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Fessenheim AKW: Was passiert nach der Schließung?

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Seit 1977 liefert das AKW Fessenheim Strom. Wenn es abgeschaltet wird, werden in der Region nur noch 66 Prozent des Eigenbedarfs an Strom produziert. Foto: Seeger

Fessenheim - Das älteste Atomkraftwerk Frankreichs soll abgeschaltet werden. Wann, das steht in den Sternen. Dennoch haben sich Betreiber und Statistiker schon mal damit beschäftigt, was passiert, wenn die zwei Fessenheimer Reaktoren vom Netz gehen.

Zwar hatte Präsident François Hollande im Wahlkampf 2011 noch von der "sofortigen" Schließung Fessenheims gesprochen, er selbst geht aber mittlerweile vom Jahr 2016 aus. Anfang Juli legte das Nationale Institut für Statistik (Insee) eine Analyse zu wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen im Elsass vor, sollte Fessenheim abgeschaltet werden. Mitte Juli folgte die Analyse des Netzverwalters (Rte) der "Electricité de France" (EdF), der dieses sowie weitere 18 AKWs Frankreich betreibt. Ihre Fragestellung: "Woher kommt die Energie im Elsass ohne Fessenheim?"

In der 2300-Seelen-Gemeinde würde man die Abschaltung logischerweise besonders deutlich spüren. Obwohl 75 Prozent der Einwohner nicht in Fessenheim arbeiten, sind es 35 Prozent der Menschen, die mit dem AKW verbunden sind, rechnet Insee vor. Aber die Schließung zöge Kreise im Umland. Und es bleibt nicht bei den 850 Festmitarbeitern des AKWs. Es gibt auch noch die 510 Angestellten der Subunternehmen und Insee rechnet 550 Arbeitsplätze dazu, die sich aus dem Verbrauch der vom AKW lebenden Haushalte ergeben. "Alles in allem hängen in der Region des Südelsass etwa 5000 Einkommen vom AKW ab", so die Statistiker in ihrem Fazit.

Insee hebt hervor, dass 16 Subunternehmer mehr als 10 Prozent ihrer Aufträge vom AKW haben. "Ohne Fessenheim wackelt unweigerlich ihre Kalkulation. Es stehen 370 Vollzeitarbeitsplätze auf der Kippe." Die Experten gehen von 15 Gemeinden und ihren 22 800 Einwohnern als den vom AKW-Aus Betroffenen aus. Im Umland gibt es keine Firmen, die das auffangen könnten. Aktuell hat das Südelsass 10,2 Prozent Arbeitslose. Der Rückbau des AKWs, für den etwa zehn Jahre veranschlagt werden müssten, würde nur etwa 15 Prozent der jetzigen Arbeitsplätze schaffen. Insee konstatiert, dass die Region "ihre spezifische Industrie verliert und so in einer wenig komfortablen Lage sein wird. Man wird sich daran orientieren müssen, in der Stadt zu arbeiten und hier nur noch zu wohnen."

Ganz anders hört es sich vom Netzbetreiber "Rte" der "EdF" an. "Das Elsass muss nach dem Aus in Fessenheim zwar Strom importieren, aber weder bei der Qualität noch zur Netzsicherheit wird es Abstriche geben." Das AKW trägt zwar nur 1,5 Prozent zum nationalen Strombedarf bei, es liefert aber 130 Prozent des elsässischen Bedarfs. Wenn das AKW vom Netz gegangen ist, wird im Elsass nur noch 66 Prozent seines Eigenbedarfs produziert.

Zum einen sei das Elsass über drei Strecken zu je 400 000 Volt mit dem großen Stromerzeuger Lothringen verbunden. Zum anderen sei der Landstrich an Stromerzeuger aus Deutschland und der Schweiz angehängt, rechnen die AKW-Betreiber vor. Mit 50 Millionen Euro Investitionen in Leitungen und Umspannstationen gäbe es keinerlei Unsicherheit im Stromtransfer. Man bereite sich so vor, als werde Fessenheim zum Jahresende 2016 abgeschaltet, sagte Patrick Bortoli, Direktor von Rte Ostfrankreichg. Umweltministerin Ségolène Royal wollte sich auf keinen Tag festlegen, an dem Fessenheim vom Netz geht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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