Kinder lernten beim Rangendinger Mostfest, wie man im großen Stil Obst zu Saft verarbeitet. Foto: Renee Wolff/Wolff

Gute Laune herrschte beim Mostfest in Rangendingen, auch wenn die Obsternte in diesem Jahr eher bescheiden ausfiel.

Most und Schälripple servierte der Verein Obstbau, Garten und Landschaft Rangendingen am Samstag beim traditionellen Mostfest in der Mensa und dem Schulhof. Intensiv und lecker roch es nach frisch gepresstem Apfelsaft, und viele Kinder erfuhren beim Schaumosten hautnah, wie aus saftigen Äpfeln Saft wird. „I wusst gar nicht, dass mer so den Saft macht”, bemerkte ein Junge, während er die Äpfel in der Schneidmühle beobachtete. Trotz der kühlen Temperaturen wuschen, schnitten und pressten die Kinder fleißig und probierten dann auch gleich ihren eigenen Saft.

Gemütlich zusammensitzen und sich bei gutem Essen unterhalten – dafür bot das Mostfest in Rangendingen eine schöne Gelegenheit. Foto: Wolff

Doch nicht nur die jüngsten Gäste hatten Freude am heimischen Obst. In der Mensa genossen die Besucher die verschiedenen Mostsorten und Kuchenvariationen. Für den deftigen Genuss wurde mit Schälripple, Sauerkraut und hausgemachten Beeten gesorgt. Dazu spielten „S’wägele - fahrende Musikanten“. Die rund 120 Plätze in der Mensa waren komplett belegt. Da das Wetter draußen unbeständig war, wurden zusätzliche Tische im Innenraum aufgestellt.

Weil die Apfelernte nicht gut ausfiel, waren die Saftboxen waren schnell vergriffen

Manfred Beiter, Vorsitzender des Vereins, zeigte sich erfreut: „Wir sind froh das so viele gekommen sind, denn wir hatten Bedenken, ob bei dem Wetter überhaupt Leute kommen.“ Vom Ernteertrag her gab es wenig zu feiern. „Vor allem bei den Äpfeln hatten wir nur etwa zehn Prozent“, erklärte Beiter. Das führte dazu, dass der Verein lediglich 700 Liter Apfelsaft produzieren konnte, während normalerweise über 1000 Liter hergestellt werden. So waren die Saftboxen beim Mostfest schnell vergriffen.

Rangendinger Verein will weitere Streuobstwiesen anlegen

Die Äpfel und Birnen stammen größtenteils von der vereinseigenen Streuobstwiese „Grum Brückle“, sowie von Bäumen der Gemeinde. Bei einer öffentlichen Ernteaktion vergangene Woche halfen rund 30 Personen beim Einsammeln des Obstes. Um für die kommenden Jahre wieder mehr Obst ernten zu können, möchte der Verein weitere Streuobstwiesen anlegen. Dazu ist im November eine gemeinsame Pflanzaktion mit Hochzeitspaaren geplant. Eine Hochzeitswiese soll entstehen, auf der für jedes Paar ein Obstbaum gepflanzt wird.