Ihr 75-jähriges Bestehen hat die DRK-Bereitschaft Pfeffingen mit einem Festakt gefeiert. Zudem wurde Lore Wissmann-Binder zum Ehrenmitglied ernannt.
Neutralität, Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – diese sieben Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) lebt die DRK-Bereitschaft Pfeffingen seit 75 Jahren. Voller Stolz und Zufriedenheit hat dieser seinen 75. Geburtstag vergangenes Wochenende gefeiert.
Beim Festakt, welchen die Musikkapelle Pfeffingen umrahmte, erfuhr die Bereitschaft viel Lob und Anerkennung. Die Ortsvereinsvorsitzende Dagmar Spengler-Maute sprach an „einem besonderen Abend“ von 75 Jahren Abenteuer mit Höhen wie auch Tiefen, von Solidarität, Mut und Vertrauen in der Bereitschaft und im Ortsverein.
Acht Pfeffinger Mannen legten 1933 den Grundstein
In jedem Einsatz sei die menschliche Verbundenheit zu spüren, zeige, dass Menschen hinter ihrer Arbeit stünden, „es sind die Pfeffinger Rotkreuzler, die den Geist des Helfens leben“, so Dagmar Spengler-Maute.
Krischan Spengler stellte die Geschichte des Ortsvereins vor, die am 4. November 1933 begann, als acht Männer eine Hilfsstelle des Roten Kreuzes gründeten. Die heutige DRK-Bereitschaft wird als DRK-Gruppe am 21. Januar 1950 im Gasthaus „Rössle“ gegründet.
Beim schweren Erdbeben 1978 sind die DRKler eine Woche im Großeinsatz
Mit dabei war auch Jakob Wissmann, der bis zu seinem Tod 1999 Ehrenvorsitzender war. Kurt Bosch übernahm die Ausbildung. Schulleiter Heinz Bader gründete 1956 die erste Jugendrotkreuzgruppe im Kreis Balingen.
Die Bereitschaft ist beim schweren Erdbeben 1978 eine Woche im Großeinsatz. 1976 wurde ein Raum in der Alten Schule zur zentralen Begegnungs- und Versammlungsstätte.
Helfer vor Ort seit 1998 im Einsatz
Eine wichtige Entscheidung wird 1998 getroffen, die Bereitschaft gründet eine Ersthelfergruppe. Diese, vorgestellt von Bereitschaftsleiter André Maute, hat sich seit nunmehr 27 Jahren für die Orte Pfeffingen, Burgfelden, Margrethausen, Streichen und Zillhausen mehr als bewährt.
2024 gab es für die Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO) 244 Alarmierungen. Der Bereitschaft gehören im Jubiläumsjahr 29 Aktive und 16 Freie Mitarbeiter an.
Kreisbereitschaftsleiter Markus Maute überbrachte die Grüße des Kreisverbandes, zusammen mit Sven Neher und Heike Rau übergab die große Glasskulptur für 75 Jahre.
Ortsvorsteher Roland Merz sprach auch für seine Kollegen der umliegenden Gemeinden, meinte: „Das Gen beim Aufbruch 1950 wurde mit unermüdlicher Arbeit an alle Generationen weitergegeben“.
OB Tralmer: DRK Bereitschaft und Ortsverein sind eine wichtige Stütze im Ort
In der Bereitschaft hätten sich die Menschen immer für die Werte des Deutschen Roten Kreuzes eingesetzt. Der Ortsverein sei in der Pfeffinger Vereinslandschaft nicht mehr wegzudenken.
Er verlas ein Schreiben von Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut, händigte eine Urkunde vom Blutspendedienst Baden-Württemberg/ Hessen für 116 Aktionen seit 1959 mit 12 745 Blutkonserven in Pfeffingen aus.
Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer führte aus, die Stadt funktioniere nur mit funktionierenden Ortsteilen, in welchen das Miteinander gelebt werde, „weil es funktionierende Vereine gibt wie hier das DRK“.
Bereitschaft und Ortsverein seien eine wichtige Stütze in der Gemeinde. Er zolle Respekt für unzählige Stunden weit über das Notwendige hinaus, überreichte Dagmar Spengler-Maute den Jubiläumsscheck.
Die Grüße der Pfeffinger Vereine und der Kirchengemeinde überbrachte Marion Diebold. Der Ort könne sich glücklich schätzen, solch eine engagierte Bereitschaft zu haben. Zusammen mit Steffen Bendrin gab es ein Spende der „Kealänder“ und für das HvO-Fahrzeug eine benötigte Absaugpumpe.
Die Bereitschaft war Lore Wissmann-Binders zweites Leben
Markus Deufel dankte im Namen von Margrethausen und der Erwachsenen- Sternsinger für gelebte Solidarität und Nächstenliebe.
Abschließender Höhepunkt war die Ernennung von Lore Wissmann-Binder zum Ehrenmitglied der Bereitschaft. Am 1. März 1955 trat sie dort ein, übernahm einst noch Sonntagsdienste im Ebinger Krankenhaus, war im Notfall-Nachsorgedienst tätig.
Die Bereitschaft war ihr zweites Leben, was die Anwesenden mit Applaus und stehenden Ovationen bedachten.