Beim Festakt blickt Historiker Jeff Klotz auf die Geschichte seit der ersten urkundlichen Erwähnung Calws im Jahr 1075 zurück. Auch die Partnerstädte gratulieren zum Jubiläum.
Unter dem Motto „Vergangenheit feiern, Zukunft gestalten“ eröffnete Oberbürgermeister Florian Kling den offiziellen Festakt anlässlich der 950-Jahr-Feier der Kreisstadt Calw. Zahlreiche geladene Gäste hatten sich in der voll besetzten Calwer Aula eingefunden, um den Ausführungen des Stadtoberhaupts, von Festredner Jeff Klotz, Landrat Helmut Riegger sowie den Vertretern der Partnerstädte – Mauro Dalla Barba (Latsch), Flavio Albizzati (Colina d’Oro) und Udo Gelder (Weida) – zu folgen.
Mit dem Song „Count On Me“ hatte Emily Ruddek von der Musikschule Calw, begleitet von Erika Shimoda am Klavier, die ersten Akzente gesetzt.
Viele Nationen harmonisch vereint
Florian Kling setzte vor seine Ansprache seine gesammelten Eindrücke vom parallel laufenden Stadtfest. „Es ist toll, dass so viele Menschen nach Calw gekommen sind und so viele Nationen sich harmonisch vereint gezeigt haben.“ Heimat bedeute gelebte Geschichte, „Heimat entsteht dort wo Erinnerung, Beziehungen und Zukunftspläne ineinandergreifen und das inzwischen von 38 Generationen“, rechnete Kling die 950 Jahre hoch.
Anhand der drei Figuren am Calwer Rathaus streifte der OB dann durch deren Bedeutung und die Vergangenheit. „Da ist viel Gutes, aber auch viel Trauriges Geschehen.“ Heute gelte es, auch mal den Mut zu haben, Dinge zu träumen.
Das Kloster als Machtfaktor
Festredner Jeff Klotz lud die Gäste auf eine historische Zeitreise ab dem elften Jahrhundert ein. „1075 ist das Jahr, um das es geht.“ Es markiert die erste urkundliche Erwähnung Calws. Klotz schrieb dem Hirsauer Formular große Bedeutung zu, hob die Grafen von Calw als wichtige Personen für die Entwicklung in Süddeutschland hervor und bezeichnete das Kloster Hirsau als einen Machtfaktor. Lange Zeit eingebunden in die weltliche und politische Macht dieser Zeit, sei Calw im 13. Jahrhundert in einen Dornröschenschlaf gefallen. „Das ging auch mit dem Aussterben der Grafen von Calw einher“ lautete seine Begründung.
Das Kloster in Hirsau, die Flößerei, von Handel bis Tuchfabrik und Hermann Hesse, die Stadt Calw hat in ihrem Zeitfenster vieles bewegt und hervorgebracht.
„Calw ist stark“
„Die Stadt lebt von der Veränderung“, ging Landrat Helmut Riegger auf die Gegenwart ein. Aktuell stünden natürlich die Hesse-Bahn und der Gesundheitscampus im Blickpunkt. „Calw ist stark, und Sie sind es, die diese Stadt tragen“, lobte der Landrat.
Mauro Dalla Barba, Bürgermeister der Partnerstadt Latsch (Südtirol), betonte die beeindruckende Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft. 1958 aus einem Urlaubsaufenthalt entstanden, habe sie zwei Kulturen zusammengebracht und ein lebendiges Band zwischen zwei Gemeinden geschmiedet. Jetzt gelte es, „für die Zukunft diesen Geist der Freundschaft offen zu halten“.
„Jede Begegnung trägt dazu bei, unsere Freundschaft zu vertiefen“ schloss sich Flavio Albizzati den Ausführungen seines Amtskollegen aus Latsch an. Der Präsident des Gemeinderats von Collina d’Oro (Schweiz) betonte unter anderem in seiner von Annalisa Leone ins Deutsche übersetzten Rede, dass in Calw Tradition und Innovation Hand in Hand gehen würde.
Bürgermeister Udo Geldner aus der Partnerkommune Weida (Thüringen) erzählte derweil: „Bei jedem Blick auf die CW-Autokennzeichen geht uns das Herz auf.“ Zudem wünschte Geldner, „dass uns Friede und Freiheit weiter gemeinsam begleiten“.
Den Abschluss bestritt die Stadtkapelle unter der Leitung von Thomas Daub mit der Württemberg-Hymne. „Machen sie mit, sodass man das Württemberg-Lied bis Karlsruhe hört“, forderte der Calwer OB dabei die Gäste auf.