Ein TV-Team war in Oberndorf zu Gast. Foto: Screenshot ARD Mediathek/SWR Aktuell

Unter dem Stichwort „Krankenhäuser in Not“ hat ein Fernsehteam dem Oberndorfer SRH Krankenhaus einen Besuch abgestattet.

Dass eine Kleinstadt wie Oberndorf eine eigene Klinik mit 120 Betten hat, ist keine Selbstverständlichkeit, wird gleich zu Beginn des Beitrags deutlich. Und auch, dass es für ein langfristiges Weiterbestehen mehr Geld und klare Ansagen aus der Hauptstadt braucht.

 

Krankenhaus-Geschäftsführerin Blerta Muqaku beklagt im Beitrag von SWR Aktuell, der am 25. März ausgestrahlt wurde, die große Planungsunsicherheit. Man wisse nicht, was die Regierung vorhabe, sagt sie.

Reform sorgt für Verunsicherung

Das wurde auch schon in einem Gespräch mit unserer Redaktion im vergangenen Oktober deutlich.

Geschäftsführerin Blerta Muqaku kommt zu Wort. Foto: Screenshot ARD Mediathek/SWR Aktuell

Die geplante Krankenhausreform sorge für Verunsicherung und Sorge vor Klinikschließungen, berichtete Muqaku uns da. Und meinte: „Die Krankenhäuser hängen in der Luft.“ Auch wenn die Träger – der Konzern SRH mit 75 Prozent der Anteile und die Stadt Oberndorf mit 25 Prozent – hinter dem Haus stünden.

Finanzielles Defizit ist ein Problem

Im TV-Beitrag wird beleuchtet, dass die Inflation seit 2022 große Löcher in die Finanzen der rund 190 Kliniken im Land gerissen habe.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat die künftige Bundesregierung deshalb zum kurzfristigen Handeln aufgefordert. Es geht darum, die stark gestiegenen Kosten auszugleichen, um die Zukunft der Kliniken zu sichern. Andernfalls drohten Insolvenzen.

Laut einer Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft wird 2025 erstmals ein Defizit von einer Milliarde Euro bei den Kliniken erwartet. Mindestens 73 Prozent aller Krankenhäuser machten finanzielle Verluste, heißt es.

Aktuell leicht defizitär

Der Dachverband der Kliniken fordert deshalb, dass Mittel aus dem vom Bundestag beschlossenen Sondervermögen für Infrastruktur auch bei den Krankenhäusern ankommen. Und damit auch in Oberndorf, einem „kleinen Haus der Grund- und Regelversorgung“, wie Blerta Muqaku im Fernsehbeitrag erzählt.

Das Haus in Oberndorf sei aktuell leicht defizitär, allerdings entwickelten sich die Zahlen – gegen den bundesweiten Trend – gut, erklärt Muqaku auf Anfrage unserer Redaktion nach der Ausstrahlung.

In absehbarer Zeit wieder schwarze Zahlen

Und wie sieht es im Vergleich zu den anderen Kliniken des SRH-Konzerns aus? „Ich denke, spannend ist ein ganz grundsätzlicher Vergleich mit der Krankenhauslandschaft in Deutschland, und da erwirtschaften zurzeit drei von vier Kliniken ein Defizit. Mehr noch: Die Zahl derer, die in die Insolvenz gehen müssen, steigt praktisch täglich“, schildert uns Blerta Muqaku die aktuelle Situation.

„Unser Haus in Oberndorf bewegt sich aktuell zwar auch noch in roten Zahlen, aber wir entwickeln uns gut und vielversprechend. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit wieder schwarze Zahlen schreiben werden“, teilt sie außerdem mit.

Als Teil des SRH-Konzerns habe man die notwendige Unterstützung und den notwendigen langen Atem, um wichtige Strukturverbesserungen auch durchsetzen zu können. „Dafür bin ich dankbar, und davon profitieren unsere Patienten und unsere Belegschaft gleichermaßen.“

„Auch uns wird es zukünftig brauchen“

Bedrohlich sei die finanzielle Lage des Oberndorfer Krankenhauses nicht, stellt die Geschäftsführerin klar. „Wir haben noch Arbeit vor uns, aber unsere finanzielle Lage entwickelt sich positiv. Das SRH Krankenhaus Oberndorf wird bestehen bleiben. Wir werden den Menschen in Oberndorf und Umgebung auch in Zukunft eine bestmögliche stationäre medizinische Versorgung zur Verfügung stellen“, sagt sie unserer Redaktion ganz deutlich.

Mit der gleichen Zuversicht schließt sie auch den TV-Beitrag des SWR ab: „Auch uns wird es brauchen zukünftig, denn die Menschen werden ja nicht alle nur in hochspezialisierte Kliniken gehen wollen. Sie brauchen die ländlichen Kliniken, an die sie sich wenden können“.

Der SWR-Aktuell-Beitrag ist bis 25. März 2027 in der ARD-Mediathek abrufbar.