Beim Happiness-Festival feierten Freitag und Samstag die Massen. Das Wetter spielte mit. Und zum Schluss gab es für Nina Chubas Fans ein Happy-End.
Auch in diesem Jahr war wieder viel los beim Happiness-Festival. Je 17 000 Besucher kamen am Freitag und am Samstag auf die Wiese bei Schwann. Ein paar tausend von ihnen reisten schon am Donnerstag an und verbrachten die folgenden Nächte auf dem Campingplatz. Für manche ist dieser Campingplatz das eigentliche Highlight des Festivals.
Dort wurde schon kräftig gefeiert, bevor das eigentliche Bühnengelände geöffnet hatte. Von überall her war Musik aus mobilen Boxen zu hören. Die Camper traten in Trinkspielen wie Beer Pong oder Flunky Ball gegeneinander an. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich – so wie man es vom Happiness kennt. Besonders am Freitag war wegen der Hitze auch ausreichend Sonnenschutz und Abkühlung gefragt. Die einen setzten dabei auf kaltes Bier, das durch den Trichter den Weg schnell in den erhitzen Körper fand. Andere hingegen hatten sich gleich ein eigenes kleines Planschbecken mitgenommen.
Darauf folgte Zartmann mit einer energiegeladenen Show
Den Anfang auf der Bühne machte am Freitag der durch seinen Twitch-Kanal bekannt gewordene Filow. Sein Atzen-Rap stand im Kontrast zum nächsten Act: die Band Juli. Die war Anfang der 2000er erfolgreich und erlebt gerade eine Retro-Welle. Während Filow über Saufgelage und die verlorene Jungfräulichkeit rappte, spielte Juli sanften Pop-Rock. Und Sängerin Eva Briegel erinnerte die Menge daran nicht nur Bier, sondern auch Wasser zu trinken.
Darauf folgte Zartmann mit einer energiegeladenen Show. Der Sänger stand erst kürzlich noch mit Ed Sheeran in Stuttgart auf der Bühne. Anschließend spielten sich Culcha Candela routiniert durch ihre Diskographie. Bei den Rappern von BHZ ging die Post ab. Emotional wurde es, als sie an den letztes Jahr verstorbenen Bandkollegen Pablo erinnerten. Irie Révoltés feierten ihre Reunion. Der Standpunkt der Band war auch 25 Jahre nach der Gründung noch unüberhörbar: links und antifaschistisch. Gleiches gilt für K.I.Z., den Headliner des ersten Tags. Doch bei den Berliner Rappern ist die Message dick in Sarkasmus und Ironie verpackt.
Bei Sänger Ennio ging es lässiger zu
Am Samstag sorgten Roy Bianco und die Abbrunzati Boys mit ihrem Italo-Schlager und Tream mit Party-Schlager für Stimmung. Ikkimel heizte mit ihrem expliziten Hyperpop-Rap ein. Bei Sänger Ennio ging es lässiger zu. Chapo102 rappte über Liebe – und er beantwortete auch die wichtigste Frage des Wochenendes: Ja, Nina Chuba ist da. Die hatte kürzlich Auftritte wegen Krankheit abgesagt. Es war nicht sicher, ob sie aufs Happiness kommt.
Doch spontan kam sie zu Chapo102 auf die Bühne und sang ein Lied mit ihm. Und natürlich spielte sie als Headliner spät am Abend ihre eigene Show. Ein gelungener Höhepunkt eines gelungenen Festival-Wochenendes.