Fernunterricht läuft nicht überall gut – mit der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule sind jedoch offenbar viele Eltern zufrieden. (Symbolfoto) Foto: Rido – stock.adobe.com

Eltern von Schülern der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule loben Fernunterricht in ausführlichem Schreiben.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung vielerorts deutlich beschleunigt – nicht zuletzt im Bereich der Schulen. Doch während viele Betroffene viel zu kritisieren haben, stellen sich etliche Eltern von Schülern der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule Calw hinter ihre Bildungseinrichtung – und wollen damit zeigen, "dass es auch anders funktionieren kann".

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Calw - "Digitalisierung der Schulen nur sehr schleppend", "Kapazitätsprobleme bei Jitsi", "überlastete Server bei der Lernplattform Zoom" – all dies konnte man vor einigen Wochen den Medien entnehmen, als der Fernunterricht nach den Ferien wieder anlief.

"Tolles Engagement"

Und doch gibt es auch Schulen, "an denen der Fernunterricht positiv verläuft und die Digitalisierung hervorragend umgesetzt wird", heißt es in einem ausführlichen Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt – verfasst von drei Elternbeirats-Mitgliedern der Heinrich-Immanuel-Perrot(HIP)-Realschule Calw. Die drei Autoren stehen stellvertretend für rund 80 Eltern, mit denen sie sich im Vorfeld darüber ausgetauscht hätten. Und deren Meinung einhellig ist: Die Calwer Realschule sei ein Beispiel dafür, "dass der Fernunterricht auch sehr gut funktionieren kann".

Von "tollem Engagement" seitens der Schulleitung und des gesamten Kollegiums während der Lockdown- und der damit verbundenen Fernunterrichtszeit ist die Rede.

Bereits im vergangenen Frühjahr habe sich das Team der HIP-Realschule Gedanken über die digitale Ausstattung sowie die verschiedenen Lernplattformen gemacht. Ein Großteil der Klassenräume sei mit Whiteboard ausgestattet, die Lehrkräfte im Besitz von iPads und im Umgang mit den Geräten geschult, bereits im Frühjahr 2020 sei die Informationsplattform Edupage an der Schule gestartet. Letztere bildet den digitalen Stundenplan, Vertretungsplan sowie das digitale Klassenbuch ab; Eltern und Schüler bekommen hierüber Nachrichten zugesandt. In den Sommerferien seien Vorbereitungen für die Kommunikationssoftware MS Teams getroffen, das Kollegium dafür geschult und Pläne für einen eventuellen zweiten Lockdown geschmiedet worden – beispielsweise in Form von Konzepten, die das Lernen und Lehren auch unter Corona-Bedingungen ermöglichen und Wechselmodelle, die Unterricht in einer digitalen Lernumgebung von zu Hause aus vorsehen.

Dieses Engagement und die investierte Zeit hätten sich gelohnt, unterstreichen die Eltern: "So konnte nach den Herbstferien bereits damit begonnen werden, die Schüler während der Präsenzunterrichtszeit mit vereinzelten Schulaufgaben oder auch Hausaufgaben mit MS Teams vertraut zu machen. Dass dies wunderbar funktionierte, zeigt der problemlose Start zu Beginn des Fernunterrichts kurz vor Weihnachten. Es gab keinerlei Startschwierigkeiten."

Im Herbst angeschaffte iPads-Leihgeräte seien bei Bedarf Schülern zur Verfügung gestellt worden, damit alle am Fernunterricht teilnehmen können. Da an der Realschule eine schnelle und stabile Internetverbindung bestehe, sei es zudem Schülern, die in Gemeinden mit schlechter Verbindung wohnen, ermöglicht worden, die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen und vor Ort mit einem eigenen oder einem Leihgerät dem Onlineunterricht beizuwohnen.

Riesiges Engagement, viele wunderbare Ideen

Der Fernunterricht orientiere sich großteils am regulären Stundenplan. Und dem Schul-Team liege auch "viel am persönlichen Kontakt und daran, die Schülerinnen und Schüler zu sehen" – was wiederum helfe, den Unterricht an die Möglichkeiten jedes Einzelnen zu Hause anzupassen. "Wir sind sehr froh, dass wir die HIP-Realschule Calw für unsere Kinder ausgewählt haben. Das komplette Kollegium, samt dem Schulleitungsteam, zeigt ein riesiges Engagement, es gibt viele wunderbare Ideen, um aus der schwierigen Zeit das Beste zu machen", heißt es in dem Schreiben weiter. Lehrern gelinge es, mit Kreativität "Begeisterung für den Fernunterricht" zu wecken. "Sie lassen die Schülerinnen und Schüler nicht alleine in dieser Zeit." Experimente oder Beobachtungen würden, beispielsweise in Nebenfächern wie Biologie, die Theorie ergänzen, um Abwechslung zu bieten.

"Uns ist es ein Anliegen zu berichten, dass Fernunterricht auch sehr gut funktionieren kann", heben die Eltern hervor – auch, wenn der Präsenzunterricht dadurch nicht komplett ersetzt werden könne. "Auch wir hoffen auf eine baldige Öffnung, sofern es die Pandemielage wieder zulässt. Dennoch ist es mit Sicherheit nicht nur der HIP-Realschule Calw, sondern auch anderen Schulen gelungen, den digitalen Unterricht während der zweiten Schulschließungszeit gut umzusetzen." Mit viel Herzblut, Engagement und Begeisterung werde täglich hervorragende Arbeit geleistet.

"Ein herzliches Dankeschön an die Schulleitung, das Schulleitungsteam, das Sekretariat sowie an das gesamte Lehrerkollegium für die investierte Zeit und ihren Einsatz", sprechen die Autoren abschließend noch aus. Denn: "Die beste Medizin gegen das allgemeine ›Trübsalblasen‹ ist, wenn Dinge so gut funktionieren!"

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: