Der Männergesangverein Schonach ist ein fester Bestandteil des gesellschaftlchen Lebens, tritt auch in Seniorenheimen auf. Foto: Eberl

Der Männergesangverein Schonach kann auf viele Höhepunkte und legendäre Feste zurückblicken. Anfang der 2000er-Jahre wäre es jedoch fast vorbei gewesen.

Gegründet wurde der MGV im November 1901. 17 junge Männer unter Führung von Vikar G. U Walz trafen sich im Schwarzwaldgasthof Schwanen zur Gründungsversammlung, Hermann Burger wurde der erste Vorsitzende. Anfangs war man noch eine Abteilung des Katholischen Arbeitervereins, ab 1910 nannte man sich Sängerkreis und legte den Grundstock für die Eigenständigkeit.

 

Vorsitzende Der erste Vorsitzende Hermann Burger hatte dieses Amt von 1901 bis 1909 inne. Richard Kienzler übernahm die Leitung zweimal: von 1920 bis 1931 und von 1946 bis 1953. Er wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ebenso wie Herbert Storz, der den Verein von 1976 bis 1997 führte. Bernd Kaltenbach folgte ihm, mit Unterbrechung leitet er bis heute die Geschickte, immerhin 27 Jahre, länger als jeder Vorgänger.

Chorleiter Vikar G. U. Walz fungierte als erster Chorleiter, jedoch nur ein Jahr. Danach folgte Lehrer Anton Hodapp, der auch die erste Chronik Schonachs verfasste, ebenfalls für nur ein Jahr. Richard Ketterer Junior leitete den Chor von 1910 bis 1931, also 21 Jahre lang. Länger war nur Thomas Schmidt Dirigent, nämlich von 1976 bis 2019, er wurde auch zum Ehrenchorleiter ernannt, verstarb aber im selben Jahr.

Aktuell leitet Samuel Sembach den Chor. Der Vollblutmusiker studierte Digital Music Production in Freiburg, macht eine kirchenmusikalische Ausbildung und hat die Chorleiterausbildung C2. Dank Sembach haben die 20 aktiven Sänger wieder ein hohes gesangliches Niveau erreicht, was sich in den vielen Engagements spiegelt.

Veranstaltungen Der MGV war schon immer ein großer Bestandteil des Schonacher Dorflebens. Aus den Ursprüngen eines Gartenfestes vor der alten Turnhalle entstand das Kuttlematte-Waldfest. Legendär war das Fest mitten im Wald bei Besuchern aus Nah und Fern. Anfangs wurde zwei Tage gefeiert, aufgrund von schlechtem Wetter und Umsatzeinbußen beschloss man, es auf drei Tage auszuweiten. 2004 war das Wetter an allen drei Tagen dermaßen schlecht, dass der MGV auf seinem Angebot sitzen blieb – und kurzerhand das Fest auf den Dienstag ausweitete – die Schonacher ließen den MGV dann auch nicht im Stich und strömten dienstags bei schönem Wetter zum Fest.

Wälderball und Après-Ski-Party

Nicht minder legendär war der 1967 ins Leben gerufene Konfettiball. In den Anfangsjahren war er in der alten Turnhalle, inklusive riesigen Mengen an Konfetti. Mit denen war nach dem Umzug in das neue Haus des Gastes allerding Schluss – dort durfte es keine Papierschnipsel regnen. In den 1990er-Jahren allerdings gingen die Besucherzahlen zurück, 1996 versuchte man dem mit einem neuen Motto und neuer Deko unter dem Namen „Wälderball“ entgegen zu wirken. Aber auch die Après-Ski-Party, die ab 2003 für einige Jahre im Kalender des MGV stand, oder Teilnahmen am Dorffest, zählen zur Vereinshistorie.

Weihnachtskonzerte, Kurkonzerte, Gastauftritte bei Vereinen, kirchliche Feiertage, Teilnahme an den Fasnachtsumzügen oder seit einigen Jahren die Feierabend-Hocks – der MGV gehört seit 125 Jahren zum Dorfleben dazu.

Weltkriege brachten eine Unterbrechung

Zäsur Wie für alle Vereine und Vereinigungen brachten die beiden Weltkriege auch für den MGV eine Unterbrechung der Vereinstätigkeit. Etliche Sänger waren nicht von den Kämpfen heimgekehrt, ein Neu-Anfang war mühsam. Während man nach dem Ersten Weltkrieg recht schnell wieder zu den Proben zurückkehren konnte, verboten die Besatzer nach dem zweiten Weltkrieg jegliche Vereinstätigkeit. Erst 1948 konnte es wieder zu zarten Anfängen kommen.

Frauen- und Kinderchor 1975 begann ein neuer, erfolgreicher Abschnitt in der Vereinsgeschichte: Trotz Widerständen beschloss man, einen Frauen- und Kinderchor zu gründen. Der Erfolg bestätigte die Entscheidung: 60 Kinder und 36 Frauen zählte man im ersten Jahr zu den Mitgliedern. Fortan traten die drei Chöre gemeinsam, aber auch einzeln auf, zum ersten Mal beim 75-jährigen Bestehen 1976. Unvergessliche Auftritte gab es viele, in Erinnerung blieben den Mitgliedern des Kinderchors sicherlich das Landesfamilienfest 1991, als der Nachwuchs mit dem Kinderlieder-Sänger Rolf Zuckowski auftrat. Oder der Auftritt zum 25-jährigen Bestehen der Chöre mit dem belgischen Jugendchor „Chorale du College Saint Joseph“. Der Frauenchor bestand bis 2014, der Kinderchor existiert noch, steht seit 2014 unter dem Schirm der Jugendmusikschule St. Georgen. Geprobt wird im Probelokal des MGV`s unter Leitung von Martina Schwarz.

Drohendes Aus 2013 ging der Verein in schwere Zeiten: Waldfest und Après-Ski-Party gehörten der Vergangenheit an, man suchte neue Wege, um den Verein finanziell aufrechtzuerhalten. 2014 stand der MGV finanziell vor dem Aus, die Anzahl der Sänger nahm mehr und mehr ab, ein großer Teil des Vorstandsteams stellte sich nicht mehr zur Wahl. Aber Bürgermeister Jörg Frey, Bernd Kaltenbach und einige aktive und passive Mitglieder stemmten sich gegen den Untergang, und im März stimmte eine knappe Mehrheit der Mitglieder gegen eine Auflösung. In den Folgejahren gelang die Wiederauferstehung in kleinen Schritten, die Anzahl der Sänger nahm wieder zu, die der Konzerte ebenso. Finanziell sorgt die Bewirtung beim Schonacher Feierabend-Hock für die nötige Ausstattung.

Die Feierlichkeiten

Programm
Am Samstag, 18. April, feiert der Männergesangverein Schonach sein 125-jähriges Bestehen im Haus des Gastes im Rahmen des Tags des Liedes. Ab 19.30 Uhr geht es los, die Besucher erwarten Auftritte verschiedener Chöre aus der Raumschaft mit Chormusik, traditionellen Liedern aber auch moderne Chorsätze mit und ohne Begleitung. Eröffnet wird der Abend vom Kinderchor. Nach den Vorführungen sorgt dann DJ Samuel für Musik zum Tanzen.