Diese Energie beeindruckte sogar Nico Santos: 2000 begeisterte Fans feierten den Chartstürmer im Rottweiler Kraftwerk. Und der enttäuschte nicht. Wir haben die Bilder des Abends.
„Was er anfasst, wird zum Hit“ – wer so von Reiner „Archie“ Armleder angekündigt wird, für den hängt die Messlatte hoch. Nico Santos überspringt sie bei seinem Konzert am Freitagabend im Kraftwerk locker und bietet alles auf, was man für ein Musikerlebnis, das nachklingen soll, braucht: eine talentierte Band, die richtige Mischung aus Melancholie und Hochgefühl und spürbare Liebe zur Musik.
Dass dies eine denkwürdige Nacht werden könnte, darauf macht bereits der erste Act auf der Ferienzauber-Bühne Hoffnung: Youngster Tom Twers hat offenbar nicht nur seine große Fanbase ins Neckartal mitgebracht, sein emotional-ehrlicher Deutschpop trifft viele im Kraftwerk-Publikum mitten ins Herz. Ein Schild titelt sogar „Ich bin nur wegen Tom hier“.
Als der rote Vorhang fällt, gibt es kein Halten mehr
Nach diesem gelungenen Warm-up können die Fans den Höhepunkt des Abends kaum erwarten. In gespannter Vorfreude jubeln sie bereits bei den ersten Tönen von „Play with Fire“, ehe der rote Vorhang fällt, und es kein Halten mehr gibt.
Nico Santos, ganz cool mit Sonnenbrille und glitzernden Jeans, hat nicht nur eine starke Band im Rücken, sondern auch das Publikum vom ersten Moment an auf seiner Seite. Sein Markenzeichen? Positive Vibes und eine bemerkenswerte Energie, die überschwappt.
„Unforgettable“ wird hemmungslos mitgesungen, und zu „Ride“ scheint der ganze Kolossaal zu hüpfen. Keine Selbstverständlichkeit, weiß auch der Profi und zollt den Rottweilern Anerkennung für ihre Energie. Und nicht nur die imponiert dem Singer-Songwriter mit dem sonnigen Gemüt: Auch die Location macht mächtig Eindruck auf ihn, wie er bekennt.
Hüfte schwingen? Können die Rottweiler
Als Dank legt er eine Darbietung hin, in der es an nichts zu fehlen scheint. Auf Musik zum Partymachen und Hüfte-Schwingen – voller Euphorie und auch mit spanischen Einflüssen, eine Hommage an Nico Santos’ Kindheit auf Mallorca – folgt Melancholisches: das Stück „Home“, vor rund zehn Jahren geschrieben vom „traurigen Nico, der sein Zuhause suchte“, wie das Publikum erfährt. Unnötig zu sagen, dass er dieses längst auf der Bühne gefunden hat.
Nico Santos zeigt an diesem Abend nicht nur, wie sehr ihm die Musik im Blut liegt, sondern auch, wie wandelbar er ist. Im einen Moment covert er am Klavier den Kontra-K-Song „Die Sonne“, im nächsten lässt er sich per Crowdsurfing über die Köpfe der Menge tragen für seinen „persönlichen Rock’n’Roll-Moment“ und singt inmitten des Publikums seinen nächsten Hit.
Boygroup-Choreografie inklusive
Zurück auf der Bühne schenkt er seinen Fans einen 2000er-Boygroup-Moment, in dem er plötzlich mit den Bandkollegen eine beeindruckende Choreografie abliefert, als wäre es nichts. Und kurz darauf finden sich seine Fans in einem Meer aus roten hüpfenden Bällen wieder, während sie „Weekend Lover“ mitsingen. Immer gibt es etwas zu sehen, zu hören, zu verfolgen, die Aufmerksamkeit, das Hochgefühl reißt nicht ab.
Und als es schließlich mit „Rooftop“, dem Hit, der seinen Durchbruch markierte, dem Finale zugeht, kann man kaum glauben, dass diese Party schon vorbei sein soll. Ist sie zum Glück nicht. Nico Santos hat für seine Fans ein großes Konzert vorgesehen – und das geht gerne in die Zugaben-Verlängerung. Was anderes hätten ihm seine Gäste auch nicht durchgehen lassen.