Bis zu 600 Arbeitsstunden pro Jahr investiert das Team um Gerätewart Nicolai Schauer in die Feuerwehr – und da sind Einsätze und Übungsstunden nicht mitgezählt. Worum sich das Team konkret kümmert, und warum das überlebenswichtig ist, erfahren wir vor Ort.
Wenn das Gerätewartteam jeden Freitag an die Arbeit geht, dann wird dabei nicht auf die Uhr geschaut – ob es nun eine halbe Stunde oder drei dauert, bis alles erledigt ist. Denn im Zweifel hängt das Leben der Kameraden von der Funktionstüchtigkeit der Geräte ab.
Seit März 2024 ist Nicolai Schauer der Kopf des Gerätewartteams. Er ist schon seit 19 Jahren Teil der Epfendorfer Feuerwehr. Yves Hartung – er ist ausgebildeter Rettungssanitäter und damit auch einer der „Helfer vor Ort“ – und Marius Groß sind seit rund zwei Jahren Teil der Wehr und nun auch im Gerätewartteam dabei. Joachim Blum ist vor rund einem halben Jahr zur Feuerwehr dazugestoßen.
In Wartungsplänen ist festgehalten, welche Geräte wöchentlich, alle 14 Tage, monatlich oder jährlich geprüft werden müssen.
Großer Sommerputz
Neben dem Warten und Säubern der Geräte und Fahrzeuge gehören aber auch Instandhaltungsmaßnahmen, Reparaturen, Materialbestellungen und Weiteres zu den Aufgaben des Gerätewartteams. Auch die Fahrzeughalle und den Außenbereich halten die Männer in Schuss.
Einmal im Jahr findet ein großer Sommerputz statt. Dann wird an drei Tagen die gesamte Beladung der Fahrzeuge entfernt, alles überprüft, gesäubert und, wenn nötig, ersetzt. Und auch das Feuerwehrhaus wird auf links gedreht.
Lösungen entwickeln macht Spaß
Wenn es um kleinere Reparaturen oder Umrüstungen an den Fahrzeugen geht, übernimmt das Gerätewartteam diese selbst. So haben sie beispielsweise die Halterungen angebracht, als die Arbeitsscheinwerfer auf LED umgerüstet wurden.
Außerdem haben sie eine Möglichkeit der Beleuchtung für den Fahrzeuginnenraum entwickelt, um das Anlegen des Atemschutzes zu erleichtern. „Zu überlegen, wie wir den Kameraden und uns den Einsatz ein wenig erleichtern können und Lösungen für Herausforderungen zu finden, macht Spaß“, findet Nicolai Schauer.
Wie ein kleiner Betrieb
Und wenn das Gerätewartteam mal nicht weiter weiß oder Hilfe braucht, was die Reparatur der Fahrzeuge angeht, ist Kfz-Meister Peter Gehring zur Stelle.
Wartungen und Reparaturen müssen dokumentiert werden. Außerdem gilt es bei manchen Geräten, bestimmte Vorgaben einzuhalten. „Die Feuerwehr funktioniert quasi wie ein kleiner Betrieb“, erklärt Gesamtkommandant Alexander Heim. Aufgrund der Vielzahl der Aufgaben habe man nicht nur einen Gerätewart, sondern ein ganzes Team.
Zusatzaufgaben im Team
Jeder im Team hat dabei noch eine Zusatzaufgabe. So unterstützt Yves Hartung den Kleiderwart. Marius Groß hat die Gebäude besonders im Blick. Und Joachim Blum soll die Tätigkeit des Atemschutzgerätewarts von Norbert Fuchs übernehmen.
Atemschutzflaschen und -masken werden übrigens nach jeder Benutzung überprüft und gegebenenfalls in der Zentralen Feuerwehrwerkstatt in Schramberg-Sulgen ausgetauscht. Ebenfalls werden Schläuche dort bei Bedarf gereinigt und repariert oder ersetzt.
In Trichtingen und Harthausen gibt es bislang noch einen eigenen Gerätewart. Langfristig soll diese Aufgabe aber zentralisiert in Epfendorf erfüllt werden, um die Dokumentation zu erleichtern und den Überblick zu verbessern.
Lehrgang geplant
Alle im Gerätewartteam sollen außerdem den Lehrgang zum Gerätewart besuchen. Das sei aufgrund langer Wartelisten bislang noch nicht möglich gewesen, erklärt Heim. Es sei aber umso wichtiger vor dem Hintergrund bestimmter Vorschriften der Berufsgenossenschaft und Themen in Zusammenhang mit Haftung.
Dass die Fahrzeuge der Epfendorfer Feuerwehr stets gut gewartet und sauber sind, hat übrigens nicht nur Sicherheitsgründe oder gar optische, es verlängert auch die Lebensdauer, erklärt Gesamtkommandant Alexander Heim.
So sehe manches Fahrzeug, das schon rund 30 Jahre oder älter sei, noch deutlich jünger aus. Nichtsdestotrotz würden in den nächsten Jahren einige Fahrzeugbeschaffungen anstehen, kündigt er an.