Auch der Brand eines Heuunterstands in der Bahnhofstraße in Klengen im September 2021 könnte auf das Konto des mutmaßlichen Brandstifters gehen. Foto: Eich

Einen Brandstifter in den eigenen Reihen? Für jeden Kommandanten dürfte dies ein Horror-Szenario sein. Nun äußert sich Sascha Eichkorn von der Freiwilligen Feuerwehr Brigachtal zu den Ermittlungen und spricht von einem "Alptraum".

Brigachtal - Offen, transparent und besonnen – so kennt man den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Brigachtal, Sascha Eichkorn. Seit 2011 führt er die Geschicke der Gesamtwehr – und duckt sich auch jetzt in dieser schwierigen Zeit nicht weg, sondern spielt mit offenen Karten.

 

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt Eichkorn die Ermittlungen gegen einen seiner Kameraden. Jener Mann war aufgrund mehrerer Brandstiftungen in Klengen in den Fokus von Polizei und Staatswaltschaft geraten.

Ultimativer Worstcase für die Feuerwehr

Die Behörden gehen davon aus, dass der Angehörige der Feuerwehr Brigachtal mindestens für den Wohnhausbrand im Mai in der Hauptstraße verantwortlich ist – aber auch drei weitere Feuer in den vergangenen Jahren könnten von ihm gelegt worden sein. Er wurde kurzzeitig festgenommen. Weil der Ermittlungsstand für einen dringenden Tatverdacht aber nicht reicht, wurde der Haftbefehl wieder außer Vollzug gesetzt. Der mutmaßliche Brandstifter ist also wieder auf freiem Fuß.

Noch am Wochenende zeigte sich Eichkorn überrascht darüber, dass es nun zu einer Festnahme gekommen sei, "mir ist lediglich bekannt, dass gegen einen Kameraden ermittelt wird", so der Kommandant, der betont: "Für uns ist das – wie für alle Feuerwehren – natürlich der ultimative Worstcase. Alle Arbeit ist mit einem Schlag wieder dahin."

Mitgliedschaft bei der Feuerwehr ruht

Er stellt ebenso klar: Der Tatverdächtige rückt nicht mehr zu Einsätzen aus. Denn seit dem bekannt wurde, dass die Ermittlungsbehörden den gebürtigen Brigachtaler auf dem Schirm haben, ruht die Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr. Eichkorn: "Der Melder wurde in gegenseitigem Einvernehmen eingezogen."

Zum Ermittlungsstand ist dem Chef der Feuerwehr Brigachtal nichts bekannt. Aber Eichkorn betont: Der Kommandant hat gegenüber der Polizei bei entsprechenden Vernehmungen Angaben gemacht, um bei der Aufklärung der Brandstiftungen zu helfen. "Ich habe alles mir zur Verfügung stehende Material bereitgestellt und zu 100 Prozent kooperiert", hofft Eichkorn, den Ermittlern weiterhelfen zu können.

Hoffen, dass der Alptraum ein Ende findet

Klar ist aber auch: Der Schock in der Feuerwehr sitzt seit dem Beginn der Ermittlungen tief, erst Recht, seit dem die Anschuldigungen öffentlich sind. "Die Tatsache, dass es Ermittlungen gibt, erschüttern mich natürlich zutiefst", sagte Eichkorn gegenüber unserer Redaktion. Er wünscht sich deshalb, dass diese bald zum Erfolg führen und in die Reihen der freiwilligen Helfer, denen die Hilfe ihrer Mitbürger ein großes Anliegen ist, Ruhe einkehrt. Eichkorn: "Ich hoffe, dass dieser Alptraum bald ein Ende findet."