Die Feuerwehr Calw ist am Dienstag bis zum Nachmittag drei Mal ausgerückt. Stadtbrandmeister Marcus Frank kam sogar auf zwei Einsätze mehr – denn er hat noch eine weitere Funktion.
Es gibt Tage, da scheint das Sirenengeheul in Calw nicht enden zu wollen – oder zumindest immer wiederzukehren.
Dienstag in dieser Woche war einer dieser Tage.
Gegen 7.45 Uhr rückten die Einsatzkräfte das erste Mal aus. Brandalarm in Holzbronn. Sechs Fahrzeuge und 30 Feuerwehrleute, so berichtete Calws Stadtbrandmeister Marcus Frank am Nachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion, eilten zum Einsatzort.
Ein Fehlalarm. Die Kräfte brachen den Einsatz ab.
Gegen Mittag der nächste Fall. Person in der Kernstadt im Aufzug eingeschlossen; zwei Fahrzeuge und neun Feuerwehrleute eilten los.
Und schließlich, kurz nach 15 Uhr, der bis dahin letzte Einsatz: ein medizinischer Notfall in Heumaden. Vier Fahrzeuge, 13 Kräfte.
Weil es sich um ein mehrstöckiges Gebäude handelte, rückte auch das große Drehleiterfahrzeug an – zur Menschenrettung. So lassen sich Patienten schlicht schneller und sicherer aus einem Gebäude holen als etwa per Trage über ein Treppenhaus.
Eine Einsatzart, die mittlerweile häufig vorkommt. „Drehleiterrettung ist das tägliche Brot inzwischen“, erklärte Frank.
Spezieller Ersthelfer
Und noch bevor die Feuerwehrleute wieder zusammenpacken konnten, saß der Stadtbrandmeister bereits wieder in seinem Fahrzeug. Auf dem Weg zu seinem – bis zu diesem Zeitpunkt zumindest – letzten Einsatz des Tages. Ein Fahrradunfall nahe der Heumadenschule, unweit des Einsatzortes.
Eigentlich nicht direkt eine Angelegenheit der Feuerwehr. Doch wenn irgendwo Erste Hilfe zu leisten ist und die Brandbekämpfer in der Nähe sind, greifen sie natürlich dennoch ein.
Der Feuerwehrkommandant ist zudem ein sogenannter First Responder – ein speziell ausgebildeter Ersthelfer aus der Nachbarschaft. Die Aufgabe dieser ausschließlich ehrenamtlich tätigen Menschen ist es, im Ernstfall die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes zu überbrücken.
Bereits zum zweiten Mal
Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn sie den Ort eines Notfalls schneller erreichen können als der Rettungsdienst – oder wenn das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz ist. Die Ersthelfer versorgen die Patienten dann so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft.
First Responder verfügen dafür auch über eine komplette Notfallausrüstung, die unter anderem ein Blutdruck- sowie Blutzuckermessgerät, Verbandsmaterial und Güdeltuben zur Beatmung enthält.
Für Frank war es sogar der zweite Einsatz an diesem Tag als First Responder. Bereits unmittelbar vor der Menschenrettung hatte er bei einem weiteren medizinischen Notfall im Stadtgebiet geholfen.
Ein geschäftiger Tag also für die Feuerwehr. Einer von Hunderten. Im Jahr 2024 etwa mussten die Brandbekämpfer 575 Mal ausrücken.