In der Hauptversammlung der Gesamtwehr Burladingen wurden zahlreiche Mitglieder der insgesamt zehn Abteilungen geehrt oder befördert. Links im Bild die Grünen-Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg, rechts Bürgermeister Davide Licht. Foto: Matthias Badura​

In der Hauptversammlung der Gesamtwehr Burladingen wurde erneut die Zusammenlegung der Abteilungen Killer, Starzeln, Hausen angesprochen.

Bürgermeister Davide Licht sprach in der Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Burladingen neuerlich die ins Auge gefasste Zentralisierung der drei Abteilungen des Killertales an. Hausen, Starzeln und Killer könnten demnach an einem Standort in einem Gebäude mit entsprechenden Fahrzeugen zusammengefasst werden.

 

Ein Teil der Kosten ließe sich aus dem Bundeszuschuss bestreiten, den die Stadt jüngst erhalten hat (7,2 Millionen Euro). Die Gespräche zwischen Verwaltung, Kommandantur, Abteilungen sowie den beiden Ortsvorstehern und der Ortsvorsteherin laufen bereits seit Monaten. „Wir werden aber nicht gegen den Willen der Abteilungen entscheiden“, betonte Licht nochmals. Klar ist dabei: Ausreichend Geld, um alle drei bestehenden Feuerwehrhäuser zu modernisieren und mit Gerätewagen zu bestücken, die dem aktuellen Standard entsprechen, ist nicht vorhanden.​

Kinderfeuerwehr als Einstieg

Katastrophen oder Großbrände waren im Jahresrückblick 2025 von Gesamtkommandant Manuel Kehrer nicht verzeichnet. Aber immerhin mussten die Wehren zu 69 Einsätzen, davon 21 Brandmeldungen (auch Fehlalarme) sowie 47 technischen Hilfeleistungen ausrücken. Dazu gehörten unter anderem Verkehrsunfälle. 17 Menschen konnten vor dem Tod gerettet werden, für zwei Opfer kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Der Mitgliederstand betrug Kehrer zufolge im vergangenen Dezember 424. Davon stehen 261 Frauen und Männer im aktiven Dienst. 80 Mitglieder unterstützen ihre jeweiligen Abteilungen in den Alterswehren. An Nachwuchsfeuerwehrleuten zählte man 83 Mädchen und Jungs. „Die Beitrittszahlen für die Feuerwehr stagnieren weiterhin“, so der Gesamtkommandant in dem Zusammenhang. „Es bleibt unsere Herausforderung, neue Kräfte zu gewinnen.“ Kehrer sprach damit vor allem die „Tagesverfügbarkeit“ an. Selbst wo die Truppen gut besetzt sind, fehlt es tagsüber häufig an Aktiven, weil viele auswärts arbeiten.

Problemlos verlief die Wahl von Tobias Bahnmüller (2. von rechts) zum neuen 1. Kommandanten-Stellvertreter der Gesamtwehr Burladingen. Auf dem Bild (von links): Bürgermeister Davide Licht, 2. Stellvertreter Markus Arnold, der bisherige Amtsinhaber Martin Hofmeier, sein Nachfolger Bahnmüller und Gesamtkommandant Manuel Kehrer.  Foto: Matthias Badura

Wie der Gesamtkommandant weiter erinnerte, wurde im Januar eine „Kinderfeuerwehr“ ins Leben gerufen. Man will mit ihrer Hilfe schon die Kleinsten an das Rettungswesen heranführen, zumindest Interesse wecken. Vorgestellt werden soll das Projekt beim Kreisjugendfeuerwehrtag, der vom 26. bis 28. Juni stattfindet. Burladingen organisiert das Treffen. Es soll natürlich eine große Sache werden. Allerdings dürften die Anmeldungen umliegender Wehren noch etwas steigen, meinte Kehrer.

Gerätetransportwagen wurde in Dienst genommen

In Dienst genommen hat man in diesem Frühjahr für die Gesamtwehr einen Gerätetransportwagen anstelle des 37 Jahre alten Schlauchwagens. Bestellt wurden (noch im vergangenen Jahr) zwei neue Fahrzeuge. Sie werden ihre ebenfalls ins Alter gekommenen Vorgänger in den Abteilungen Ringingen und Melchingen ersetzen. Man sei sich der klammen Finanzlage der Stadt wohl bewusst, meinte Kehrer, „wir werden auch nicht vernachlässigt“. Doch es sei zum Schutz der Bevölkerung unabdingbar, den Fahrzeugpark nach und nach zu erneuern. „Solche Investitionen aufzuschieben, bringt nichts. Oft wird es am Ende nur teurer.“ Dasselbe gelte für die Gebäude. Dringender Sanierungsbedarf herrscht demnach aktuell am Schlauchturm der Wache Burladingen und am Giebel des Feuerwehrhauses Salmendingen.

Jugendleiter Bogenschütz ließ Revue passieren, was sich in den Reihen des Nachwuchses in den vergangenen Monaten getan hat. Altersobmann Johann Pfister ermunterte seine Kameraden, sich unterstützend in das Kreisjugendtreffen einzubringen. „Alle, die noch ein bisschen laufen oder lupfen können, könnten helfen.“ In eigener Sache erinnerte Pfister an die Hauptversammlung 2025. „Ich habe damals gesagt, es sei mein letzter Bericht. Dieses Mal ist es aber bestimmt mein allerletzter.“ Ob sich diese Voraussage erfüllt, wird man sehen. Zum einen hat sich weiterhin kein Nachfolger für das Amt gemeldet, zum anderen wollen die Senioren den vormaligen Gesamtkommandanten auch gar nicht von seinem Posten als Altersobmann ziehen lassen.

Hofmeier tritt ins Glied zurück

Wie bereits in unserer Zeitung berichtet, wurde in der Versammlung ein neuer 1. Kommandanten-Stellvertreter gewählt. Martin Hofmeier hatte das Amt fünf Jahre inne und wollte sich auf eigenen Wunsch zurückziehen. Im Dienst aber bleibt er. An seine Stelle wählte die Feuerwehrversammlung mit überdeutlicher Mehrheit Tobias Bahnmüller, Melchingen. Kehrer richtete nach der Wahl Dankesworte für die erstklassige und kameradschaftliche Zusammenarbeit an Hofmeier. Der gab den Dank zurück. Er werde jetzt mehr Zeit für die Familie haben, freute er sich; zweifelte aber auch: „Ob mir nicht doch etwas fehlen wird?“

Die Regularien verliefen zügig, denn der wichtigste Punkt des Abends sollte ausreichend Raum erhalten: die Verleihung des Ehrenringes der Stadt Burladingen an den Alt-Kommandanten und vormaligen Stadtbrandmeister Johann Pfister. Wie ebenfalls berichtet, wurde es eine würdige Feier, die neben einem nostalgischen Charakter zugleich heitere Züge trug.

Beförderungen und Ehrungen

Löschmeister
  In diesen Rang befördert wurden jetzt Lars Lehnert (Burladingen); Christian Schmidt und Mika Entress (Gauselfingen) Felix Ameis (Hörschwag); Benno Hönes (Salmendingen); Patrick Schall (Starzeln).​

Oberlöschmeister
Paul Brunsch (Starzeln).

Hauptlöschmeister
David Schneider (Gauselfingen).

Oberbrandmeister
Jörg Künstle (Hörschwag).

10 Jahre Einsatzdienst
Das Feuerwehrehrenzeichen des Zollernalbkreises in Bronze erhielten zuerkannt: Marcel Schmid (Burladingen); Lucas Scholz und Nils Roman Stuiber (Gauselfingen); Jaqueline Gebauer (Hausen).

15 Jahre
Das Landes-Feuerwehr Ehrenzeichen in Bronze haben sich erworben: Corinna Gebauer (Hausen), Patrick Brezing (Starzeln ); Patrick Schall (Starzeln); Christian Locher (Stetten).

20 Jahre
Für zwei Dekaden Einsatzdienst ehrte der Landkreis mit dem Ehrenzeichen in Silber: Manuel Kehrer und Sebastian Vosseler (Burladingen); Simon Riehle (Hausen); Hendrik Spering (Killer).

25 Jahre
Mit dem Landesehrenzeichen der Feuerwehr wurden ausgezeichnet: Micha Riehle (Hausen); Stefan Kürsammer (Melchingen); Markus Schilling. Sie wurden für diese lange Dienstzeit an dem Abend außerdem vonseiten der Stadt Burladingen geehrt.

Weitere Ehrungen
von Angehörigen der Gesamtwehr folgen im Rahmen der Kreisfeuerwehrversammlung.