Ferienwaldheim: In Ebingen und Tailfingen werden die guten Hygienekonzepte von 2020 erneut umgesetzt
Die evangelischen Ferienwaldheime starten trotz Corona in die Sommerfreizeiten. Die drei Wochen in Ebingen stehen unter dem Motto "Waldheim Kunterbunt", in Tailfingen treffen die Kinder vier Wochen lang "Daniel in der Löwengrube".
Albstadt. "Wir machen Waldheim, wenn wir denken: Da steckt auch Waldheim drin", sagt Birgit Bech, die zusammen mit Olaf Ronsdorf die erste der beiden zweiwöchigen Freizeiten leitet. "Und es schmeckt tatsächlich wie Waldheim." Das Hygienekonzept von 2020 sei so gut gewesen, dass es heuer selbst bei höherer Covid-19-Inzidenz praktikabel gewesen wäre. Trotz dieser Tatsache und der guten Vorbereitung: Zur Freizeit hin gebe es dann doch noch viel zu tun, gelte es, die aktuellen Verordnungen im Auge zu behalten.
173 Kinder sind diesmal angemeldet – mehr geht nicht – und in mehr und kleinere Gruppen aufgeteilt als die üblichen 220 Kinder vor Corona. Drei Mitarbeiter pro Gruppe ermöglichen auch die Eins-zu-Eins-Betreuung der drei Inklusionskinder.
In Ebingen dauert die dreiwöchige Freizeit bis Freitag, 20. August, und pro Woche nehmen rund 140 Kinder in acht Gruppen teil. In der "Waldknöpflegruppe" sind die Jüngsten, von drei bis fünf Jahren, zuhause, die Ältesten sind wie immer die "Green-OTs": die 15-Jährigen laufen sich als künftige Gruppenleiter warm für 2022.
Acht Personen kümmern sich in der Küche ums leibliche Wohl und 51 Gruppenleiter – vier pro Gruppe – intensiv um die die Kinder, die dadurch mehr Ansprechpersonen hätten, wie Anja Fritschi erklärt. "Die Gruppenleiter können so einfach viel besser individuell auf die Kinder eingehen", sagt sie.
Fritschi leitet die Freizeit mit Unterstützung ihrer Stellvertreterin Nicole Steinhöfer, von Manuel Kauffmann, Dominique Muller und Andreas Disch im Leitungsteam. Das Motto in diesem Jahr lautet "Waldheim kunterbunt" und zieht sich über das gesamte Gelände. So sind überall bunte Aufkleber zu finden, die den Kindern zur Orientierung dienen. Jeder Gruppe ist eine Farbe zugeordnet, die sich etwa bei den Toiletten, den Waschbecken und auf den Tischen befinden. Das hilft bei der Zuordnung.
Denn auf die Umsetzung des Hygienekonzepts ist das Leitungsteam bestens vorbereitet. Die Corona-Regeln sind nahezu identisch mit djenen im Vorjahr: Eine Gruppe darf maximal 36 Kinder zählen. Innerhalb der Gruppen gilt keine Maskenpflicht, bei Aktivitäten im Gebäude freilich schon. Deshalb findet so viel wie möglich draußen statt. Zwei große Festzelte halten Regen ab und lassen frische Luft rein.
Jeden Montag und Donnerstag ist Testtag, und zum Start war weder in Ebingen noch in Tailfingen ein positiver Test dabei. "Die Mitarbeiter sind im Testen geschult, wir verwenden Spuck-Tests für die älteren und Lolli-Tests für die Jüngsten Kinder", erklärt Birgit Bech. Wie die meisten im Tailfinger Team ist sie doppelt geimpft, und wie alle testet sie sich trotzdem. Die Kinder seien inzwischen "Test-Profis" sagt sie mit Blick auf die Schulzeit, und Anja Fritschi hofft, dass auch in den nächsten Wochen keine Covid-19-Fälle dabei sein werden: "Wir sind positiv, dass alle negativ sind.".
Wasserspaß im Lieferpool – der muss das Badkap ersetzen
Schließlich freuen sich die Ältesten in Ebingen wie in Tailfingen, einmal gemeinsam zu übernachten. Dort dürfen sich die Kinder in der Gruppe ohne Maske bewegen und auch mit ihrer "Spiegel-Gruppe" Kontakt haben, Essensausgabe und Toilettennutzung sind separat, drei Zelte stehen den neun- bis 13-köpfigen Gruppen zur Verfügung und singen dürfen die Kinder – anders als 2020 – wenigstens im Freien innerhalb ihrer Gruppe. Die Erzählstunde und das Bibeltheater drehen sich um "Daniel in der Löwengrube" und zum Wasserspaßtag kommt ein "Lieferpool" aufs Gelände – als Spende. Nur der Tag der offenen Tür und das Elternfest fallen wieder flach. Dafür ist heuer erst um 18 Uhr in Tailfingen Feierabend.
Von 7.30 bis 8.15 Uhr können Eltern ihre Kinder zumWaldheim Ebingen bringen. Alternativ gibt es beim Busbahnhof einen Sammelpunkt, von dem sie mit ihren Gruppenleitern zum Waldheim laufen. Dort beginnt der Tag mit einem Frühstück. Anschließend geht es jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag mit der morgendlichen Andacht weiter, die fester Bestandteil des Programms ist.
Danach spielen die Kinder Fußball, Hockey, Basketball und Baseball – oder einfach im Wald, auf dem Sport- oder dem Spielplatz. Auch Basteln steht mit auf dem Programm. Im Anschluss steht dann täglich ein Mittagessen und eine Mittagsruhe an, in der die Kinder Bücher lesen, Musik hören oder Kartenspiele spielen. Ab 14 Uhr gibt es einen kleinen Imbiss, gefolgt von weiterem Gruppenprogramm. Ab 17 Uhr wird der Tag im Waldheim mit dem Abendessen beendet, bevor die Eltern ihre Kinder ab 17.30 Uhr wieder abholen.
In den Mittagspausen sei es pandemiebedingt ruhiger als früher, hat Birgit Bech festgestellt, "aber die Jumis" – die künftigen Gruppenleiter – könnten schon wieder ihre längeren Abende machen und die Gruppenleiter sich besprechen". Auch ein Grillfest sei wohl drin – "alles mit Abstand".
Filme und Medien in jeder Form sollen heuer keine Rolle spielen, da die Kinder im Lockdown schon genug alleine gewesen seien. Bech hofft, dass in den kleinen Gruppen der gruße Fundus an Gesellschaftsspielen genutzt wird. Der Besuch im Badkap fällt abermals flach – dort wird renoviert.
Die Feuerwehr kommt und ein Geländespiel bringt weiteren Spaß
Auch das Waldheim Ebingen erwartet noch einen Lieferpool, den die Feuerwehr Ebingen befüllen wird. So können die Kinder im kühlen Nass planschen – bei hoffentlich sonnigem Wetter. Außerdem ist für 5. August ein Großgeländespiel mit Stationen im Wald angesetzt. Das Hoffest, normalerweise ein "Muss" in der Waldheim-Zeit, fällt Corona allerdings zum Opfer. Stattdessen ist am Freitag, 6. August, ab 17.30 Uhr ein "to-go-Stand" mit Roter Wurst und einer Saftbar aufgebaut. Dafür steht schon ein "Saftladen-Anhänger" auf dem Gelände.