Das zehnte Bochinger Biergartenfest läuft – und ist nicht nur eine Feier zünftiger Blasmusik, sondern erzählt auch ganz viel aus dem Ort.
„Ein so wunderbares Fest muss am Leben gehalten werden, und ich hoffe sehr, dass es gelingt, den Staffelstab weiterzugeben“ – so Matthias Winter bei seinem ersten Biergartenfest, das er als Bürgermeister der Stadt Oberndorf eröffnete.
Er zeigte sich tief beeindruckt von dem, was sich ihm auf dem Schafstallgelände bot.
Atmosphäre besticht
Menschen dicht an dicht in bester Stimmung, die Musik der Trichtinger Bauernkapelle genießend, bedient von zahlreichen Mädels des Turnvereins in ihren schmucken Dirndln, um die Stehtische an der Jubiläumsbar oder um den Bierbrunnen versammelt, ein zünftiges Fassbier oder auch einen süffigen Cocktail in der Hand.
Schon beim Betreten des Geländes nehme die Atmosphäre gefangen, meinte Winter, dem es als Schirmherr der zehntägigen Veranstaltung vorbehalten war, das Fass anzuzapfen.
„Mit den Menschen für die Menschen“
Zuvor jedoch gehörte die Bühne ein zehntes und letztes Mal Ortsvorsteher Martin Karsten, der mit Genugtuung feststellen durfte, dass sein Grundsatz „Mit den Menschen für die Menschen“ im Bochinger Biergarten auf ganz besondere Weise Verankerung gefunden hat. Er umriss kurz, welch unwahrscheinlich hohes Engagement hinter dem „großen Ganzen“ steckt, danke allen, die ihre Fähigkeiten in der Vorbereitung und Durchführung gezielt einbringen, die in den Schichtdiensten präsent sind, die hinter den Kulissen agieren und gemeinsam das Räderwerk „Biergarten“ so erfolgreich in Gang setzen.
Die ganze Ortschaft steht hinter dem Fest
Die Spuren im Hintergrund machte er an der Blumenfee Kerstin Ohnmacht fest, an den Sponsoren, die die 15 Musikkapellen finanzieren, und an Peter Gaberle, der als Eigentümer stark involviert und belastet sei. Immer wieder begleitete Applaus die Dankesworte. An die gut gelaunte, feiernde Menschenmenge gewandt, meinte Matthias Winter, dass die Stadt gut Veranstalter sein könne, wenn eine ganze Ortschaft in einer solch beispielhaften Weise hinter dem Fest stehe, das weit über Bochingen hinaus seine Wirkung entfalte.
Vereine profitieren
Angetan zeigte er sich vom Konzept: Die beteiligten Vereine profitieren sehr stark vom Erlös – und als Stadtoberhaupt freue es ihn natürlich sehr, dass ein Anteil in die Finanzierung von Projekten außerhalb des städtischen Haushalts fließe.
„Ohne sie und ohne ihr Engagement ist dieses Biergartenfest nicht denkbar“ – diese Worte richtete er mit großem Dank an Martin Karsten, der drei Jahrzehnte sein Amt in vorbildlicher Weise ausgeübt, den Stadtteil geprägt, vieles bewegt und sichtbare Spuren hinterlassen habe. Mit dem Bochinger Biergarten habe er eine örtliche Veranstaltung zu einem überregionalen Event gemacht, habe etwas auf die Beine gestellt, das eine Strahlkraft besitze – weit über Oberndorf hinaus.
Polka eigens für das Biergartenfest komponiert
Mit ganz liebevoll kreierten Jubiläums-Lebkuchenherzen überraschte Lothar Machmüller seine Mitstreiter im Festausschuss – eine besonders schöne, geradezu passende Idee des Konditormeisters, hat das Lebkuchenherz doch seinen Ursprung im Münchener Oktoberfest.
Publikum fordert eine Zugabe
Dann ging es so richtig in die musikalischen Vollen, denn die Trichtinger Bauernkapelle legte die „Biergarten-Polka“ auf, ein Unikat, komponiert und getextet von Martin Imhof für den Bochinger Biergarten. Martin Karsten griff zum Mikrofon, sang den Refrain und begeisterte das Publikum, das natürlich eine Zugabe herausklatschte.
Als die Abenddämmerung sich langsam über die laue Sommernacht neigte, die Lichterketten bunte Tupfen in den Himmel malten, entfaltete sich der ganze Charme des Festplatzes.