Aufmerksame Geislinger könnten der Kripo mit Hinweisen helfen, den Schuldigen der Brandserie zu überführen.
Josef Hauser wohnt am Geislinger Ortsrand und hat freien Blick aufs „Ried“. Einen Teil der nächtlichen Feuer und Löscharbeiten seit Anfang Juni konnte er daher direkt verfolgen.
Drei Tage nach dem absichtlich gelegten Brand am 20. Juni, bei dem die Halle von Anton Brobeil zerstört wurde, war Hauser mit seiner Frau Gertrud im Gewann Auen spazieren – wie jeden Sonntag, berichtet der 78-jährige Geislinger unserer Redaktion.
Etwa 150 Meter von der niedergebrannten Halle, neben der kleinen Brücke über den Riedbach, entdeckte er eine Konservendose ohne Etikett, die im Gras lag. In die Unterseite war ein Loch gebohrt, aus dem eine Art Kabel ragte, vielleicht eine Lunte.
„Erst hab ich gedacht, das ist was vom Waldkindergarten, ein Dosentelefon vielleicht“, beschreibt der ehemaliger Metzgermeister. Zuerst wollte er den Gegenstand in den Mülleimer am Herrgottshäusle werfen.
Doch dann kam ihm die Vermutung, dass das ein Brandsatz gewesen sein könnte, den der Geislinger „Nero“ verloren oder weggeworfen hatte: „An dieser Stelle, sehr nahe am Brandort, kam mir das komisch vor.“ Er wickelte die Dose in ein großes Pflanzenblatt, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, und brachte sie aufs Balinger Polizeirevier.
Am selben Tag noch kam die Kriminalpolizei bei den Hausers vorbei und nahm eine Zeugenaussage zu dem Fund auf: „Das war denen enorm wichtig“, beschreibt Hauser die Reaktion der Beamten. Nach der Festnahme eines Verdächtigen diese Woche hofft er, dass damit die Serie von Brandstiftungen endet und die Geislinger wieder ruhig schlafen können.
Zusammenhang mit bei der Durchsuchung gefundenen Gegenständen?
Wie bei Aktenzeichen XY könnte bei der Suche nach dem Brandstifter jede Kleinigkeit wichtig sein. Und die Dose könnte für die Polizei beideren Ermittlungen ein wertvolles Indiz sein: Bei der Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen wurde „tatrelevantes“ Beweismaterial gefunden – dieses kann nun mit Josef Hausers Zufallsfund vom Tatort abgeglichen werden.
Und dies ist nicht der einzige Gegenstand, der dazu beitragen könnte, den Brandstifter zu überführen: Auch Ingolf Hauser, dessen Schuppen am 13. Juni durch Feuer zerstört wurde, hat nach der Tat etwas gefunden: „Zündhölzer und etwas grünes, zerschmolzenes, vielleicht eine Flasche“, berichtet er. Außerdem habe er am Fundort Benzin gerochen.
Ein weiterer Zeuge hat nach einem anderen Brand auf einem Feld im Ried ein zerrissenes Bettuch gefunden: Material für einen Brandsatz?