Das Jubiläumsfoto zum Festbankett mit Bürgermeister Ralf Pahlow (von links), Kurt Glökler (50 Jahre Mitgliedschaft), Thomas Schnekenburger, Reinhard Link (beide seit 40 Jahren aktiver Dienst), Kommandant Thorsten Büttner, Kreisbrandmeister Florina Vetter und Verbandsvorsitzender Andreas Schirm. Foto: Rainer Bombardi

150 Jahre Feuerwehr Tuningen – das wurde im Rahmen eines Festbanketts gebührend gefeiert. Seit 15 Jahrzehnten stehen die Feuerwehrleute Tag und Nacht für ihre Gemeinde bereit.

Im Schulhof spiegelte die gelöste Stimmung beim Apéro zwischen Festreden und Festbankett die gute Stimmung und das gemeinschaftliche Verhältnis zwischen den Geburtstagskindern der Feuerwehr Tuningen, den örtlichen Vereinen, Institutionen und der Gemeinde wider. In diesem Jahr wird die Wehr 150 Jahre alt und zählt damit zu den ältesten im Kreis.

 

In dem vom Musikverein Tuningen begleiteten Festbankett eröffnete Kommandant Thorsten Büttner den Reigen der Festreden. Er ging auf den Wandel der Technik ein, deren aktueller Stand stets ein treuer Begleiter der Feuerwehr sei. In den Mittelpunkt stellte er indes die Menschen, die sich während der vergangenen 15 Jahrzehnte unter Verzicht auf eigene Freizeit und oft auch auf ihre Gesundheit ehrenamtlich zum Wohle des Diensts am Nächsten bereit erklärten.

Er sprach die Herzlichkeit der Männer und Frauen an, die sich im sozialen Miteinander bereit erklären, andere Leben zu retten, Brände zu löschen oder technische Hilfeleistungen zu bieten.

Büttner verwies auf die Arbeiten seiner Vorgänger ohne deren Engagement die Jubiläumsfeuerwehr nicht den heutigen Stand hätte. Er lobte alle, die in den vergangenen 150 Jahren getreu dem Motto „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“ uneingeschränkt und in gleicher Weise betroffenen Menschen halfen.

Büttner streifte in seiner Rede, dass die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber den Rettungskräften eine neue Herausforderung darstellt.

Unglaubliche Entwicklung

Bürgermeister Ralf Pahlow erinnerte an die Anfänge der Feuerwehr, die 1870 als Pflichtfeuerwehr begann und in den vergangenen 25 Jahren eine schier unglaubliche Entwicklung nahm. Als Hauptgründe für eine stets unkomplizierte Optimierung von Ausrüstung, Fahrzeugpark und jüngst dem Feuerwehrgerätehaus nannte er die Einsatzbereitschaft der Wehr während der Notfälle auf der Autobahn 81.

Gute Nachwuchsarbeit

Pahlow skizzierte die Feuerwehr als Pflichtaufgabe einer jeden Gemeinde und bezeichnete sie als einen Ort, an dem Freundschaften entstehen. „Um im Ernstfall bestens gerüstet zu sein, erfolgt die Wertschätzung des Engagements über eine ausgezeichnete Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrangehörigen.“

Pahlow erinnerte an die hervorragende Nachwuchsarbeit, welche den Jugendlichen bereits in jungen Jahren die Gemeinschaft und den Umgang mit der Lebensrettung näherbringt. Kritik äußerte Pahlow an den von Jahr zu Jahr klammer werdenden Kassen der Gemeinden. „Ist die Pflichtaufgabe Feuerwehr in Zukunft noch leistbar, wenn uns die Landes- und Bundespolitik immer mehr Aufgaben aufbürden?“, blickte er kritisch in die Zukunft.

Kreisbrandmeister Florian Vetter wusste, dass sich nur in einer intakten Gemeinschaft wie in der Jubiläumswehr die Mischung aus Engagement, Leidenschaft, Frust und Ärger bewältigen lassen. Er erinnerte daran, dass im Prozess des Weiterentwickelns der vergangenen Jahrzehnte jedes einzelne Glied die Feuerwehr zu dem machte, was sie heute ist.

Einsatzbereitschaft rund um die Uhr

Kreisverbandsvorsitzender Andreas Schirm nahm die Gäste auf eine kurze Reise in die Historie mit, verwies auf 15 Kommandanten in 15 Jahrzehnten, von denen drei in der Festhalle präsent waren. Schirm erinnerte zudem an die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Pfarrer Helmut Piporke und Landtagsabgeordnete Martina Braun gratulierten der Wehr ebenso, wie Uwe Bioni im Namen der örtlichen Vereine. Mit zwei auf dem Flohmarkt gesichteten Schriftführerbüchern der Feuerwehr Tuningen, datiert mit den Jahrgängen 1913 bis 1929 und 1942 bis 1949, überraschte das einstige Mitglied und der heute in Villingendorf aktive Jan Rolli die Jubiläumswehr.

Ehrungen für Mitglieder

Kommandant Thorsten Büttner nutzte das Festbankett, um seine Vorgänger Reinhard Link und dessen Stellvertreter Thomas Schnekenburger für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Landes-Ehrenabzeichen in Gold zu ehren. Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielt zudem der ehemalige Vorsitzende und heutige Sprecher der Altersmannschaft Kurt Glökler eine Ehrung der Stadt Tuningen.