Die Zentrale Feuerwehrwerkstatt zieht von Calmbach (Foto) nach Martinsmoos. Deshalb soll nun im Wildbader Feuerwehrgerätehaus eine Atemschutzwerkstatt entstehen. Foto: Bernd Mutschler

Im Wildbader Feuerwehrgerätehaus soll eine Atemschutzwerkstatt eingebaut werden. Ob man da nicht die Geräte aus der alten Zentralen Feuerwehrwerkstatt nach deren Umzug nehmen könne, wollte ein Gemeinderat wissen. Doch das ist nicht so einfach.

Eigentlich ist alles längst beschlossen und die Aufträge vergeben. Dennoch war die geplante Atemschutzwerkstatt im Bad Wildbader Feuerwehrgerätehaus erneut Thema im Gemeinderat – dieses Mal in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs-, Sozial- und Tourismusausschusses. Neu-Gemeinderat Roland Schwabenland (SPD) brachte das Thema erneut aufs Tableau.

 

Zum Hintergrund: Bislang gibt es eine Atemschutzwerkstatt in der Zentralen Feuerwehrwerkstatt in Calmbach. Da der Landkreis derzeit aber eine neue Werkstatt in Martinsmoos baut, wären die Wege zu weit und so beschloss der Gemeinderat bereits vor einiger Zeit, für die Stützpunktwehr in Wildbad eine eigene Atemschutzwerkstatt einzurichten.

Einsparung? Schwabenland fragte nach, ob es denn nicht möglich sei, die gebrauchten Geräte zu übernehmen, die Schlauchwerkstatt inklusive. „So könnten nach meiner Meinung 200 000 Euro eingespart werden“, sagte Schwabenland. Schließlich sollte man „doch sparen, wo man kann“. Die Stadt habe sowieso massive finanzielle Probleme und man soll „nicht mehr Geld ausgeben als unbedingt nötig“.

Nicht den Vorschriften entsprechend?

Zudem sagte er, dass die geplante Werkstatt in Wildbad nicht den Vorschriften entspreche. So seien etwa die Wege zu lang und es gebe keine Fenster, auch in Sachen Be- und Entlüftung sowie Fluchtwege solle noch einmal geprüft werden. In Calmbach sei alles „nach neuestem Stand ausgelegt“ worden.

Heiko Friedrich, der stellvertretende Leiter der Finanzverwaltung und zugleich Mitglied in der Wildbader Feuerwehr, widersprach gleich mehrfach. So gebe es sehr wohl Fenster in Form eines Lichtschachts. Außerdem seien die Geräte „uns nicht zum Verkauf angeboten worden. Wir wissen nicht, was der Kreis damit macht.“

Aufträge bereits vergeben

Bürgermeister Marco Gauger sagte, dass er die Einschätzung „gern entgegen“ nehme. Allerdings sei das Thema bereits im Gemeinderat beraten und beschlossen. „Das rückgängig zu machen, sehe ich schwierig“, so Gauger. Man könne sich das zwar mit Mitgliedern des Gremiums „vor Ort gerne noch mal anschauen“, aber er sieht keinen Anlass, den Beschluss rückgängig zu machen, zumal die Aufträge ja eben bereits vergeben seien.

In die Jahre gekommen Auf Anfrage unserer Redaktion gab Gauger dann auch noch im Nachgang zur Sitzung nähere Informationen zum tatsächlichen Zustand der Geräte in der bisherigen Zentralen Werkstatt in Calmbach: „Die notwendigen Gerätschaften der Befüllungsanlage für den Atemschutzbereich und die Prüfeinrichtungen sind schon deutlich in die Jahre gekommen.“

So seien die Anschlussleisten für die Atemschutzflaschen aus dem Jahr 2014 beziehungsweise aus dem Jahr 1997. Die Prüfeinrichtungen für die Atemschutzmasken und Geräte stammen aus dem Jahr 2017. „Die dazugehörige Software entspricht nicht annähernd dem aktuellen Stand. Aus diesem Grund übernimmt der Landkreis selbst auch keine Gerätschaften aus dem Bestand der aktuellen Atemschutzwerkstatt in den Neubau“, so Gauger weiter. Lediglich der Atemschutzkompressor aus dem Jahr 2014 werde als Redundanz zur Neuanschaffung mit in den Neubau des Landkreises übernommen. Auf Anfrage gibt Landkreis-Pressesprecherin Valerie Nußbaum Auskunft: „Eine Weiternutzung der Geräte der Atemschutzwerkstatt wird derzeit geprüft. Die funktionsfähigen Geräte werden hierbei berücksichtigt und in die Umzugsplanung eingebunden.“

Maßgeschneiderte Lösung

Der Bürgermeister teilt weiter mit: „Insofern hat man sich bei den Vorüberlegungen darauf geeinigt, eine passende maßgeschneiderte Version für das Feuerwehrgerätehaus in Wildbad anbieten zu lassen und nicht die alten, in die Jahre gekommenen Gerätschaften (die dann noch um einen neuen Kompressor zu ergänzen wären) vom Landkreis zu übernehmen.“ Somit sei sichergestellt, dass die Atemschutzwerkstatt auf dem aktuellen Stand der Technik ist und für die nächsten Jahre ausfallfrei betrieben werden kann.

Aufträge vergeben Die Aufträge seien auch bereits an die ausführenden Firmen vergeben, so wie es im Gemeinderat öffentlich beraten und beschlossen wurde. Auch zum Thema Kosten und den von Schwabenland ins Spiel gebrachten möglichen Einsparungen von 200 000 Euro nahm Gauger Stellung: „Die Gesamtkosten liegen bei circa 118 000 Euro, so wie es im Ratsinformationssystem der Stadt auch öffentlich einsehbar ist.“