„Eigen-Sinn“ feiert das 25-jährige Bestehen am kommenden Samstag mit offenen Türen und vielen Gästen.
Die Kinderwerkstatt Eigen-Sinn in Freudenstadt feiert am Samstag, 15. Juni, von 11 bis 16 Uhr in der alten Schmiede in der Badstraße ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Familienfest.
Eigentlich sind es ja vier Jubiläen: 30 Jahre Kinderheim Villa-Sonnenheim, 25 Jahre Kinderwerkstatt, 20 Jahre Stiftung Eigen-Sinn und 15 Jahre Akademie Eigen-Sinn, zählt Geschäftsführerin Dina Bühler zusammen.
„Fast ein Jahr nach dem Tod von Hans-Martin Haist, Gründer, Motor und Integrationsfigur des gemeinnützigen Unternehmens, feiern wir trotzdem. Dankbar und geradezu demütig vor der Lebensleistung meines Vaters, für alles das, was er aufgebaut und gelebt hat“, sagt Bühler.
Große Wertschätzung
Sie führt seit zwei Jahren den „Eigen-Sinn“ engagiert im Sinn ihres Vaters weiter, sich der Wertschätzung von tausenden Menschen bewusst, die als Kinder oder Eltern, als Mitarbeiter, Freunde, Unterstützer und Spender ihr Vertrauen in den „Eigen-Sinn“ und dessen Arbeit setzen. Dabei vertraut sie selbst einem „richtig, richtig, richtig tollen Team, das seine anstrengende Arbeit als Berufung versteht“.
Einrichtungen wie der „Eigen-Sinn“ werden in diesen Krisenjahren immer stärker gebraucht. „Wir wachsen mit dem Bedarf, nicht weil wir immer größer werden wollen“, sagt Bühler. Die Werkstatt mit den derzeit rund 185 Kindern und etwa 25 Mitarbeitern ruft neue Gruppen ins Leben, belegt neue Räume, nutzt jetzt auch einen großen Garten. „Und es gibt immer wieder neue Projektideen.“ Auslöser zur Gründung des „Eigen-Sinn“ waren 1999 Kinder und Jugendliche, die haltlos, oft unter Drogen und Alkohol, auf der Straße lebten.
Von den Anfängen
Hans-Martin Haist bot ihnen Halt an, einen „sicheren Ort“, den er in der ehemaligen Volppschen Schmiede in der Badstraße fand. Bald erkannte er, dass es mit dem „Bewahren“ der Kinder nicht getan ist. „Er wollte sie pädagogisch begleiten, ihnen die Möglichkeit bieten, ihrem Leben einen eigenen Sinn zu geben, egal aus welchen Familien, aus welchen Ländern sie kommen“, sagt Dina Bühler. Haist suchte und fand Mitstreiter, Partner und Unterstützung bei Eltern, Lehrern, Schulen, Ämtern und Institutionen.
Die qualitätsbewusste sinnstiftende Arbeit mit Kindern, das Bemühen, ihnen Selbstwirksamkeit zu vermitteln, sie fürs Leben stark zu machen, ist auch nach 25 Jahren Leitschnur im „Eigen-Sinn“. Bühler: „Die Werkstatt ist zur Lebensschule geworden.“ Hans-Martin Haist konnte nicht wegschauen, wenn Kinder Hilfe oder Förderung brauchten. Und er reagierte schnell. Viele Projekte sind dadurch entstanden: die Akademie, die Stiftung, die Nachtwanderer, die spontane Hilfe für jugendliche Flüchtlinge, der Waldkindergarten und manch anderes mehr. Haist setzte sich nachhaltig, zäh und manchmal auch streitbar ein für Kinder und deren Eigensinn.
Spiel und Spaß zum Fest
An all das soll beim Jubiläumsfest am Samstag erinnert werden: „Wir feiern den ‚Eigen-Sinn‘“ lautet das Motto, und das verheißt offene Türen in der Werkstatt bei Spiel und Spaß, Musik und Begegnung, Kinderschminken, Essen und Trinken und einer Tombola mit vielen gestifteten Preisen.