Die Feuerwehr Dossenbach feiert ihr 155-jähriges Bestehen. Neben einem offiziellen Festakt am kommenden Wochenende ist für Juni ein zweitägiges Fest in Vorbereitung.
Der öffentliche Festakt mit Ehrungen und Würdigungen am Samstag, 18. April, beginnt um 19 Uhr im Bürgersaal. Dass die Dossenbacher Wehr kein rundes Jubiläum feiert, hat einen ganz profanen Hintergrund: die Corona-Pandemie. Diese hatte die Planungen für den „150er“ über den Haufen geworfen, weshalb nun – fünf Jahre später – nachgefeiert werden soll.
Zweitägiges Fest im Juni
Die große Feier für die Öffentlichkeit steigt dann am 13 und 14. Juni im Festschopf. Die „Brassanas“ und die „Dorfrocker“ werden dort für tolle Stimmung sorgen. Am Sonntag darauf laden dann die Kameraden der Dossenbacher Feuerwehr zu einem Tag der offenen Tür ein. Da wird es Vorführungen rund um den Brandschutz geben, unter anderem mit einem Löschtraining für Eltern und Familien. Für Kinder gibt es Spiel und Spaß. Dazu werden „Die fidelen Dorfmusikanten“ aufspielen.
1851 brannte Dossenbach
Natürlich lassen die Feuerwehrleute auch ein wenig in ihre eigene Geschichte blicken. Eigentlich war der 4. Juli 1921 der runde Jahrestag. An jenem Tag im Jahr 1871 gründeten 51 Einwohner von Dossenbach eine freiwillige Feuerwehr. Dieses sehr große Engagement verwundert nicht, denn der schreckliche Dorfbrand lag gerade mal 20 Jahre zurück. Fast das gesamte Dorf war 1851 vernichtet worden, auch die Kirche fiel den Flammen zum Opfer.
Wenige Wochen nach der Gründung wählten die Feuerwehrleute ihre Führung. Reinhard Schär wurde zum ersten Hauptmann der Dossenbacher Feuerwehr ernannt. Aus den schlimmen Erfahrungen lernend wurden auch alle anderen männlichen Einwohner zwischen 18 und 50 Jahren zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Feuerreiter und Feuerläufer mussten den Kontakt zu den Nachbardörfern herstellen, um im Notfall von dort Hilfe zu holen. Wasserschöpfer und -träger wurden vorbereitet, damit bei einem Brand nicht erst noch organisiert werden musste. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Feuersicherheit erfolgte 1908 mit der Verlegung von Wasserleitungen und dem Anschluss an die Dinkelberger Wasserversorgung.
Altes Gerät wird gepflegt
Der erste Schlauchwagen ermöglichte schon eine beachtliche Mobilität. Eine Motorspritze gelangte erstmals 1943 zur Feuerwehr, bis 1960 war sie im Einsatz. Dann kam ein Anhänger mit Tragkraftspritze in den Ort. Beide alte Spritzen werden, obwohl nicht mehr eingesetzt, bis heute sorgsam bewahrt. 1973 folgte das erste Feuerwehrfahrzeug mit Tragkraftspritze, ein sehr großer Fortschritt.
Derzeit ist die Dossenbacher Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug ausgestattet, das allerdings auch schon aus dem Baujahr 1995 stammt. Ein neues wurde vom Gemeinderat bestellt, ab dem zweiten Halbjahr 2027 kann damit gerechnet werden. Dazu steht noch ein Anhänger mit Pumpe bereit.
Stark engagiert
Derzeit gehören 27 Kameraden der Einsatzabteilung an. In der Bilanz der Feuerwehr Schwörstadt, zu der die Dossenbacher Abteilung gehört, wurden wieder erhebliche Leistungen für das vergangene Jahr Bilanziert. Neun Einsätze bewältigten die Kameraden, dabei arbeiteten sie sechsmal mit der Abteilung Schwörstadt zusammen. Neben den eigentlichen Aufgaben zur Hilfe in Notsituationen beteiligt die Wehr sich auch am Gemeinschaftsleben im Dorf. Andere Vereine unterstützte sie bei Veranstaltungen. Das traditionelle Maibaumstellen ist stets ein eigenes kleines Fest, und auch bei der Ausgestaltung der Kinderferienaktion sind die Kameraden stets dabei. Etliche Mitglieder gehören auch noch anderen Vereinen an, wie etwa dem Musik-, Gesang- oder Turnverein, und sind dort ebenfalls aktiv.