Alle acht Abteilungen rückten zur Großübung nach Stein aus. Foto: Manon Zahn

Die jährliche Gesamtübung der Hechinger Feuerwehr mit sämtlichen acht Abteilungen war aus Sicht des Kommandanten ein voller Erfolg.

Von allen Seiten ertönt der Pieper im Steiner Wohngebiet. Kurz darauf kommen die ersten Fahrzeuge der Feuerwehr angerast.

 

Schnell wird die Situation analysiert und der Befehl zur Feuerbekämpfung eingeleitet. Atemschutzträger stürmen das Gebäude.

Unterdessen schlängeln sich immer mehr Schläuche über Straße und Hof. Die Kompressoren laufen auf Hochdruck. Während die ersten Verletzten aus dem Gebäude gerettet werden, wird die Wasserversorgung vollends eingerichtet, um das Feuer zu löschen.

Die Wasserversorgung ist schnell aufgebaut. Foto: Manon Zahn

Was wie eine Szene aus einem Action-Film wirkt, ist Realität - wenngleich es sich dieses Mal um eine geplante Übung handelte. Am Samstag fand in Stein die Jahresgesamtübung des Hechinger Feuerwehrverbands statt.

Die Pieper in der Menschenmenge gehörten zu Feuerwehrleuten, die zum Schutz der Zuschauer dort stationiert waren und nicht in den Einsatz geschickt wurden. Bei den Verletzten handelte es sich um Schauspieler der Jugendfeuerwehr, und das Löschwasser kam, um das Gebäude zu schützen, nur von außen zum Einsatz.

Mitglieder der Jugendfeuerwehr mimen Verletzte. Foto: Manon Zahn

Einmal im Jahr wird fast unter Normalbedingungen der Ernstfall geprobt. Diese Übung zieht nicht nur überraschend viele Schaulustige an, sondern gewährleistet auch, dass sämtliche Abteilungen bei ihrer Arbeit wie Zahnräder ineinander greifen und das Teamwork funktioniert. Die insgesamt acht Abteilungen wechseln sich dabei ab, den Übungsort zu stellen.

Es ist erstaunlich, was die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr so alles beachten müssen: Absolute Nullsicht im Gebäude durch Rauch verlangt bedingungsloses Vertrauen in das Team und schnelles Handeln. Verletzte müssen möglichst schnell und sicher gerettet werden.

Rettung läuft reibungslos

Die Schaffung mehrerer Zugänge zur Feuerbekämpfung von allen Seiten ist nötig, der Schutz des Nebengebäudes zu gewährleisten. Gleichzeitig wird der Einsatz dokumentiert. Die Wasserversorgung ist von mehreren Seiten erschließen und noch vieles mehr zu beachten. Umso erstaunlicher, wie reibungslos die Übung verlief.

Es sei gar nicht so einfach, ein geeignetes Gebäude für die Übung zu finden, dessen Besitzer einverstanden ist, sagte Kommandant Michael Schetter. Er kommentierte die Übung für die Zuschauer über das Mikrofon.

Kommandant kommentiert das Geschehen

Durch seine Expertise bekam man einmalige Einblicke in die Abläufe und technischen Details eines derart großen Löscheinsatzes. So konnten auch Laien dem Geschehen sehr gut folgen.

Nach nicht ganz einer Stunde war das Feuer gelöscht, nur noch einzelne Glutnester wurden bearbeitet. In einem echten Einsatz, bei dem alles unkontrolliert brennt, wären zum sicheren Löschen bei einem Gebäude dieser Größe wohl mehrere Stunden nötig.

Vor allem die Atemschutzträger sind gefordert

Doch bereits ein kürzerer Einsatz verlangt den Brandbekämpfern viel ab: Schwere Ausrüstung, volle Konzentration und extreme Hitze setzen jedem und vor allem den Atemschutzträgern zu.

Ein Großteil der benutzten Ausrüstung wird danach zur Wäsche nach Hechingen gebracht, wo auch die Nachbesprechung stattfindet. Beim echten Einsatz soll das die Verschleppung von Schadstoffen aus dem Rauch vermeiden.

Am Ende war man mit der Leistung zufrieden: „Die Übung ist sehr erfolgreich gewesen. Alle waren ruhig und konzentriert, es gab keine Hektik”, bilanzierte Kommandant Schetter.