The Mofos treten bei Rock am Brühl auf. Foto: Benjamin Hölle

Beim zweiten Rock am Brühl-Festival versprechen die Organisatoren vom Kulturbüro der Stadt Calw für den 24. und 25. Juli ehrliche, handgemachte Rockmusik.

Besonders stolz sind die Organisatoren, auch Nachwuchsmusikern eine Bühne zu bieten. Bei freiem Eintritt werden insgesamt zehn Bands die Wiese zum Beben bringen. Alle Gruppen haben dabei einen Calwer Bezug. Während aber bei neun Acts teils die gesamte Band oder mindestens ein Mitglied in Calw oder Stadtteil wohnt, kommt eine Combo hingegen nicht mal aus Deutschland – dennoch ist der Bogen zu Calw gespannt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

 

Musikschulband zum Auftakt

„Clueless“, die Band der Musikschule Calw, eröffnet das Festival am Freitagabend. Frontsängerin Leana Brighina begeisterte im vergangenen Jahr Publikum und Jury beim vom Woodstöckle Calw e.V. und Jugendhaus Calw organisierten Nachwuchskünstler-Contest “Be a Star” und sicherte sich so den Auftritt beim Festival, den sie nun gemeinsam mit ihrer Band absolviert. Das Publikum erwartet eine abwechslungsreiche Mischung aus älteren und modernen Rockklassikern – mal ruhig und gefühlvoll mit Klavier und Gitarre, mal energiegeladen mit der vollen Band.

Das Indie-Quartett „Die HeyDays“ bewegt sich irgendwo zwischen der kleinen Flucht aus dem Alltag und dem ganzen Wahnsinn, der sich Leben nennt. In ihren Songs finden sich poppige Riffs genauso wie schneller Punk. Im Laufe der vergangenen Jahre spielten die Heydays mehr als 80 Konzerte, unter anderem v als Support für Jennifer Rostock, Ghost of Tom Joad und TV Smith; sogar eine kleine Tour in Mexiko stand auf dem Programm. Mit den neuen Songs sind sie nun wieder live unterwegs.

Echtes Calwer Urgestein

Mit den „Rolldogx“ kommt ein echtes Calwer Urgestein des Alternative Rock an den Brühl. Seit mehr als drei Jahrzehnten steht die Band für einen druckvollen, modernen Sound und kompromisslose Rock-Energie. Mit ihrer neuen Sängerin an der Front hat die eingespielte Band einen frischen, kreativen Schub bekommen. Ihr packender, melodiöser Rock-Gesang verleiht den rein eigenen Songs eine völlig neue Tiefe. Hier erwartet den Besucher ein mitreißendes Set voller Spielfreude und einer packenden Liveshow.

Den Abschluss des ersten Festival-Tages bilden „Sugar Mamas Revenge“. Das Quintett um Annie Leopardo und Stephan Brodbeck von „The Booze Bombs“ bringt fetzigen Rock’n’Roll auf die Bühne, dass sich stets die Balken biegen. Zusammen mit der zweiten Sängerin Bica Stöcklein („The Railbones“) bedeutet dies die absolute Frauen-Power, garniert mit einer kleinen Prise Soul.

Frecher Punkrock

Auch bei „Mila & Friends“ ist der Kontakt über den Wettbewerb „Be a Star“ entstanden. Bereits 2024 suchten die Stadt Calw und das Woodstöckle-Festival Nachwuchsbands für ihre beiden Veranstaltungen. „Mila hat zwar damals beim Wettbewerb nicht gewonnen – jedoch ist sie uns vor allem mit ihrer rockigen Interpretation vom Kinderlied „Alle meine Entchen“ sehr in Erinnerung geblieben“, schmunzelt Markus Brandl vom organisierenden Kulturbüro. „Als wir dieses Jahr erfahren haben, dass sie mittlerweile eine ganze Band um sich geschart und eigene Lieder geschrieben hat, war uns klar, dass sie beim diesjährigen Festival dabei sein muss“. Der freche, frische Punkrock erinnert an so manchen England-Klassiker aus den 1970ern und ist am Samstag zum Auftakt des zweiten Festival-Tages zu hören.

Zwischen Melancholie und Wut

„Breathing Mess“ haben sich dem rauen, unverfälschten, manchmal auch funky Sound der 1990er-Jahre verschrieben und ihn gleichzeitig in die Gegenwart übertragen. Inspiriert von der rohen Energie und Emotionalität der Genres Funk und Grunge entwickelte die Band ihren eigenen Stil zwischen druckvollen Gitarren, treibenden Basslines und einem kraftvollen, dynamischen Schlagzeugspiel. Ihre Texte und ihr Sound bewegen sich zwischen Melancholie und Wut, zwischen Zerbrechlichkeit und eruptiver Energie – immer direkt, immer echt. Das Trio steht ebenfalls am Samstag auf der Bühne.

Die harten Töne

Natürlich darf auf einem Rockfestival eine Metal-Band nicht fehlen. Die harten Töne kommen von „Dead Men’s Diner“. Mit saftigem Oldschool-Thrash, grimmigen Shouts und eingängigen Riffs wissen die vier Herren auch den letzten Kopfnicker in der letzten Reihe zu überzeugen und sorgen nicht nur aufgrund exzessiven Headbangens für einen gepflegten Kopfschmerz am nächsten Morgen. Denn eines war schon immer so und wird auch immer so sein: Wo die Band auftaucht, bleibt kein Stein auf dem anderen, kein Nacken ohne Schmerz und kein kühles Bier mehr übrig.

Die Combo „Ray Black & the Flying Carpenters“ wurde gegründet, um den rohen Geist des frühen Rockabilly zurück auf die Bühne zu bringen. Das Ergebnis ist eine energiegeladene, tanzbare Liveshow für Bopper und Jiver, getragen von vier erfahrenen Musikern mit tiefen Wurzeln in der europäischen Szene. Die Band spielte international in weiten Teilen Europas und hat sich mit Authentizität, Tempo und eigenem Profil als feste Größe im heutigen Rockabilly etabliert.

„Leistungsbruch“ aus der Partnerstadt Latsch

„Leistungsbruch“ reisen aus der Calwer Partnerstadt Latsch in Südtirol nach Calw. Das Quartett bewegt sich zwischen deutschsprachigem Punkrock, Alternative Rock und einigen härteren Einflüssen. In vielen ihrer Stücke erzählen sie von Überforderung in einer beschleunigten Gesellschaft, von Identitätssuche, zwischenmenschlichen Spannungen und der leisen Sehnsucht nach einer besseren Welt.

Am Samstagabend schließen „The Mofos“ das Rockfestival ab. Das Sextett steht für handgemachte Rockmusik mit spürbaren Wurzeln im Ska und Punk. Über die Jahre hat sich der Sound der Band hörbar weiterentwickelt: weg vom reinen Punk, hin zu einem druckvollen, modernen Rocksound, der Energie, Melodie und Rhythmus verbindet. Treibende Gitarren, ein markanter Bläsersatz und der Einfluss von Ska-Rhythmen treffen auf die Direktheit und Haltung einer Band, die ihre Wurzeln nicht verloren hat. Gerade diese Mischung macht den Sound von The Mofos aus: mal nach vorne, mal groovend, immer klar auf die Bühne ausgerichtet.

Das Festival startet am Freitag ab 17 Uhr, am Samstag geht es ab 14 Uhr los. Die Bewirtung erfolgt durch Calwer Vereine und Schulen.