Bürgermeister Erik Weide mit den Festgästen vor der sanierten Jägerhütte. Foto: Bohnert-Seidel

Den Sommer über wurde die Schutzhütte im Friesenheimer Wald umfassend saniert und restauriert. Jetzt steht sie wieder für Wanderer zur Verfügung.

Dort, wo es in der Regel nur wenige Wanderer hin verschlägt, steht eine Jägerhütte direkt im langen Verlauf der Talstraße. Eine Glastür lässt den Blick nach innen frei. Gemütlich ist es darin. Eine Holzbank öffnet sich u-förmig in den Raum. Am langen Tisch lässt sich gesellig zusammensitzen. Alte Stühle runden das gemütliche Ambiente ab. Noch steigt der Duft nach frischem Holz in die Nase.

 

Im Sommer 2025 wurde die umfassende Sanierung und Restaurierung der Jägerhütte vollzogen. Als wahres Schmuckstück präsentiert sie sich im neuen Glanz, ohne den Charme der mehr als 100-jährigen Geschichte verloren zu haben. Am Giebel zeigt sich nach wie vor das um 1930 von Heimatmaler Franz Eble gefertigte Bild einer Ricke mit ihrem Rehkitz. Gemalt wurde es damals in der Stube in der Talstraße. Das Entstehungsjahr des Bildes lässt sich deshalb so genau bestimmen, weil Tochter Maria Kunz (1927 bis 2022) im Alter von drei Jahren ihrem Vater dabei zugeschaut habe, wie sie in einem früheren Gespräch mit der Lahrer Zeitung einmal erzählte.

Früher wurden Jagdgesellschaften eingeladen

Fabrikant Eberle habe die Hütte damals als Jägerhütte bauen lassen. In und um die Hütte organisierte er in den 1920er- und 1930er-Jahren Jagdgesellschaften. Männer wie der Friesenheimer Arzt Scharschmidt, Fabrikant Neff, aber auch Fabrikant Geier hätten sich damals regelmäßig zur Jagd getroffen. Familie Eble hatte einen Schlüssel für die Hütte, vermutlich als Dankeschön für die Spende des Gemäldes. Schneelandschaften, wie sie sich bis zum Donnerstagabend im Friesenheimer Wald als weißer Teppich ausgebreitet haben, waren um 1930 regelmäßig anzutreffen. Die Bevölkerung traf sich zum Skifahren und anschließenden gemütlichen Umtrunk in der Jägerhütte.

Mit den Skier sind die geladenen Gäste des Vereins „Unser Wald“ am Donnerstagabend nicht gekommen. Vielmehr brachte sie der Vierradantrieb nach oben. Der Weg zur Hütte zieht sich in rund zwei Kilometer vom Waldparkplatz den Berg hinauf. Es ist die älteste Schutzhütte im Friesenheimer Wald und wenn es nach der Einschätzung der Mitglieder „Unser Wald“ geht – auch die schönste.

23 000 Euro kostete Sanierung

Im vergangenen Jahr wurde die Hütte, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet, umfassend saniert. Dies wurde nahezu ausschließlich über Spendengelder finanziert. Die Kosten in Höhe von 23 000 Euro sind folglich gedeckt. Bürgermeister Erik Weide, der in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Vereins „Unser Wald“, zum festlichen Hock in der Jägerhütte eingeladen hat, dankte nochmals im besonderen Zimmermeister Roland Herzog für die „hervorragende Arbeit und Unterstützung des Vereins“. Dank galt auch Altgemeinderat Gerhard Homberg, der eine erhebliche Summe gespendet habe sowie Helmut Spengler und Michael Vergin sowie der Sparkassenstiftung Offenburg/Ortenau. Ohne die Spenden wäre das Projekt kaum durchführbar gewesen.

Für alle geöffnet

Die Jägerhütte im Friesenheimer Wald ist geöffnet und steht den Menschen frei zum kurzen Aufenthalt zur Verfügung. Hier lässt sich das mitgebrachte Vesper gut verspeisen.