Ohne Wasser kann nicht gelöscht werden. Die Feuerwehr Balingen gibt einen Einblick in ihre Arbeit. So steht es um das Hydrantennetz in der Eyachstadt.
Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr und löscht das Feuer. So einfach stellen sich wohl einige Menschen den Ablauf vor. Doch ganz so einfach ist es nicht. Irgendwo muss das Wasser herkommen. Wo es herkommt und wie es den Weg zu den Flammen findet, erklärt der Balinger Feuerwehrkommandant Florian Rebholz.
„Grundsätzlich führen wir in unseren Löschfahrzeugen einen Erstvorrat an Wasser mit. Die Tanks fassen je nach Typ zwischen 800 und 2000 Liter Wasser“, erklärt Rebholz. Zusätzlich verfügt die Feuerwehr Balingen noch über ein Sonderlöschfahrzeug, das 7000 Liter Wasser mitführen kann.
Erstvorrat schnell aufgebraucht
Nun ist es aber so, dass dieser Erstvorrat je nach Brandereignis schnell aufgebraucht ist. „Im Extremfall können die 2000 Liter Wasser in einer Minute verlöscht werden“, erklärt der Feuerwehrkommandant.
Deshalb greifen die Einsatzkräfte – wenn es nicht gerade ein kleiner Mülleimerbrand ist – immer vor Ort auf das städtische Wassernetz zurück. Hierfür stehen in der Kernstadt und allen Ortsteilen insgesamt 3197 Schachthydranten sowie 61 Überflurhydranten zur Verfügung.
„Der Anschluss dauert nur wenige Minuten, dann steht uns quasi unbegrenzt Wasser zur Verfügung“, meint Rebholz. Wie dicht das Hydrantennetz sein muss, ist gesetzlich klar geregelt, wie die Stadtwerke erklären.
„Im Umkreis von 300 Metern muss Löschwasser bereitgestellt werden. Hier gilt die Summe aller Löschwassermengen, auch die von der Feuerwehr mitgeführte Wassermenge.“
Eine Anzahl der Hydranten ist dagegen nicht festgeschrieben. Neben den Hydranten kann die Feuerwehr je nach Brandort Löschwasser aus anderen Quellen – Zisternen, Teiche, Oberflächengewässer – beziehen.
Und wie finden die Feuerwehrleute den nächsten Hydranten am Einsatzort? „Im ersten Moment verlassen wir uns auf die Schilder, die uns Hinweise geben, wo sich der nächstgelegene Hydrant befindet“, so Rebholz.
Sollte ein Hydrant defekt sein oder auf die Schnelle nicht auffindbar, greifen die Feuerwehrleute auf digitale Hilfsmittel zurück. „Wir haben per App Zugriff auf Karten, die uns exakt die Standorte und alle wichtigen Informationen zum Hydrantennetz liefern“, sagt Rebholz. Auch Informationen zum Gas- und Stromnetz können abgerufen werden.
Kürzlich stieß die Feuerwehr bei einem Einsatz in Weilstetten auf einen Hydranten, der bei einer Sanierung der Rohrleitung entfernt wurde, ohne den oberflächlich sichtbaren Schacht zurückzubauen.
„Im Regelfall haben wir aber sogar mehrere Hydranten im Umkreis von 300 Metern. Somit können wir auch bei Ausfall eines Hydranten die Löschwassermenge im Umkreis von 300 Meter bereitstellen“, heißt es bei den Stadtwerken.
Rebholz: Hydrantennetz besonders dicht
Auch der Feuerwehrkommandant betont, dass das Netz besonders dicht ist und es keine Probleme bei der Wasserversorgung gibt. Ebenso habe man in Balingen noch keine Probleme gehabt mit Autos, die Hydranten zuparken. Zur Erinnerung: Das Parken auf Schächten ist nach der Straßenverkehrsordnung untersagt.
Stadt und Feuerwehr können hier beide beruhigen und betonen, dass die Wasserentnahmemöglichkeiten so gut ausgebaut sind in Balingen, dass „der Ausfall einzelner Hydranten, beispielsweise durch Daraufparken, kompensiert werden kann“.