Der Siegerentwurf des Wettbewerbs für den Neubau Feuerwehrhaus/Rettungswache in Efringen-Kirchen hat viele Vorzüge, doch der Gemeinderat hatte Zweifel und Fragen.
Der Gemeinderat zögerte beim Beschluss über den Siegerentwurf zum Bau des Feuerwehrhauses Süd, das neben der Wehr künftig auch der Bergwacht eine Heimat geben soll. Auf dem Grundstück ist zudem geplant, einen Verkehrsübungsplatz anzulegen. Thomas Thiele, Inhaber des Freiburger Architekturbüros Thiele, stellte in der Gemeinderatssitzung am Montag den Siegerentwurf des hochbaulichen Realisierungswettbewerbs für den Neubau des Feuerwehrhauses/Rettungswache Bergwacht vor, den das Büro betreut.
Ende Februar hatte dazu ein Preisgericht getagt, das sich unter dem Vorsitz von Fred Gresens aus regionalen Architekten (Fachpreisrichter) sowie Sachpreisrichtern aus Verwaltung Feuerwehr, Bergrettung und Gemeinderäten zusammensetzte.
Auf die europaweite Ausschreibung der Planungsleistung waren 159 Bewerbungen eingegangen, wie Thiele erklärt. Insgesamt 20 Bewerber sind dann zur Abgabe von Beiträgen aufgefordert worden, heißt es in der Sitzungsvorlage, 19 hatten Wettbewerbsbeiträge anonym eingereicht.
Thiele stellte in der Gemeinderatssitzung den Siegerentwurf vor. Das Auswahlverfahren sei zwar noch nicht beendet, denn nach dem Beschluss des Gemeinderats gehe es für die Verwaltung noch in Verhandlungsgespräche mit den Preisträgern.
Thiele hielt es wegen des klaren Ergebnisses und der einstimmigen Entscheidung des Preisgerichts für den Siegerentwurf des Architekturbüros Schaudt aus Konstanz aber für „unwahrscheinlich, dass noch mit dem vierten und fünften Preisträger ins Vergabegespräch gegangen wird“.
Der Freiburger Architekt vermochte in der Gemeinderatssitzung schlüssig zu begründen, worin die Vorzüge des Siegerentwurfs lägen. „Das ist ein sehr spannendes Tetris, was da auf dem Grundstück an der Isteiner Straße passieren soll“, sagt er und meint damit die Aufgabe, Räume für die Bergwacht, die Feuerwehr und einen Verkehrsübungsplatz so auf dem Gelände unterzubringen, dass Funktionalität und Wirtschaftlichkeit gegeben sind. „Der Siegerentwurf bringt auf simple klare Weise die Funktionen zusammen und trotzdem können Feuerwehr und Bergwacht unabhängig voneinander agieren.“
Darüber hinaus berücksichtige der Entwurf die Sicherheit durch die Zufahrt der Feuerwehr außerhalb des Verkehrsübungsplatzes (VÜB). Dieser sei aber ebenso befahrbar wie die Fahrzeughalle, die eine Durchfahrtsmöglichkeit biete. Weiterhin geht das Konzept des Architekturbüros Schaudt gemäß Thiele auf die Unterschiede in der Topografie des Geländes ein. Der VÜB liege tiefer und verfüge über eine stufige Verbindung zu den Gebäuden hin.
Gemeinderäte wollen wissen was es kostet
Die Funktionalität betone der Entwurf durch kurze Wege, zum Beispiel vom Alarmierungsparkplatz in die Garderobe. Ein weiterer Vorteil des Siegerentwurfs sei, dass er bei Bedarf veränderbar sei, ohne in die Grundstruktur eingreifen zu müssen.
„Ich wünsche mir für das Projekt, dass der Schub aus dem Preisgericht in die weiteren Verfahrensschritte mitgenommen werden kann“, sagte Thiele zum Abschluss seines Vortrags. Diesen Energieschub bremsten die Gemeinderäte aber zunächst.
Sie hatten ihre Zweifel und viele Fragen, die sich vor allem um die Kosten drehten. Heinz Kaufmann (FDP) fragte, ob es bei den Verhandlungsgesprächen auch um den Preis gehe. Thiele erklärte, dass dabei das Honorarangebot, die Personalkompetenz und die Überarbeitungswilligkeit des Preisträgers abgefragt werde. Michael Lang (FDP) fragte, ob das Gremium dann am Ende dieser Verhandlungen den Preis wüsste.
Derzeit seien die Kosten nur grob zu ermitteln über eine Strukturdaten-Hochrechnung. Validierte Zahlen könnten etwa in einer Mai-Sitzung vorliegen. „Das Gebäude kostet eben erstmal, was es kostet“, meint Thiele.
Der Entwurf diene als Grundlage für die Kostenentwicklung, erst danach werde geschaut, was finanzierbar ist und wo korrigiert werden könne. Lang hakte nach: „Könnte ein Büro dann noch sagen, stopp ich habe den Auftrag oder abspringen, wenn wir zu viel geändert haben wollen?“
„Entwurf ist sehr funktional und damit wirtschaftlich“
Thiele konnte aus Erfahrung schildern, dass das Büro Schaudt bisher keinerlei Veränderungsabwehr gezeigt habe. Karl Rühl (CDU) wollte wissen, inwieweit das Gebäude für die Bergwacht die Gemeinde finanziell belaste.
Bürgermeisterin Carolin Holzmüller bekräftigte, dass Gespräche bezüglich der Förderung mit dem Regierungspräsidium Freiburg liefen, ebenso müsse die Bergwacht in Verhandlung gehen.
Rühl wollte zudem wissen , ob das Feuerwehrgebäude unbedingt zweigeschossig sein müsse und Thiele erklärte, dass ein kompakter Baukörper auf zwei Stockwerken Sinn mache und das bei einer Feuerwehr ab einer gewissen Größe zweckmäßig sei.
„Der Entwurf ist sehr funktional und damit sehr wirtschaftlich“ bekräftigte Thiele. Am Ende nahm der Gemeinderat das Wettbewerbsergebnis einstimmig zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung mit den Preisträgern Verhandlungsgespräche zu führen.