Die Feuerwehr rückt am Dienstag wegen eines Schmorbrands zum Kindergarten in Hubertshofen aus. Die Erzieherinnen haben zehn Kinder schon vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus dem Gebäude gebracht. Foto: Feuerwehr Donaueschingen/Denis Reich

Blaulicht und Gestank. Ein Schmorbrand rief die Feuerwehr auf den Plan. Aber Kindergartenkinder und Erzieherinnen reagierten vorbildlich. Und das hat einen Grund.

Mit einem echten Feuerwehralarm, besonnen und vorbildlich reagierenden Kleinkindern und einer sehenswerten Blaulichteinsatz steuerte der Kindergarten Huberthofen am Dienstag auf die Mittagszeit zu. An einem Tag, der ganz normal begonnen hatte und dann für die Kleinen unglaublich spannend war. Und zum Glück nur das.

 

Ein Schmorbrand machte sich durch den unangenehmen Geruch in dem Kindergarten bemerkbar, in dem sich drei Erzieherinnen und eine FSJ-Kraft um 21 Kinder kümmern. Die Erzieherinnen machten daraufhin das einzig Richtige in dieser Situation, wie Feuerwehrsprecher Philippe de Surmont lobend hervorhob: Zwei Erzieherinnen evakuierten noch vor dem Alarmruf den Kindergarten, in dem sich zu diesem Zeitpunkt die zehn jüngeren Kinder aufhielten. Der Rest befand sich zu diesem Zeitpunkt mit einer Gruppe älterer Kinder beim Turnen im Bürgersaal.

Der Feuerwehralarm ging um 11.31 Uhr ein. Neben der Feuerwehrabteilung Hubertshofen mit sechs Kräften und der Feuerwehr Wolterdingen mit 16 Kräften war auch die Donaueschinger Wehr mit neun Kräften und der Drehleiter vor Ort. Auch vonseiten der Feuerwehr erfolgte der Einsatz unaufgeregt. Vor Ort lokalisierten die Feuerwehrleute in einer Sicherheitstür eine verschmorte elektrische Komponente und machten sie unschädlich. Nach einer weiteren Überprüfung, bei der auch die Wärmebildkamera eingebunden war, konnte das Gebäude schnell wieder freigegeben werden.

„Die Erzieherinnen haben gut reagiert“, lobte Philippe de Surmont nach dem von Gesamtkommandant Gerd Wimmer geleiteten Einsatz mehrerer Abteilungen, zu dem auch vorsichtshalber das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hinzu alarmiert worden war. Eventuell hätte man das DRK zur Betreuung der Kinder gebraucht, was aber letztendlich nicht notwendig war. Die Kleinen kamen schnell im Bürgersaal unter, wie Kindergartenleiterin Annette Reichmann am Mittwoch gegenüber der Redaktion erzählte. Am Dienstagnachmittag habe man den Kindergarten noch lange durchgelüftet, und am Mittwoch hatte die Einrichtung ganz normal geöffnet.

Spannendes Erlebnis

Was für die Kleinen am Vortag mit dem Zusammenwirken von Feuerwehr, Polizei und DRK noch ein unglaublich spannendes und angstfreies Erlebnis war, wurde am Mittwoch im Morgenkreis reflektiert. „Natürlich haben wir sie gelobt, wie toll sie es gemacht haben“, sagte Annette Reichmann.

Schon Proben absolviert

Und vermutlich sei der vorbildliche Ablauf nicht von ungefähr gekommen. Denn dieses Jahr haben die Hubertshofener Kinder schon zwei Proben absolviert. „Eine war im Sommer. Da kam die Feuerwehr Hubertshofen mit Tatütata und Atemschutz. Und eine weitere Übung erfolgte im Herbst bei Sauwetter“, erklärte die Kindergartenleiterin. Das sei eine ganz spontane Probe gewesen. Ohne Feuerwehr, nur mit dem Alarmauslöser. Bei ekligem Wetter ging es zusammen zum Sammlungspunkt beim Kastanienbaum. Den kennen die Kinder gut. Mit einem Schild, auf dem ein von Kindern gemaltes Feuerwehrauto zu sehen ist.

Erleichterte Leiterin

Alles lief prima. Annette Reichmann ist mit Blick auf den echten Einsatz am Dienstag erleichtert. „Man hat wirklich gemerkt, dass das Üben sehr hilfreich ist und den Kindern die Aufregung nimmt“, so die Kindergartenleiterin.

Nur die Sicherheitstür, die derzeit nur händisch betrieben werden kann, erinnert noch an den aufregenden Dienstag. Noch am Dienstag hat ein Elektriker das verkokelte Teil ausgebaut. Jetzt wartet der Handwerker auf das Ersatzteil, um die Tür zu reparieren.

Ein bisschen Bullerbü

Viel Natur
Der Kindergarten Hubertshofen ist laut Bildungsbericht der Stadt Donaueschingen eine kleine, eingruppige und familiäre Einrichtung am Ortsrand, nur wenige Gehminuten vom Wald entfernt. Durch diese besondere Lage prägt die Nähe zur Natur den pädagogischen Alltag. Unter dem Leitsatz: „Kinder brauchen Natur, und zwar so viel wie möglich“ bietet die Einrichtung den Kindern vielfältige Gelegenheiten, Natur unmittelbar zu erleben. Wöchentliche Waldbesuche und ein Alltag, der sich weitgehend im Freien abspielt, ermöglichen intensive Sinneserfahrungen und fördern Bewegung, Entdeckerfreude und Selbstständigkeit. Ziel ist eine anregende, unbeschwerte Kindheit: Tage voller Nähe, Geborgenheit und Abenteuer, die an das Lebensgefühl von „Bullerbü“ erinnern.