Von Kindheit an mit der Kirchengemeinde in Todtnau verbunden: Die evangelische Landesbischöfin Heike Springhart beim Festgottesdienst in der König-Christus-Kirche Foto: Wolfgang Grether

1000 Jahre Stadt Todtnau – dazu gab es zum Jahresschluss einen feierlichen Gottesdienst mit der Evangelischen Landesbischöfin Heike Springhart in der König-Christus-Kirche.

Heike Springhart kennt die Gegend um Todtnau herum sehr genau, darauf wies Pfarrer Martin Rathgeber zu Beginn des Gottesdienstes hin. Die Landesbischöfin hatte Kinder- und Jugendzeit mit ihrer Familie in Böllen verbracht.

 

Zu den Gästen in der bestens besuchten Kirche gehörten auch die neue Dekanin des Kirchenbezirks Esther Philipps und ihre Vorgängerin Bärbel Schäfer sowie Bürgermeister Oliver Fidel mit Gattin.

Heike Springhart wies auf die Vision von Menschen aus Klöstern hin, die in Todtnau einen guten Siedlungsgrund gesehen hatten. Seit 143 Jahren teilten evangelische Christen in einer eigenen Gemeinde diese Hoffnung und fühlen sich in Todtnau wohl.

Hoffnung als zentraler Gedanke

„Hoffnung“ – um diesen zentralen Gedanken kreiste die Predigt Heike Springharts um den Propheten Jesaja, mit dem Bild, dass die Erlösten Gottes wieder an seinen Berg kommen – zum Zion. Eine Hoffnung, die sich seit zwei Jahren mit Bildern von Menschen mischt, die nicht weit weg vom Zion auf der Flucht sind. Die Fragen der Landesbischöfin: Wird das Leid und der Schmerz ein Ende habe? Woher kommen Hoffnung und neues Leben? Diese mahnenden Fragen konnten in Todtnau nicht beantwortet werden. Trost sprach Jesaja, indem er sagte: Seht, da ist Euer Gott – darauf wies die Landesbischöfin hin.

Persönlich wurde sie bei ihrer Erinnerung an die Osternächte in Todtnau. In der Kirche hatte sie als Jugendliche auf den Ostermorgen gewartet. Die Gedanken an das Bild in der Kirche mit Jesus auf dem Boot sind ihr geblieben: ein Bild, in dem Jesus das Wasser besänftigt – und ein Bezug zur heutigen Zeit, in der es auch vieler Besänftigungen bedarf.

Nachdenklich war der Gottesdienst zum Stadtjubiläum – aber auch erfrischend. Daran hatte Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon großen Anteil. Seine Einladung zum gemeinsamen Gesang wurde von den Besuchern gern angenommen, und mündete in einem tollen Kanongesang.

Ein Ort des friedlichen Zusammenlebens

Dankbarkeit für das Bestehen der Stadt klang aus dem Schlussgebet von Pfarrer Martin Rathgeber und der Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Renate Metzler. Ihre Bitte für die Stadt und die Teilgemeinden: Mögen es weiterhin Orte der friedlichen Zusammenlebens sein, damit Talente und Fähigkeiten dem Gemeinwohl dienen können.