Die Baden-Badener Höhenretter übten am Baumwipfelpfad. Foto: Rentschler

Baumwipfelpfad und Hängebrücke waren Ziel der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Baden-Baden. Doch das Wetter brachte einiges durcheinander. Geübt wurde trotzdem.

Die Hängebrücke Wildline auf dem Bad Wildbader Sommerberg sollte eigentlich Schauplatz einer ganz besonderen Übung werden. Die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Baden-Baden war am Montagmorgen angereist, um dort und auf dem Baumwipfelpfad bestimmte Szenarien zu üben.

 

Der Kontakt kam über Michael Rentschler, den Kommandanten der Bad Wildbader Feuerwehr zustande. Rentschler absolviert gerade seine Ausbildung zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und verbringt einen Abschnitt der Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Baden-Baden.

Los ging es am frühen Morgen zunächst im Wildbader Feuerwehrhaus. Dort gab es für die zehn Mitglieder der SRHT-Gruppe – das steht für Spezielles Retten aus Höhen und Tiefen – zunächst ein Frühstück und eine Theorieeinheit, was alles geübt werden soll.

Feuerwehrleute überlegen Einsatzszenario

Auf dem Sommerberg angekommen, überlegten sich die Höhenretter zunächst ein Szenario, bei welchem die Gruppe denn im Ernstfall zum Einsatz kommen könnte.

Hierbei sei wohl am wahrscheinlichsten, dass sich ein Gleitschirmflieger in den Seilen der Hängebrücke verfangen könnte und dann über oder unter der Brücke hängt und gerettet werden muss, erzählt Rentschler.

Die Höhenretter müssen jährlich 72 Stunden im Seil üben. Foto: Rentschler

Doch das Wetter machte den Rettern einen Strich durch die Rechnung. Edelstahlgeländer und der Stahlrost der Brücke seien sehr rutschig gewesen, so Rentschler weiter. Zudem habe es nicht aufgehört zu regnen. Deshalb habe der Einsatzleiter beschlossen, die Langseile nicht auszupacken, da diese wohl sehr lange Zeit brauchen, bis sie wieder getrocknet sind. So entschied man sich schließlich, die Übung an der Hängebrücke abzubrechen, noch bevor man überhaupt richtig anfangen konnte.

Feuerwehr übt auch am Baumwipfelpfad

Da aber der Baumwipfelpfad sowieso ebenfalls auf dem Programm stand, verlegte man die Übung dann eben gleich dort hin. Auch hier musste es ohne die langen Seile gehen und so wurden Rettungen auf mittlerer Höhe geübt, sagt Rentschler.

Angenommen wurde die Rettung eines Industriekletterers wie etwa ein Fensterreiniger oder ähnliches mithilfe eines Schrägseils.

Zudem testeten die Höhenretter eine neue Trage für Verletzte, mit der Personen auch senkrecht aus einem großen Rohr gerettet werden können. Zum Einsatz kamen dabei neben der speziellen Trage natürlich Seile, Kletterausrüstung sowie ein Flaschenzugsystem.

Doch warum diese Übung in Bad Wildbad? „Jeder Höhenretter muss 72 Seilstunden pro Jahr machen“, damit er seine Befähigung erhält und in der Höhenrettung tätig sein darf. Da mache es natürlich Sinn, auch an neuen Orten zu üben, erzählt Rentschler weiter.

Oftmals würden die Baden-Badener Höhenretter etwa an Windkraftanlagen auf der Hornisgrinde üben. Neue Orte bringen Abwechslung und neue Herausforderungen.

Dass die Baden-Badener Höhenretter auch wirklich in Bad Wildbad zum Einsatz kommen ist eher unwahrscheinlich. Denn seit diesem Jahr gibt es auch bei der Feuerwehr Calw wieder eine Höhenrettungsgruppe, die sich aus Mitgliedern verschiedener Wehren des Landkreises zusammensetzt. Ganz ausgeschlossen ist ein Einsatz laut Rentschler aber nicht. Denn wenn die Gruppe nicht könnte, wären die Baden-Badener auf jeden Fall näher als die Gruppe aus Stuttgart.

Auch wenn das Wetter den Feuerwehrleuten einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, sei es ein „ganz angenehmer Tag“ für die Gäste aus Baden-Baden gewesen, sagt Rentschler im Gespräch mit unserer Redaktion. Und sicher dürfte auch eines sein: Wenn der Ernstfall eintritt, retten die Höhenretter auch bei schlechtem Wetter.