Die Feuerwehr verfolgte die Debatte. Foto: Breisinger

Das neue Feuerwehrhaus in Geislingen hat eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat hat sich jüngst mit dem Thema auseinandergesetzt.

Da das bisherige 1975 erbaute Gebäude in der Brühlstraße in seiner Gesamtheit im Hinblick auf Ausstattung, Organisation und baulicher Struktur  nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und auch die erforderlichen  Sicherheits-, Hygiene- und Funktionsstandards nicht mehr gewährleistet sind, sowie weil in der Fahrzeughalle aus Platzgründen die Fahrzeuge zum Teil sogar hintereinander stehen, ist die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Geislingen dringend auf der Suche nach einem geeigneten Platz für einen Neubau.

 

Zumal weil auch die Unfallkasse Baden-Württemberg und der TÜV Süd die gegenwärtigen Verhältnisse bereits gerügt haben. In der Sitzung im April 2022 entschied sich der Geislinger Gemeinderat für einen Neubau.

Gebäude soll an der „Schneider-Kurve“ entstehen

Viele Grundstücke wurden seither in Betracht gezogen, doch schnell kristallisierte sich die Wunschfläche der Feuerwehr an der „Schneider-Kurve“ an der Rosenfelder Straße als Favorit heraus.

„Dieses Grundstück bringt zwar aufgrund der Topographie, weil es leicht am Hang liegt, einige Herausforderungen mit sich, ist aber grundsätzlich für solch einen Neubau geeignet“, erörterte Geislingens Bauamtsleiter Markus Buck bei der Geislinger Gemeinderatssitzung am Mittwoch.

 Es wurde sich bereits im Vorfeld für ein Vergabeverordnungs-Verfahren (VgV) mit Lösungsansatz mit fünf Teilnehmern und somit gegen ein VgV-Verfahren mit Planungswettbewerb mit maximal 15 Teilnehmern entschieden. Die Verfahren entscheiden sich in der Anzahl der zugelassenen Teilnehmer und der Auswahl der Mitglieder des Preisgerichts, das in diesem Fall unter anderem aus Mitgliedern der FFV, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat bestehen soll.

Feuerwehrmitglieder waren zu Gast

Der Geislinger Gemeinderat entschied sich einstimmig dafür, das Stuttgarter Büro Pesch Partner Architektur Stadtplanung zu einem Angebotspreis von 24 477,21 Euro mit der dafür notwendigen Vergabeplanung zu betrauen. Bei einem VgV-Verfahren mit Planungswettbewerb hätten sich die Kosten auf 49 505,17 Euro belaufen.

Ebenfalls wurde in der Sitzung beschlossen, dass die „Schneider-Kurve“ als Standort ausgewählt wird, die anwesenden knapp 20 Mitglieder der FFW Geislingen quittierten diese Entscheidung mit Beifall.

Die Finanzierung könnte einfacher als geplant werden, da die Stadt bisher nur einen Bruchteil ihrer zur Verfügung stehenden Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 8,958 Millionen Euro in Anspruch genommen hat und zudem Fördermittel aus dem Sondervermögen „Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz“ von voraussichtlich 3,582 Millionen Euro sowie Zuwendungen für das Feuerwehrwesen winken.

Im Frühjahr 2027 soll der Förderantrag gestellt werden

Der Planungswettbewerb soll 2026 starten, im Frühjahr 2027 soll der Förderantrag gestellt werden. 2027 soll die Fertigstellung der Werkplanung und die Vergabe der ersten Gewerke erfolgen, im Herbst 2027 soll der Spatenstich erfolgen und die Bauphase soll bis 2029 abgeschlossen sein.

„Wir wollen und müssen etwas tun, denn die FFW ist eine der zentralsten und sinnhaftesten Einrichtungen in unserer Stadt . Mit diesen Entscheidungen haben wir ein gutes und wertvolles Signal gesendet. Jetzt heißt es gemeinsam nach vorne zu blicken, denn es steht eine ehrgeizige Agenda an“, meinte Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid.