Drei Scheunen fielen innerhalb kürzester Zeit Flammen zum Opfer – die Polizei vermutet deshalb einen Serienbrandstifter und schließt Folgetaten nicht aus.
Bad Dürrheim-Hochemmingen/Neuhausen ob Eck/Ippingen - Was schon vor Ort direkt vermutet wurde, konnte nun bestätigt werden: Für den Brand einer Scheune am Rande vom Bad Dürrheimer Ortsteil Hochemmingen gibt es keine technische Ursache, auch eine fahrlässige Brandstiftung wird ausgeschlossen. Die Beamten gehen davon aus, dass sie bewusst angezündet wurde. Und: Vermutlich ist ein Serienbrandstifter unterwegs.
Es handelt sich um landwirtschaftliche Gebäude außerhalb von Wohngebieten – geschützt vor Blicken neugieriger Nachbarn. Die unerkannte Flucht ist daher ein Kinderspiel. Ob sich der mutmaßliche Pyromane den Brand dann aus sicherer Entfernung anschaut? Unklar. Doch die drei Brände, die die Feuerwehren in Atem gehalten haben und für stundenlange Einsätze sorgten, könnten noch nicht das Ende sein.
Verdächtige Wahrnehmungen melden
Polizeisprecher Jörg Kluge möchte Menschen in der Region deshalb sensibilisieren: "Verdächtige Wahrnehmungen, vor allem an landwirtschaftlichen Gebäuden außerhalb bewohnter Wohngebiete, sollen umgehend gemeldet werden." Aufmerksame Zeugen könnten so mögliche weitere Taten verhindern.
Ein solcher Zeuge hatte den Brand der Scheune in der Nacht auf Freitag zwischen Hochemmingen und Sunthausen zwar frühzeitig entdeckt, doch zu retten war das landwirtschaftliche Gebäude trotzdem nicht mehr. Die Feuerwehr rückte gegen 1.10 Uhr an und war lediglich noch darauf bedacht, das Feuer einzugrenzen.
Brand bricht an zwei Stellen aus
Die Scheune brannte komplett nieder, auch Heu- und Strohballen fielen den Flammen zum Opfer. Bis am nächsten Nachmittag waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk vor Ort, um die Scheune leer zu räumen und auf einem nahegelegenen Feld zu verteilen, damit alle Glutnester abgelöscht werden können. Noch am Dienstag flammte es zwischen dem Heu und Stroh teilweise auf – während von der Scheune nur noch die Bodenplatte zu sehen ist.
Während die Feuerwehr mit dem Löschen beschäftigt war, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Schon früh kristallisierte sich heraus, dass es sich um Brandstiftung handelt. Kluge erklärt warum: "Da der Brand an zwei Stellen unabhängig voneinander ausgebrochen ist, liegt vorsätzliche Brandstiftung auf der Hand."
Zwei Fälle im Landkreis Tuttlingen
Was die Art der Brandlegung angeht, könne man bislang noch nichts Verbindliches sagen. "Aber es bedarf nicht vieler Fantasie, dass bei trockenem Stroh oder Heu der sprichwörtliche ›Funken‹ – beispielsweise ein Streichholz oder Feuerzeug – genügt", erklärt er.
Das war auch bei zwei weiteren Bränden der Fall, die die Einsatzkräfte im Landkreis Tuttlingen gefordert hatten. Gemeint sind damit insbesondere die Brände von zwei Scheunen. Am 13. August – kurz vor 3 Uhr – war von einem Lkw-Fahrer gemeldet worden, dass eine Scheune südlich von Neuhausen ob Eck brennt.
Zusammenhang zwischen den Bränden
Ziemlich genau 24 Stunden später ging eine Lagerhalle für Heu, Stroh und landwirtschaftliche Geräte an der Kreisstraße zwischen Immendingen und Ippingen in Flammen auf. In beiden Fallen waren die Einsatzkräfte über Stunden beschäftigt, das Feuer in den Griff zu bekommen.
Kluge bestätigt, dass die Ermittler von einem Zusammenhang zwischen den drei Taten ausgehen – das wurde schon am Einsatzort in Hochemmingen gemunkelt. "Es wird ein Tatzusammenhang mit verschiedenen anderen Bränden in der Umgebung – insbesondere im Kreis Tuttlingen – vermutet, die seit Anfang August gelegt wurden", so der Polizeisprecher.
Zeugen gesucht
Die Polizei sucht für alle Fälle Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Geführt werden die Ermittlungen durch die Kriminalpolizeidirektion Rottweil (Telefon: 0741/47 70).