HBW-Trainer Jens Bürkle und sein Co, Matthias Flohr (links), mussten lange Zeit befürchten, dass ihr Team in Flensburg eine echte "Rutsche" kassiert. Foto: Molter

Egal, auch wenn der HBW Balingen-Weilstetten mit einer hohen 26:38-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt den Heimweg antrat, war Trainer Jens Bürkle nicht sauer, denn mehr war für seine Rumpftruppe am letzten Spieltag nicht drin.

Mit einer klaren Niederlage hat der HBW Balingen-Weilstetten die Saison 20/21 in der Handball-Bundesliga als 15. der Tabelle beendet. Mit 26:38 (12:24) unterlag der HBW am Sonntag bei Vizemeister Flensburg-Handewitt.

Nur mit einem Rumpfteam traten die Schwaben im hohen Norden. Neben den langzeitverletzten Marcel Niemeyer und James Junior Scott musste Trainer Jens Bürkle auf die abgeschlagenen Fabian Wiederstein, Kristian Beciri, Vladan Lipovina, Björn Zintel und Keeper Vladimir Bozic verzichten, und so hatte er gerade einmal zehn Feldspieler zur Verfügung.

Vor 2300 Zuschauern hielt der Außenseiter, der erst am Mittwoch mit einem 30:28-Heimsieg über die TSV Hannover-Burgdorf den Klassenerhalt perfekt gemacht hatte, in den Anfangsminuten noch gut und mutig dagegen. Tim Nothdurft setzte das 4:4 (5. Minute), und nachdem Flensburg auf 6:4 vorgelegt hatte, gelang Lukas Saueressig noch der 5:6-Anschlusstreffer (8.).

Bei Schwaben läuft in Offensive nichts mehr zusammen

Doch danach lief bei den Schwaben in der Offensive überhaupt nichts mehr zusammen, sie verdaddelten einen Ball nach dem anderen, blieben immer wieder im SG-Block von Johannes Golla und Simon Hald hängen. Fehler reihte sich an Fehler, und die willensstarken Hausherren nutzten diese konsequent. Mit einem 4:0-Lauf setzte sich die SG, die immer wieder über ihre starken Außenspieler Lasse Svan und Hampus Wanne zum Erfolg kamen, auf 10:5 ab. Niklas Diebel traf für den HBW zum 7:11 (12.), doch dann ging beim Bürkle-Team überhaupt nichts mehr. Satte zwölf Minuten gelang kein Treffer mehr, und Flensburg baute seinen Vorsprung mit neun Toren in Serie bis zum Jim Gottfridssons 20:7 aus. Erst in der Schlussphase des ersten Abschnitts fing sich der HBW wieder, hielt den Rückstand bis zur Pause (12:24) noch einigermaßen konstant.

In der zweiten Halbzeit nahmen die Gastgeber angesichts des klaren Vorsprungs das Gas etwas raus, leisteten sich in der Offensive nun ebenfalls einige Klöpse. Die Kontrolle aber verloren sie aber natürlich nicht mehr. HBW-Coach Bürkle ließ nun seinen Abwehrchef Romas Kirveliavicius auch im Angriff ran, und der bedankte sich mit insgesamt sechs Treffern – damit war er mit René Zobel bester Schütze der Schwaben.

"Kiwi" setzte mit dem 38:26 auch das letzte Tor der Partie, ehe bei der SG Flensburg-Handewitt das große Zittern begann. Das Team von Trainer Maik Machulle hatte im Fernduell um den Titel vorgelegt und war bei Schlusspfiff in der Flens-Arena Meister, weil der THW Kiel bei den Rhein-Neckar Löwen zu diesem Zeitpunkt in Mannheim im Hintertreffen lag. Doch der THW brachte ein 24:24 über die Ziellinie und wurde damit Meister.SG Flensburg-Handewitt: Bergerud, Fritz; Golla (8), Hald (1), Svan (7), Wanne (10/4), Jöndal (2/2), Steinhauser (1), Mensah, Sögard, Gottfridsson (4), Holpert, Röd (5).HBW Balingen-Weilstetten: Ruminsky, Jensen; Zobel (6), Kirveliavicius (6), Thomann (3/2), Nothdurft (2), Diebel (2), Schoch, Saueressig (3), Röller (3), Heinzelmann (1), Strosack.

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