Zahlreiche Feuerwehrmitglieder wurden von Bürgermeister Oliver Schmid und Gesamtkommandant Marc Brobeil (von links) für langjährige Treue geehrt. Foto: Volker Schweizer

Die Geislinger Feuerwehrleute hatten laut Kommandant im vergangenen Sommer vor „belastenden Einsätze“. Zeitweise stand sogar ein Kamerad im Verdacht, Feuer an landwirtschaftlichen Gebäuden gelegt zu haben.

Ein Brandstifter Feuerteufel bestimmte im Juni und Juli 2024 die Schlagzeilen: Im Zeitraum von über sechs Wochen setzte er Scheunen und Lagerhallen in Brand.

 

Inzwischen wurde ihm der Prozess gemacht. Das Landgericht Hechingen verurteilte ihn zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis.

Ungern denkt der Kommandant der Gesamtfeuerwehr, Marc Brobeil, an diese „belastenden Einsätze“ zurück: Keiner sei mehr zur Ruhe gekommen und immer wieder habe man sich gefragt, wer denn wohl dahinterstecke.

Kriminalpolizei befragt Feuerwehrleute

Bei der Hauptversammlung in der „Harmonie“ berichtete Brobeil auch über die Ermittlungen: Etliche Feuerwehrmitglieder wurden von der Polizei als Zeugen vorgeladen. „Wir mussten alles offenlegen, die Ausrückzeiten und wer wann wo war.“

Die Brände waren das Top-Thema in der Stadt. Deshalb, so Brobeil weiter, sei nach der Festnahme von allen viel Ballast abgefallen. Höchsten Respekt für die Einsätze habe in der Verhandlung sogar der Richter während der Geislinger Feuerwehr gezollt.

Auch Bürgermeister Oliver Schmid lobte die „hervorragende Arbeit“. Er sprach von „herausfordernden Situationen“. Die Stadt sei stolz auf jedes Feuerwehrmitglied, die Brände hätten gezeigt, „dass unser System funktioniert“, Geislingen drei starke Abteilungen habe.

Festnahme eines Feuerwehrmanns „hätte nicht passieren dürfen“

Dass ein Feuerwehrmitglied die Feuer gelegt haben könnte, sei ihm nie in den Sinn gekommen. Als „extrem schlimm“ habe er deshalb eine kurzfristige Festnahme empfunden: „Das hätte nicht passieren dürfen.“

67 Mal musste die Feuerwehr 2024 ausrücken. Insgesamt fielen 1831 Einsatzstunden an. 92 Aktive stehen bereit, wenn es brennt oder, wie im vergangenen Jahr in Binsdorf, Feuersalamander aus einem Schacht zu retten sind.

Ein Teil der Truppe beteiligte sich in Stetten am Kalten Markt an der Übung „Roter Heuberg“. Die Binsdorfer Abteilung blickten auf das 150-jährige Bestehen zurück und erinnerte an den Stadtbrand vor 120 Jahren.

Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr

24 Mitglieder zählt die Jugendabteilung. Ihr Leiter Domenic Schlaich berichtete über 25 Dienstabende im mittlerweile frisch renovierten Domizil und eine anstrengende 24-Stunden-Übung: Der Nachwuchs hatte unter anderem einen fiktiven Waldbrand zu löschen, eine Ölspur zu beseitigen und einen eingeklemmten Menschen zu retten.

Auch dieses Jahr werde es nicht langweilig: Geislingen richtet vom 18. bis 20. Juli das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr aus. Bis zu 600 Teilnehmer werden erwartet. Die Gastgeber planen eine Blaulichtrallye und ein riesiges Lagerfeuer.

„Wir helfen mit“, sicherte Hans-Martin Schluck dafür die Unterstützung der Altersabteilung zu. Die 23 Senioren waren im vergangenen Jahr viel unterwegs, ließen sich aber auch über neue Fahrzeuge und die Vorschriften informieren.

Ehrungen, Beförderungen, Neuaufnahmen

Ehrungen 40 Jahre
Albrecht Zirkel 30 Jahre
Sven Berger, Holger Laux 25 Jahre
Andreas Bonaus 20 Jahre
Alexander Stehle, Severin Wendt, Florian Schlaich, Robin Stumpp 15 Jahre
Florian Eckenweber, Domenic Schlaich Zehn Jahre
Marvin Birkle, Pascal Hänsch, Sebastian Klaiber, Robin Schmid

Beförderungen Oberbrandmeister
René Dulz, Andreas Bonaus Brandmeister
Bastian Kunz Hauptlöschmeister Florian Stuck, Timo Sieber Löschmeister
Dennis Schneider Hauptfeuerwehrmann
Domenic Schlaich, Matthias Schmid Oberfeuerwehrmann
René Ludwig, Maximilian Bruggesser Feuerwehrleute
Linus Schuler, Wolfram Mäder, Felix Walter, Cordula Dux, Mike Pelz, Ferdinand Eissler, Nahuel Vallendor, Niklas Stehle

Neuaufnahmen Einsatzbteilung Geislingen
Vanessa Brobeil, Chayenne Roller Abteilung Binsdorf
Jannik Sauer, Armin Sorg, Matthias Schmid Abteilung Erlaheim
Mila Ott