Bei der Wildberger Spezialeinheit ist die Stimmung bestens. Foto: Bernklau

Wenn diese Spezialeinheit zum Einsatz kommt, geht es um radioaktive Strahlung, biologische und chemische Gefahr- und Kampfstoffe. Stationiert ist sie in Wildberg.

Früher hat man von ABC-Schutz gesprochen. Inzwischen heißt es heute CBRN-Schutz. CBRN sind chemische, biologische, radiologische und nukleare Substanzen. Die können vorsätzlich oder durch einen Unglücksfall, beispielsweise beim Transport, in die Umgebung gelangen und so zu einer Gefahr für die ganze Bevölkerung werden. Und für solche Fälle gibt es in jedem Landkreis eine spezielle CBRN-Einheit, die eigentlich zum Katastrophenschutz gehört. Im Kreis Calw ist aber die Feuerwehr in Wildberg mit dieser Aufgabe betraut worden.

 

Aufgabe dieser Wildberger Einheit, zu der etwa 15 Feuerwehrleute gehören, ist es zunächst einmal festzustellen, ob atomare, chemische oder biologische Gefahrstoffe in der Umwelt vorhanden sind.

Die Arbeit ist sehr übungsintensiv

Dazu ist eine exakte Messtechnik nötig, die bei der Wildberger Wehr in einem speziellen Fahrzeug im Magazin vorgehalten wird. Mit dieser Technik werden Proben aus Luft, Wasser oder Boden entnommen und auf die entsprechenden Stoffe untersucht. Dazu enthält das Spezialfahrzeug unter anderem spezielle Probeentnahme-Rucksäcke, mit denen die Feuerwehrleute im Bedarfsfall die Entnahme vornehmen würden. Dank einer computergestützten Technik können solche Untersuchungen auch während der Fahrt vorgenommen werden.

Das Spezialfahrzeug ist im neuen Feuerwehrmagazin stationiert. Foto: Bernklau

Angesichts der schwierigen Materie ist der Job in und mit dem Fahrzeug „sehr übungsintensiv“, wie es der Wildberger Kommandant Daniel Nuding im Gespräch mit der Redaktion berichtet. Das liegt besonders daran, dass die Arbeit mit dem „normalen“ Feuerwehrdienst wenig zu tun hat. „Das ist schon sehr speziell“, sagt Nuding. Schon jetzt liegt die Übungsdauer bei 20 Stunden pro Feuerwehrmann oder -frau.

Neues Fahrzeug wird etwa 300 000 Euro kosten

Doch dabei wird es mittelfristig nicht bleiben: Da das aktuelle – vom Bund bezahlte – Fahrzeug schon 24 Jahre auf dem Buckel hat, steht 2026 eine Neuanschaffung an. Im zweiten oder dritten Quartal des kommenden Jahres dürfte das etwa 300 000 Euro teure Neufahrzeug in Wildberg aufschlagen. Und da dieses neue Fahrzeug mit der neuesten Technik ausgestattet sein wird, stehen den Wildberger Spezialisten intensive Schulungen bevor. „Das wird schon kernig“, meint Nuding.

Messen gehört zum Standardprogramm der Einheit. Foto: Bernklau

Die Zahl der Einsätze war und ist überschaubar. Nuding gibt die Zahl der entsprechenden Alarme mit zwei bis drei im Jahr an. Zu den Einsätzen, die oft mit der ähnlich strukturierten Spezialeinheit in Nagold vonstatten gehen, zählte in letzter Zeit ein Gasaustritt an einem Privathaus in Ottenbronn oder ein Einsatz an der Landesklinik Nordschwarzwald. Bei einem Einsatz bei einem Unternehmen in Bad Wildbad kam das Spezialfahrzeug aus Pforzheim zum Einsatz.

Dekontaminationsfahrzeug steht in Gültlingen

Wenn Kameraden oder Bevölkerung mit Gefahrstoffen verseucht werden sollten, hat die Wildberger Wehr ein weiteres Spezialfahrzeug in petto. Bei der Wehr in Gültlingen steht ein so genanntes „Dekontaminationsfahrzeug“.

Wenn in diesem Jahr das neue Fahrzeug in Wildberg aufschlägt, ist die Wildberger Spezialeinheit zwar technisch wieder auf dem neuesten Stand, doch mit der Technik in einen Einsatz zu fahren, bei dem es um solche Gefahrstoffe geht, das muss der Wildberger Kommandant nicht wirklich haben. „So gut auch die Messtechnik ist“, sagt Daniel Nuding ganz offen, „ich hoffe, ich brauche sie nie“.

Die Serie

Die Serie „Feuer und Flamme für den Kreis“
Wenn es darauf ankommt, riskieren sie ihr Leben, um andere zu retten: die Mitglieder der Feuerwehr. Um ihre Aufgaben in praktisch jeder Situation zu meistern, haben verschiedene Wehren im Kreis Calw sich verschiedene spezielle Fähigkeiten angeeignet. Und spezielles Gerät im Einsatz. Wir stellen einige dieser Besonderheiten vor.