deswegen waren neben der Schiltacher Feuerwehr und der Drehleiter aus Schramberg auch die Nachbarwehr aus Schenkenzell sowie die Drehleiter aus Hausach nachalarmiert worden.

Gebrannt so Kreisfeuerwehrsprecher Sven Haberer, habe es auf einem Balkon einer Wohnung im Obergeschoss des Hauses. Dadurch sei nicht nur die Glassscheibe zur Wohnung geplatzt, so dass Rauch eindringen konnte, sondern das Geschehen habe sich auch auf den Nachbarbalkon verlagert. Durch die Hitzeentwicklung seien darüber hinaus die Brüstungen der darüberliegenden Balkone in Mitleidenschaft gezogen worden. In Brand geraten waren Mobiliar sowie auf dem Balkon gelagerter Abfall.

Aus diesem Grund habe die Feuerwehr insgesamt 14 Personen, darunter sieben Kinder – und eine Katze aus dem Haus gebracht. Eine Person habe aufgrund eigener Löschversuche so starke Rauchbeeinträchtigungen aufgewiesen, dass sie mit dem Rettungsdienst in eine Klinik gebracht worden sei. Alle anderen Betroffenen seien auf eingeatmetes Rauchgas getestet worden, hätten aber keine Beeinträchtigung gehabt.

Das Feuer selbst war nach Eintreffen der Wehr unter Einsatzleitung des stellvertretenden Kommandanten Daniel Sieber schnell gelöscht, anschließend wurden noch die Wände der Balkone gekühlt.

Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Da nach Aussagen der Polizei vor Ort kein direkter Hinweis auf die Entstehung des Brands erkennbar war, wurden nach Worten des Schramberger Revierleiters Jürgen Lederer die Brandermittler der Kriminalpolizei zur Klärung eingeschaltet. Derzeit geht die Polizei von fahrlässiger Brandstiftung aus.

Ein vor Ort geäußerter Hinweis, es könnte auf dem Balkon mit offenem Feuer gegrillt worden sein – weil dies eine Nachbarin auch schon mehrfach beobachtet und der Stadt Schiltach gemeldet hatte, wurde von der Polizei nicht bestätigt. Die Zeugin habe lediglich von einem früheren Geschehen berichtet, den Brandausbruch selbst aber nicht gesehen.

Neben den Feuerwehrangehörigen und insgesamt zehn Beamten der Polizei war auch zwei Rettungdienstfahrzeuge des Roten Kreuzes, ein Notarzt zwei Helfer vor Ort und später auch die Bereitschaft unter Leitung von Egon Jehle im Einsatz.

Da die Wohnungen aufgrund des Brandgeschehens nicht mehr als bewohnt werden können, sorge die Stadt Schiltach, so Bürgermeister Thomas Haas, der ebenfalls vor Ort war, für eine alternative Unterbringung. Während eine Familie bei Bekannten unterkommen könne, soll ein weitere möglicherweise in Schenkenzell unterkommen.