Die Elisabethschwestern aus Freiburg besuchten Oberweier. Das Dorf ist die Heimat der Ordensgründerin Mathilde Otto. Mit einem besonderen Gottesdienst wurde ihr gedacht.
Viele Menschen sind in den Gottesdienst gekommen. In der Kirche hat Mathilde Otto in jungen Jahren selbst schon als Organistin die Orgel gespielt. Ihre Liebe zu den Menschen, zu den Ärmsten, drückte sie mit der Gründung des Ordens der Elisabethschwestern vor 100 Jahren aus. Dieses Erbe führen die Elisabethschwestern heute weiter.
Im Handeln, Denken und der Fürsorge stehen bei den Elisabethschwestern stets die Familien, Mütter und Kinder, kranke, arme, und alte Menschen im Fokus. Daran hat sich seit der Ordensgründung im Jahr 1925 nichts geändert. In Freiburg, Indien und neu auch in Tansania wirken die Schwestern, erzählt Domkapitular Michael Hauser in seiner Predigt.
Oberweier will den Elisabethschwestern auch ein Stück Heimat sein. Hier erlebten sie einen Festtag, der morgens um 9 Uhr mit einem Gottesdienst begonnen hat und abends in Oberschopfheim mit der Abholung des Friedenslichts von Bethlehem seine würdige Abrundung erfahren hat. Zum Gottesdienst hat am Altar ein großes Porträt von Mathilde Otto in Schwesterntracht gestanden.
Blick auf die Biografie von Mathilde Otto
Erstmals erlebten die Gottesdienstbesucher, den Einzug von Ministranten und Domkapitular in die Kirche mit einem liebevollen liturgischen Tanz der Schwestern. Lebensfreude und Frohsinn drückten die Schwestern mit ihrem Tanz, aber auch ihrem strahlenden Lächeln aus. Sie gestalteten den Gottesdienst mit.
Der vierte Advent war erfüllt an die Erinnerung von Otto, die am 18. Dezember auch ihren 150. Geburtstag gefeiert hätte. Die Biografie von Otto ist einzigartig. Behütet in einer Fabrikantenfamilie, ließen ihr die Eltern eine solide Ausbildung zukommen. Otto wusste, wo sie gebraucht wurde. In der Pflege kümmerte sie sich um ihre Eltern und zog nach dem Tod des Vaters mit der Mutter nach Freiburg. Nie habe sie aufgegeben, immer neu angefangen. In jungen Jahren entdeckte sie den Segen eines funktionierenden Besuchsdienstes für Menschen in Not. In ganz Deutschland organisierte sie so die Caritas und Konferenzen für Menschen in Not. Als eine der wenigen und als einzige Frau, war sie auch politisch aktiv. In der Weimarer Zeit war sie sogar die einzige Frau im Stadtrat von Freiburg. Kämpferisch blieb sie und zupackend für die Menschen.
Für Oberweier führte Ursula Kunz in die Biografie der gebürtigen Oberweirerin ein und erinnerte an die persönlichen Bezüge zur Kirche St. Michael und den Menschen. In der Vorgängerkirche wurde Otto getauft. Später wurde diese baufällige Kirche abgerissen. Den Neubau des heutigen Gotteshauses finanzierte zu zwei Drittel der Großvater und Holzgroßhändler Josef Himmelsbach. Kunz zitiert aus einen Satz von Otto, den sie als Kind geprägt hatte: „Schon als Kind wusste ich genau, dass mein Leben ganz Gott gehört.“ Sie brachte sich in die Kirchengemeinde in Oberweier ein und Pfarrer Joseph Schultz wurde ihr Mentor. Ehrenamtlich arbeitete sie in dem von Pfarrer Schulz gegründeten Krankenverein, übernahm pflegerische Tätigkeiten und besuchte in Oberweier Kranke zuhause. Vor Pfarrer Schulz habe Otto bereits ihr Gelübde abgelegt, um ihr Leben ganz Gott und den Menschen in Not zu widmen.
In dieser Selbstlosigkeit widmen die heutigen Elisabethschwestern ihr Leben Gott und den Menschen. Zum Sektempfang vor dem Heimatmuseum reichten die Schwestern traditionelles indisches Gebäck. Annerose Lauer, die den Tag für die Schwestern organisiert hat und viele Menschen in der Unterstützung an ihrer Seite wusste, meinte hinterher: „Wir alle, wurden mit der Liebenswürdigkeit dieser Schwestern reich beschenkt.“
Spende
Den Schwestern wurde eine Spende in Höhe von 500 Euro für ihre sozialen Projekte überreicht. 350 Euro kamen vom Elternbeirat der Grundschule, der den Punschverkauf anlässlich der Martinsfeier organisierte. 150 Euro kamen aus der Kollekte, die am Volkstrauertag zusammengekommen ist. Diese hat Ortsvorsteher Andreas Bix überreicht.