Unter den Gästen bei der Versammlung der Haigerlocher Gesamtwehr waren auch Kreisbrandmeister Stefan Hermann (links) und Wolfgang Jetter, stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Foto: Kost

Bei der nur alle fünf Jahre stattfindenden Versammlung der Gesamtfeuerwehr Haigerloch überschattete die an den Mehrheitsverhältnissen gescheiterte Wiederwahl von Gesamtwehrkommandant Robert Wenz zwar den Abend. Bevor das aber passierte, gab es einen Rückblick über die Entwicklung und Einsätze der Wehr seit 2015.

Haigerloch - Im November vor sechs Jahren war der zweite Bedarfsplan für die Haigerlocher Gesamtwehr vom Gemeinderat abgesegnet worden, wie er umgesetzt worden sei, könne sich sehen lassen, so Gesamtwehrkommandant Wenz in seiner Bilanz.

Es gab neue Fahrzeuge, die technische Ausrüstung der Abteilungen und die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute wurde modernisiert, in Hart ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut. Sukzessive wurde mit Lehrgängen am Standort Haigerloch, auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule der Ausbildungsstand der rund 240 Aktiven in der Gesamtwehr angehoben.

Sechs Jahre – 728 Einsätze

Unterm Strich führte all das aus Robert Wenz‘ Sicht dazu, dass die Feuerwehr in der Lage war, Hilfe mit hoher Qualität und der bekannten "Haigerlocher Ruhe" zu leisten. Dass in den vergangenen sechs Jahren eine Menge los war, untermauerte der 51-Jährige mit Zahlen: 728 Einsätze fuhren die neun Abteilungen in dieser Zeit, 281 davon waren Brandeinsätze, 447 so genannte technische Hilfeleistungen zu denen auch Verkehrsunfälle zählen. 32 Personen wurden gerettet und – Kuriosum am Rande – eine Ziege. "Das ist ein mittlerer Personenbus", zog der Kommandant einen anschaulichen Vergleich.

Zu den Einsätzen, die sich ganz besonders ins Gedächtnis einbrannten zählten Gebäudebrände in Gruol und Bad Imnau, der Brand der Owinger Bücherei und etliche Einsätze – auch mit Verkehrstoten – auf der B 463, die als Unfallschwerpunkt gilt.

Corona gut gemeistert

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie tickten ab März 2020 die Uhren bei der Feuerwehr anders. Die Probenarbeit stand still, aber die Einsätze mussten weitergehen.

Dass sich eine fehlende Übungspraxis im Ernstfall nicht bemerkbar gemacht hat, ist für Robert Wenz der Beweis für eine hohe Ausbildungsqualität in der Haigerlocher Wehr. Auch bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal waren Haigerlocher Floriansjünger im Einsatz. Zum Schluss dankte Wenz der gesamten Wehr für ihre Arbeit in den letzten sechseinhalb Jahren und Bürgermeister Heinrich Götz für die Unterstützung durch die Stadtverwaltung und den Bauhof. Wenz: "Danke, dass ich in dieser Zeit Kommandant dieser Wehr sein durfte."

Erfolgsmodell Jugendwehr

Auch die Jugendfeuerwehr mit ihrem auf zwei Säulen ruhenden Arbeit hat sich in den zurückliegenden sechs Jahren zum Erfolgsmodell entwickelt. Die Mitgliederzahlen wuchsen laut Jugendfeuerwehrwart von 43 im Jahr 2015 auf 56 im Jahr 2020.

34 Kinder sind aktuell bei den Löschhaien, einer Gruppe für Kinder ab sechs Jahren, in der sie spielerisch mit der Feuerwehrarbeit vertraut gemacht wurden, 22 sind in der Jugendgruppe, die ab einem Alter von zehn Jahren offen steht. Die Nachwuchsarbeit lohnt sich. "Jährlich können wir zwei bis fünf Jugendliche in die Aktivenabteilung übernehmen", so Stehle.

18-köpfige Führungsgruppe

Werner Kornwachs berichtete von der Stabsarbeit der 18 Mitglieder starken Führungsgruppe. Sie koordiniert die Feuerwehrarbeit in Ausnahmezuständen (großflächige Unwetter, Hochwasser oder Brände großer Industriebetriebe). Der Zollernalbkreis ist laut Kornwachs bei Kata­strophen in sieben Sektoren eingeteilt und einen davon managt die Feuerwehr Haigerloch gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen aus Rosenfeld und Geislingen.

Kassierer Folke Weber legte den Kassenstand vor, dieser hat sich seit 2015 langsam aber stetig nach oben entwickelt, so dass die Gesamtwehr ein kleines Guthaben hat. Matthias Kuner bestätigte Weber korrekte Buchführung.

Götz zieht positive Bilanz

Bürgermeister Heinrich Götz sorgte für die Entlastung der Gesamtwehr-Führung. Wie gerne würden Stadt und Gemeinderat der Feuerwehr alle Wünsche erfüllen, so der Bürgermeister in seiner Rückschau, dennoch könne sich das, was man seit seinem Amtsantritt 2007 für die Feuerwehr getan habe, sehen lassen. Götz: "Alle Abteilungen sind mit Fahrzeugen und Gerätehäusern gut ausgestattet und wir bleiben dran, weil wir die Arbeit der Feuerwehr schätzen."