Bürgermeister Frank Schroft im Gespräch mit den Wanderern. Foto: Lissy

Neustart für die Meßstetter Ferienwanderungen nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause – und ausgerechnet im 13. Jahr. Der ersten Tour rund um Heinstetten hat die Zahl jedoch Glück gebracht.

Meßstetten-Heinstetten - 1058 Tage nach der bisher letzten Ferienwanderung im 793 erstmals urkundlich erwähnten Heinstetten haben sich 240 Wanderfreunde an der Mehrzweckhalle versammelt, um mit Bürgermeister Frank Schroft, Ortsvorsteher Thomas Deufel und Wanderführer Heinrich Stopper losmarschierten, um den bisher 8000 bei Ferienwanderungen zurückgelegten Kilometern weitere hinzuzufügen – die Zahlen, die Schroft präsentierte, waren eindrucksvoll. Das galt auch für die halbe Tonne Würste, die nach den Touren verzehrt wurden.

Deufel dankte Günter Löffler, dem Hausmeister der Mehrzweckhalle, dem Sportverein um Uwe Quarleiter, dem Musikverein sowie Heinrich Stopper und Emil Deufel für ihre Erläuterungen sowie dem Roten Kreuz, das ein Begleitfahrzeug stellte und noch vor dem Start einen leicht Verletzten behandeln musste. Mit den Kindern machte sich Förster Thomas Holl auf in den Wald, um ihnen Tiere, Pflanzen und die Baumarten näher zu bringen.

Früher mussten sie in Unterdigisheim Wasser holen

Richtung "Bettmauer" brachen die Wanderer zum neuen Wasserhochbehälter auf, wo Emil Deufel, einst Leiter des Bauhofes und Vater des Ortsvorstehers, Interessantes über die Geschichte der Wasserversorgung in Heinstetten zu berichten wusste. Lange vor der Versorgung mittels Leitungen mussten die Heinstetter bis Unterdigisheim gehen, um dort den Wasserbedarf zu decken. Der neue Wasserbehälter auf "Bettmauer" mit Anschluss an den Zweckverband Hohenberggruppe bietet nun Versorgungssicherheit – rund zehn Kilometer Rohre wurden verlegt.

Wie der Flurname "Bettmauer" entstand, erklärte Heinrich Stopper auf der 954 Meter hohen Anhöhe, die an Föhntagen eine herrliche Aussicht auf die Alpen bietet: Brauchte die Herrschaft in Not-, Hunger- oder Kriegszeiten dringend Geld, konnte sie ihre Untertanen um eine "Bede", eine zeitlich befristete Sondersteuer, bitten – sie aber niemals zur Zahlung zwingen.

Die Heinstetter mussten Gewanne hergeben

Vorbei am schönen Wegkreuz, das Tobias Roth, dem Vorsitzenden der Narrenvereinigung Haugiebel, und seiner Familie gehört, erreichten die Wanderer die Ringstraße mit dem Bauwerk III und den Schluchtweg, wo Thomas Deufel auf die Geschichte des Truppenübungsplatzes Heuberg einging. Er ist heute rund 4800 Hektar groß und die Heinstetter mussten mehrere Gewanne dafür abtreten. 2023, so versprach Deufel, will er versuchen, eine Wanderung über einen Teil des Truppenübungsplatzes zu organisieren, der aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.

Die nächste Wanderung startet in Hartheim

Diesmal wanderten die Teilnehmer um den Sträubelewald herum und erreichten den Eisterfeldweg und den Grenzstein zwischen Hartheim und Heinstetten sowie das trockene Leuzentäle, das früher einmal ein Bachlauf gewesen sein könnte, um dann auf dem Birkhaldenweg, der in den Hofenweg übergeht, zur Mehrzweckhalle zurückzukommen. Schöne Aussichten Richtung Fuchsbühl und Hartheim, wo am Mittwoch, 3. August, die nächste Ferienwanderung stattfindet, gab es gratis dazu. Zum abschließenden Vesper spielte der Musikverein Heinstetten unter der Leitung von Thomas Moosbrucker zur Unterhaltung auf und bei guten Gesprächen ließen die Teilnehmer die Wanderung ausklingen.