Beim Umbau eines alten Verbrenners auf neuen elektrischen Antrieb gibt es für Dieter Franz (rechts) und sein Team viel zu beachten (Screenshot). Foto: ZDF-Mittagsmagazin / Screenshot: Ganter

Wie Innovation in der Automobilindustrie aussieht, hat das ZDF bei Dieter Franz aus Renfrizhausen und seiner Firma „E-Car-Tech“ in Erfahrung gebracht.

Wie sein Weg vom kleinen Modellflieger über große Linienflugzeuge zum „Elektrifizierer“ alter Verbrenner-Autos war, erklärt Dieter Franz und seinem Team von „E-Car-Tech“ dem ZDF in Renfrizhausen. In der Ausgabe des Mittagsmagazins vom 14. Januar konnten Zuschauer aus dem ganzen Bundesgebiet dem Tüftler und seinem Team über die Schulter schauen.

 

Und das wortwörtlich ab der ersten Kameraeinstellung. Denn da sieht man den Kfz-Mechanikern direkt über die Schulter, wie sie eine gut 100 Kilogramm schwere Batterie in den Motorraum eines ehemaligen Verbrenner-Autos herablassen, um den Wagen dadurch mit einem elektrischen Antrieb zu versehen.

Viele Herausforderungen

„Wenn wir ein Auto, das eigentlich dem Schrottplatz geweiht ist, auf E-Antrieb umrüsten, kann das noch einmal zehn bis 15 Jahre fahren“, hält E-Auto-Experte Franz fest. So könne man den Fahrzeugen noch einmal ein neues Leben einhauchen und sowohl Ressourcen als auch die Umwelt schonen.

Doch dabei stehen er und sein zwölfköpfiges Team mitunter vor handfesten Herausforderungen – vor allem in Sachen Platz. Zwar wird die Verbrenner-Technik, wie Motor, Tank und Auspuff, ausgebaut, es bleibt aber die Frage: „Wo bekommen wir die ganzen Komponenten, die wir brauchen, denn unter?“

E-Autos auf die Straße

Dass Franz solche Probleme mit echter Begeisterung angeht, bestätigt in der nächsten Szene seine Frau. Die Familie sitzt samt Sohn am heimischen Esstisch. „Wenn es ein Problem gibt, oder wenn es ums Tüfteln geht, dann kann er sich richtig reinbeißen“, beschreibt sie seine Arbeitseinstellung. Er sei eben voll mit dabei und brenne bis zum Schluss – „bis alles wirklich funktioniert.“

Und das sieht Franz selbst auch so. „Das Elektriker-Herz sagt: ‚Wir bekommen das hin, mehr elektrische Fahrzeuge auf die Straße zu bekommen‘“, erzählt er von seiner Leidenschaft. Und findet, die deutsche Automobilindustrie habe alle nötigen Rahmenbedingungen, die es dazu braucht.

Ein Held der Lüfte

„Ich denke, wir haben viele technische Mittel und technische Methoden, um dem entgegenzuwirken – wir müssen sie nur wollen und strukturiert und kräftig anpacken.“ Dass er anpacken kann, offenbart ein Blick ins Familien-Foto-Album, das den noch kleinen Franz mit einem großen Modellbau-Flugzeug in Händen zeigt.

„Das ist der Uhu von Graupner“, erklärt er. Von 1959 an begeisterte dieser Typ, der anfangs fast vollständig auf Holz-Rippenbauweise setzte und so gut wie keine Kunststoffteile beinhaltete, ganze Generationen von Modellfliegern.

Kerosinschleuder Flugzeug

Brachte der Junge damals den „Uhu“ per Handstart in die Luft, stieg sein Vater in der Freizeit regelmäßig in den Segelflieger. Und setzte somit ein Zeichen. Das Fliegen großer Maschinen wurde schließlich zum Beruf des Kindes.

25 Jahre flog Franz als Pilot rund um den Globus. „Da kommt man auch ins Grübeln, wenn man auf die Kanarischen Inseln fliegt und für Hin- und Rückflug 25 Tonnen Kerosin braucht“, gesteht er rückblickend.

Elektrischer Klimaschutz

Nach 15 Jahren dann der Wechsel. Er tauschte das Cockpit gegen den Klimaschutz ein – mit einer Werkstatt, die sich nun eben auf das Umrüsten von E-Autos spezialisiert hat. So möchte er dem Klimawandel etwas entgegensetzen.

Die Sendung mit Dieter Franz ist in der ZDF-Mediathek unter dem Mittagsmagazin vom 14. Januar abrufbar. Der „Mima-Mensch“-Teil, der sich um Franz dreht, ist am Ende der Sendung um 1:40:00 zu sehen.