Die Feuerwehr in Höfen blickt in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum und plant die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen. Zudem gab es viele Ehrungen und Beförderungen.
Berichte, Grußworte und Ehrungen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Höfen. Zu der hatten sich am Samstagabend zahlreiche Kameradinnen und Kameraden, aber auch Gäste im Gerätehaus eingefunden.
Kommandant Tom Braune und Schriftführer Jens Großmann gaben in ihren Berichten einen Rückblick auf die 20 Einsätze, 21 Übungen, zwölf Fortbildungen und sonstigen Aktivitäten der Wehr im zurückliegenden Jahr. Aktuell zählt diese 35 Mitglieder, darunter sechs weibliche, mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren.
Die als Ergänzung zum bisherigen Meldeempfänger auf den Mobiltelefonen der Einsatzkräfte installierte App der Firma „Alamos“ erlaubt in Verbindung mit der neu angeschafften Software „Fire Manager“ laut Braune eine schnellere und effizientere Alarmierung. Die von der Rettungsleitstelle erfassten Einsätze würden über eine Schnittstelle in das System des „Fire Managers“ integriert, das ansonsten in erster Linie die Verwaltung von Gerätschaften und Personal sowie die Dokumentation übernimmt.
Standortsuche geht noch immer weiter
Das neu angeschaffte, gebrauchte Multifunktions-Einsatzfahrzeug, ursprünglich ein Notarztwagen mit Allradantrieb, müsse noch weiter umgebaut und für den Einsatz ausgestattet werden, führte Braune aus. Direkt neben dem Gerätehaus konnte durch die Einrichtung einer weiteren Garage Platz für das neue Fahrzeug geschaffen werden, was in Eigenleistung erfolgte, betonte der Kommandant.
Nach wie vor beschäftigten die Freiwillige Feuerwehr und den Gemeinderat die Suche nach einem Standort für ein neues Gerätehaus. „Nach Abwägung verschiedener Optionen, liegt der Fokus nun auf dem bestehenden Standort in der alten Gemeindehalle. Mit dem Landratsamt werden wir abklären, welche Auflagen, wie zum Beispiel beim Lärmschutz, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geklärt werden müssen“, so Braune.
Feuerwehrbedarfsplan kommt später
Mit der Fertigstellung des neuen Feuerwehrbedarfsplans für Höfen werde abgewartet, bis der neue Kreisbrandmeister Bernd Meyer zum 1. März sein Amt angetreten hat. Alle fünf Jahre müsse dieser neu auf die bestehenden örtlichen Gegebenheiten, etwa im Hinblick auf Infrastruktur und Industriebetriebe, ausgerichtet werden. Eine neue Ausrückeverordnung kläre die Zuständigkeiten der Feuerwehren aus Höfen, Bad Wildbad und Calmbach bei Einsätzen im Grenzgebiet der beiden Kommunen. Grundsätzlich sollen hier künftig von Montag bis Freitag tagsüber beide Wehren ausrücken. Vor Ort werde dann laut Braune der Einsatz koordiniert. Dies werde zu weiteren Einsätzen führen, die in 2025 mit 190 Stunden bereits ein hohes Niveau hatten.
Im Jubiläumsjahr 2026 werden anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Höfen am 24. April die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands sowie am 4. Juli die Abnahme der Leistungsabzeichen des Landkreises in der Enzauenhalle ausgerichtet. Am 9. Oktober ist ein Festakt mit den Feuerwehrwehren aus dem Kreis Calw und aus den Nachbarorten vorgesehen. Tags darauf folgt eine „Jubiläums-Fire-Feier“, die 2025 nach zwölf Jahren erfolgreich wiederbelebt wurde.
Über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr berichtete deren Leiterin Julia Großmann, für die Altersabteilung übernahm dies Obmann Alfred Gießler. Sebastian Bodamer stellte den Kassenbericht für 2025 und den Wirtschaftsplan 2026 vor.
Notstromaggregat für Enzauenhalle
In seinem Grußwort erwähnte Bürgermeister Heiko Stieringer mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Berlin insbesondere die Anschaffung eines Notstromaggregats für die Enzauenhalle. Er begrüßte die Erhöhung des Stundensatzes für die Feuerwehr von zehn auf 14 Euro, was die unverzichtbare ehrenamtliche Arbeit für Sicherheit und Wohl der Gemeinde unterstreiche. Für das Jubiläumsjahr – das auch die 650 Jahr-Feier der Gemeinde Höfen beinhalte – wünschte Stieringer alles Gute.
Über Aktivitäten und Neueinführungen auf Kreisebene informierte der stellvertretende Kreisbrandmeister Tido Lüdtke die Versammlung. Markus Fritsch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Calw, konnte in seinem Grußwort noch auf ein weiteres Jubiläum im Jahresverlauf hinweisen, nämlich 75 Jahre Kreisfeuerwehrverband. Dieser führe 2026 eine neue, eigene Ehrenordnung ein und arbeite im Landesverband mit an einer Anpassung des Feuerwehrgesetzes aus dem Jahr 1954. Marc Stahl, Dienststellenleiter des Technischen Hilfswerks für den Kreis Calw, betonte zu guter Letzt die Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungsorganisationen auf kommunaler, Kreis- und Landesebene, die seiner Ansicht nach gut funktioniere.
Ehrungen und Beförderungen
Für ihren langjährigen Feuerwehrdienst wurden Jens Müller (20 Jahre), Markus Kraft (30 Jahre), Fritz Ochner (40 Jahre) sowie Karl-Heinz Maier und Uwe Gütschow (50 Jahre) ausgezeichnet. Ehrenkommandant Willi Großmann erhielt - erstmals nach der neuen Ehrenordnung des Kreisfeuerwehrverbandes Calw - aus den Händen von dessen Vorsitzendem Markus Fritsch das Ehrenzeichen in Bronze für 55 Jahre Feuerwehrdienst.
Sebastian Koller wurde für 25 Jahre aktiven Dienst das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber und die dazugehörige Urkunde des Innenministers Thomas Strobl, stellvertretend durch Bürgermeister Stieringer, überreicht.
Christian Leininger wurde an diesem Abend zum Hauptfeuerwehrmann, Benjamin Vöhringer zum Löschmeister und Sebastian Koller zum Hauptlöschmeister befördert.