Auf dem Klosterhof ging es wieder bunt zu. Mit Hüpfburgen, Gokarts und täglichem Programm konnten auch Kinder, die nicht in den Urlaub gehen, einiges erleben. Das Team zog nun Bilanz und verrät was sich in den kommenden Jahren ändern könnte.
Bereits beim Vorbeifahren am Klosterhof ist es in den Sommerferien zu erkennen. Zelte, Hüpfburgen und weitere Spielereien werden Jahr für Jahr auf dem Gelände des Klosterhofs aufgebaut, um Kindern eine Freude zu bereiten.
Nun neigen sich die Sommerferien dem Ende zu und auch der Ferienzauber, in der Mitte von Villingen und Schwenningen, fand am vergangenen Sonntag ein Ende. Nun sehen die Hüpfburgen nicht mehr so prall und spaßig aus, sondern eher platt und zerknittert – denn hier ist bereits die Luft raus.
Etwa eine Woche baute das fünfköpfige Team rund um Organisator Dieter Sirringhaus vom Jugendförderungswerk Villingen-Schwenningen den Spielspaß gemeinsam ab. Sicher verstaut in einem Anhänger dürfen sie im kommenden Jahr aus dem Winterschlaf erwachen und Kinder verzaubern.
Programm für alle Kinder
Und zwar alle Kinder – das ist Dieter Sirringhaus besonders wichtig. Daher sollte der Eintritt auch für alle erschwinglich sein. Für Rentner, Behinderte, sozialschwache Familien, Flüchtlinge und Kinder unter drei Jahren sei der Eintritt sogar kostenlos. „Es soll kein Kind da sein und nicht das gleiche haben wie die anderen“, zeigt er auf. Daher bekommen solche Kinder auch gerne mal eine Waffel umsonst. Chancengleichheit werde groß geschrieben.
Für alle anderen kostet ein Tag drei Euro. Diesen Preis etablierte das Jugendförderungswerk im vergangen Jahr, da für einige Familien der Eintrittspreis von fünf Euro bereits zu hoch war. Die „Minuskosten“ trage der Verein. Im vergangen Jahr lagen diese bei knapp 9000 Euro. Das werde auf Grund der guten Besucherzahlen in diesem Jahr um einiges niedriger sein, ist sich Sirringhaus sicher. „Das ist es uns wert für die Kinder.“
Ein Stück Europapark
Der Tag startete täglich ab 15 Uhr bei jeweils unterschiedlichem Programm an den jeweiligen Wochentagen von Montag bis Sonntag und dem allgemeinen Spielvergnügen auf dem Platz im Außenbereich. So begann die Woche stets mit einer Kinderparty zum mitzaubern, an zwei Tagen wurde kräftig gebastelt und mit zwei Mini Discos wurden die Jüngsten mit Kindertänzen zu den Stars des Parketts.
Außerdem kam auch in diesem Jahr ein Stück Europapark in den Klosterhof. Zauberer Oguz wurde für diesen Tag in Rust freigestellt, um seine Show den Kindern rund um Villingen-Schwenningen vorzuführen. „Die Kinder sollen etwas zu erzählen haben.“
Im Außenbereich erwartete die Kinder täglich Hüpfburgen, Trampoline, einen Pool mit Ruderbooten, einen Bewegungs-Parcours, Stoffpferde auf welchen Geritten werden kann, Gokart und noch einige weitere Bewegungsangebote. „Die Kinder sollen nicht bespaßt werden, sondern selber aktiv sein“, erklärt Dieter Sirringhaus das Konzept.
Pferde und basteln beliebt
Besonders beliebt waren in diesem Jahr die gemeinsamen Bastelstunden mit Carola Hummel, blickt er auf das Programm zurück. Da habe es bis zu drei Schichten von 15 bis 17 Uhr gegeben bei denen an die 100 Kinder zum Beispiel Indianerschmuck oder Fische aus CDs gebastelt hätten.
Ein weiteres Highlight wäre auch die Plüsch-Pferde zum Reiten gewesen. Sogar für die ganz kleinen, Kinder unter drei, die von ihren Eltern geschoben wurden, seien diese der Renner gewesen.
Am Programm für unter drei Jährige wolle sich das Team noch etwas ausdenken, dass dieser Zielgruppe noch gefallen könnte. Derzeit gibt es eine kleine Hüpfburg einen Sandkasten und weitere Kleinigkeiten für sie im Angebot.
Doppelt so viele Kinder
Die Nachfrage in diesem Jahr sei auch besonders hoch gewesen. Mehr als Doppelt so viele Kinder als im vergangen Jahr nutzen das Programm. Mit einer Zahl von 3387 Kindern in vier Wochen Ferienzauber ist das Organisationsteam mehr als zufrieden. Im Vergleich zum städtischen Ferienprogramm ist das fast drei Mal so viel. Vor allem der Anteil an Omas und Opas, die auf die Kinder aufpassen solange die Eltern beim Arbeiten sind, sei gestiegen. Der kostengünstige Eintritt sei ebenfalls ein Faktor.
Damit bilden sie zum Teil einen Gegensatz zum städtischen Programm, dass nicht für jeden erschwinglich sei, findet Sirringhaus. Außerdem verteile er noch gemeinsam mit seiner Frau Gabi Flyer an Schulen und Kindergärten. Ab einer bestimmten Schicht erreiche das Internet die Familien nicht mehr.
Dennoch sei die Ferienbetreuung und das Programm insgesamt in Villingen-Schwenningen sehr gut. Er vermute sogar, dass es besser sei, als in anderen Städten in der Umgebung.
Viele berufstätige Eltern
Immer häufiger werde die Frage nach einen Morgen-Programm gestellt. Denn bisher startet der Ferienzauber ab 15 Uhr. Derzeit ist Dieter Sirringhaus bereits am Überlegen, wie ein Morgenprogramm auf die Beine gestellt werden könne. Denn das Personal sei mit fünf Personen knapp, dass sieben Tage die Woche für die Kinder da ist. Und Ehrenamtliche seien immer schwerer zu finden, erklärt er. Da müsse er sich mit der Stadt Villingen-Schwenningen besprechen, denn alleine würden sie das nicht mehr schaffen.
Das Thema Kapazität beschäftigt ihn auch beim Programm für die kommenden Jahre. Denn das Angebot hört bei der Altersklasse zehn bis elf Jährige auf. Gerne würde er auch ein Programm für Jugendliche anbieten, das sei mit dieser Personallage aber nicht zu bewältigen.
Neue Ideen im Kopf
Aber trotzdem hat er für das kommende Jahr schon einige neue Ideen um den Kindern eine schöne Ferienzeit zu bescheren, auch ohne in den Urlaub zu fahren. Derzeit sei er im Kontakt mit einem kleinen Zirkus in der Umgebung, bei dem die Kinder eventuell über ein Projekt von mehreren Tagen, dabei sein können. Außerdem könnte es auch ein mehrtägiges Theater-Projekt ins Programm schaffen. Mehrtägige Aktionen gibt es derzeit noch nicht. Das soll sich für das kommende Jahr aber ändern. Einmal Eintritt für mehrere Tage Spaß.
„Man muss die Menschen zusammen bringen. Dann wird man Freunde“, ist sich Sirringhaus sicher. Daher sei es ihm auch wichtig, dass sich auch zum Beispiel ausländische Familien beteiligen. Oftmals herrsche die Angst vor dem Fremden, doch wenn man sich kennenlerne, merke man, dass sie „nicht nur die Flüchtlinge“ seien, sondern auch Freunde. „Die Dankbarkeit der Eltern ist der Lohn.“
Die Organisatoren
Christine Füssenich
Die inzwischen 85-Jährige hilft seit vielen Jahren beim Programm mit. Schon in den Anfangsjahren war sie beim Ferienzauber anzutreffen.
Peter Steffani
Seine Aufgaben reichen von der Theke über den Auf- und Abbau bis hin zum Kontrollieren verschiedener Abläufe.
Gabi Sirringhaus
Mit der Aufsicht und Übersicht über das Treiben, den Platz und das Programm unterstützt sie ihren Mann täglich vor Ort. Von 10 bis 19 Uhr war sie beim Klosterhof.
Dieter Sirringhaus
Vor über 50 Jahren organisierte er den ersten Ferienzauber im Familienfreizeitpark. Mit einem bewährten Programm organisiert er es bis heute und versucht immer wieder Neues in die Programmliste mit aufzunehmen. Selbst zaubert er mit den Kindern und ist auf dem Gelände unterwegs.
Denis Weisheit
Der letzte im Bunde kümmert sich täglich um den Küchenbereich und die Essensausgabe. Außerdem ist er für Reparaturen, Auf- und Abbau sowie die Künstlerbetreuung zuständig.