Bürgermeister Jens Häußler bei der Übergabe des neuen Gerätewagens GW-L2 Foto: Albert M. Kraushaar

Bei der Übergabe ging Bürgermeister Jens Häußler auch auf das Vorgänger-Fahrzeug ein, in dem „viel Herzblut“ steckt.

Abschied und Anfang – selten standen diese beiden Komponenten bei einer Feuerwehr so dicht beieinander wie bei der Übergabe des neuen Gerätewagens GW-L2 an die Feuerwehr Gechingen.

 

„Mit der Ausmusterung des Gerätewagens Transport aus dem Jahre 1991 sind nun alle Fahrzeuge aus der Ära von Kommandant Karl Bräuhauser ersetzt worden“, berichtete Bürgermeister Jens Häußler. 34 Jahre hatte der mit Ladekran ausgestattete Lkw seinen Dienst getan, war unter anderem bei Hochwassereinsätzen im Osten Deutschlands und im Ahrtal. „In diesem Fahrzeug steckt viel Herzblut aus der Gechinger Wehr, es wurde immer wieder in Eigenregie dem örtlichen Bedarf angepasst“, so der Bürgermeister.

Eine Fotocollage zum Abschied

Den Gechinger Bürgern dürfte er vor allem als „Maibaum-Aufsteller“ in Erinnerung bleiben. In Sachen „Erinnerung“ hatten sich die Verantwortlichen ganz besonders in Zeug gelegt und sich in der Musikertenne mit einer tollen Fotocollage von dem Fahrzeug verabschiedet.

Danach ging es einen Stock tiefer ins Feuerwehrmagazin, wo die Übergabe des Gerätewagens Logistik GW-L2 auf die zahlreichen Feuerwehrleute und ihre Ehrengäste wartete. Unter ihnen auch Staatssekretär Thomas Blenke und der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Weiß sowie Vertreter der am Aufbau beteiligten Unternehmen.

„Im Laufe der Jahre haben sich die Anforderungen an das Fahrzeug verändert, 2020 hatten wir eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Konzept für die Ersatzbeschaffung ausgearbeitet hatte“, blickte Jens Häußler zurück. „Leistungsbeschreibung mit flexiblem Beladesystem, europaweite Ausschreibung, Baubesprechungen – die Planungen haben fast fünf Jahre in Anspruch genommen. Phasenweise waren wir gegenüber der Bürokratie nahezu machtlos“, konnten es sich einige Funktionäre nicht verkneifen, einen Pfeil in Richtung Politik abzuschießen.

„Uns ist die Problematik bewusst. Wir versuchen, mit Sammelbestellungen gegenzusteuern, die sind besonders für den ländlichen Raum eine Erleichterung“, erklärte Thomas Blenke und hob die Bedeutung des Fahrzeugs hervor. „Gewinner sind wir Gechinger, ist unsere Sicherheit“, betonte Blenke.

340 000 Euro teure Anschaffung

Die rund 340 000 Euro teure Anschaffung, die mit 40 000 Euro vom Kreis, und 66 000 Euro vom Land bezuschusst wurde, ist mit einem Ausrüstungssatz Wasserversorgung ausgestattet und kann darüber hinaus durch verschiedene Rollcontainer flexibel in Abhängigkeit der Einsatzlage auch als Überlandhilfe, zum Katastrophenschutz oder bei Hochwasser die Einsatzkräfte mit allem Nötigen versorgen“, betonte der stellvertretende Kreisbrandmeister Andre Weiß.

„Für uns ist es eine große Freude und eine Herausforderung zugleich“, erklärte Alexander Erben. Den Kommandanten der Gechinger Wehr und seinen Stellvertreter Martin Wittel hob Jens Häußler ganz besonders hervor. „Es war ein Vorteil, dass einige Feuerwehrangehörige ihr berufliches Fachwissen einbringen konnten, besonders auf der Zielgeraden haben sie in unzähligen Mails wichtige Dinge gegenüber der Firma Logiroll herausgearbeitet“, lobte der Bürgermeister deren Engagement und ergänzte: „Es ist gut zu wissen, dass die Sicherheit unserer Gemeinde und ihrer Bewohner hier in sehr guten Händen liegt“.