Das Festival „Em Bebbi sy Jazz“ will mit einem breiten Programm begeistern. Dieses Jahr liegt der Fokus auf der musikalischen Vielfalt der Schweiz.
Das Basler Jazzfestival „Em Bebbi sy Jazz“ steht dieses Jahr ganz im Zeichen der sprachlichen Vielfalt der Schweiz. Am Donnerstag stellten die Veranstalter das Programm der 41. Ausgabe vor, die am 15. August Musikfans aus nah und fern in die Stadt am Rheinknie locken wird.
„Jazz und no vyyl meh zmitts in der Stadt“, lautet das Motto, wie OK-Präsident Pascal Degen vor Medienvertretern erklärte. Der Jazz verändere sich – und so auch das Publikum: „Unseres ist jünger, diverser und anspruchsvoller geworden, und das war und ist auch unser Ziel. Auf Bewährtem aufzubauen und gleichzeitig das Fortbestehen des Festivals durch frische Ideen und neue Akzente zu sichern, ist seit Jahren der Plan des Organisationsteams.“ Und so freute sich Degen, mit dem Unternehmen Mitte eine neue Bühne, mit Lindy Hop den Swing Dance im Musikmuseum und auf dem Marktplatz die „Food Piazza“ neu präsentieren zu können.
„Esoo singt d Schwyz“
Nach unterschiedlichen Schwerpunkten heißt der musikalische Akzent in diesem Jahr „Esoo singt d Schwyz“. Das Thema soll überraschen, am Jazz anknüpfen und die sprachliche Vielfalt der Alpenrepublik auf die Bühne bringen. Dem Festival-Chef zufolge reiht das diesjährige Thema nahtlos in das Gesamtprogramm ein, das wieder auf fast 30 Bühnen mit mehr als 70 Bands und mehr als 500 Musikern präsentiert wird. So wird unter anderem „Carrousel“ zu hören sein: Das Westschweizer Duo ist seit Jahren mit ihrem Singer-Songwriter-Pop im In- und Ausland unterwegs. Sie erreichten 2013 die ESC-Vorausscheidung und wurden 2014 und 2015 für den Swiss Music Award nominiert. Derweil verbindet „Collie Herb & Band“ südamerikanische Rhythmen und Schweizer Dialekt. Auf Rätoromanisch singt der Singer- Songwriter „Mattiu“, während der Ostschweizer Michael von der Heide französisches Chanson mit schweizerischer Identität verknüpft.
Am Anfang stand die Idee zweier Jazz-Fans, ein Sommerabend-Festival zu organisieren. Das Ziel: Die Basler Innenstadt und deren schönste Plätze mit traditionellem Jazz beleben und gleichzeitig den vielen Jazzbands aus der Region eine Plattform bieten, um vor einem breiten Publikum spielen zu können. „Aus dieser Idee ist die wohl weltweit größte, eintägige Jazz-Veranstaltung entstanden, bei der – wie im ersten Jahr auch heute noch – alle Konzerte gratis besucht werden können“, so Degen in der Vergangenheit.
Programm über Jahre stetig erweitert
Zwar steht auf dem Etikett noch immer „Jazz“, doch das Programm habe sich über die Jahre hinweg stetig erweitert – stilistisch wie inhaltlich, wie Eduard Löw vom Organisationsteam, sagte. Das Festival präsentiere heute eine breite Palette an Musikrichtungen: von klassischem Jazz über Funk, Soul und Blues bis hin zu Singer Songwriter-Performances, akustischer Musik und elektronischen DJ-Pop-Sets. Die Formationen reichen dabei vom Solokünstler bis zur Big Band. Besonders die junge Jazzgeneration zeige sich Löw zufolge experimentierfreudig und begeistere mit innovativen Crossovers aus Jazz und modernen Grooves. Ein wichtiger Faktor dieser Entwicklung seien neue Medien und Streaming-Plattformen, die einen einfachen Zugang zu allen Musikstilen ermöglichen. Diese Vielfalt spiegele sich auch im Publikum wider: „Bis zu 100 000 Besucher, zwischen 20 und 90 Jahren alt, genießen die facetten- reiche Musik und die lebendige Atmosphäre.“
Alle Infos zu Spielorten und Programm finden Interessierte im Internet unter www.embebbisyjazz.ch.