Den Umgang mit Lamas erlernten Kinder beim Ferienprogramm von „Arche Hochdorf“. Die Teilnehmer verloren schnell die Scheu vor den exotischen Tieren.
Das Team auf dem Gnadenhof „Arche“ in Hochdorf bietet jedes Jahr Ferienprogramme zu den Themen Tier- und Naturschutz an. Zu den beliebtesten gehört der Lama-Führerschein, eine Veranstaltung, die dank der Mithilfe der Jugendgruppe und von Eltern auch dieses Jahr wieder zweimal stattfinden konnte.
Zu jedem Führerschein gehört ja etwas Theorie. Während Klaus Kohm mit dem Helferteam den Parcours aufbaute, gab Barbara Münchau den Teilnehmern wichtige Informationen über die Tierart – wie Herkunft, bevorzugtes Futter und wie man Lamas von ihren kleineren Verwandten, den Alpakas, unterscheiden kann. Außerdem erfuhren die Kinder, worauf man im Umgang mit Lamas achten muss und wie ihre Körpersprache zu verstehen ist.
Die wenigsten wissen, dass Lamas zur Familie der Kamele gehören und auf 2000 bis 4000 Metern Höhe in den Anden in Südamerika leben, wo sie zum Tragen von Lasten und als Lieferanten feiner, weicher Wolle genutzt werden. Dass sie spucken, wenn sie miteinander streiten, weiß hingegen fast jeder. Aber wieso ist die Spucke grün?
Dauerzug wirkt kontraproduktiv
Die erste praktische Übung zu zweit machte allen sehr viel Spaß: Wie führt man ein Lama? Mit dem Halfter um den Hals musste das jeder abwechselnd selbst ausprobieren, vor allem den unangenehmen Druck bei Dauerzug an der strammen Führleine sollte jeder mal selbst spüren, um zu verstehen, dass Lamas sich gegebenenfalls weigern, mitzugehen.
Schließlich bekam jeder ein Lama zugeteilt, um es über die Straße zur Wiese mit dem Parcours zu führen. Plötzlich wurde manch vorher übermütige Teilnehmer ganz still und ängstlich. Wie gut, dass Dana, Elyesa, Luna, Marie, Maxi, Olivia und Svea, gleichaltrige Jugendliche aus der Stall-Jugendgruppe, und einige Erwachsene ihnen Mut zusprachen, sicherheitshalber eine zweite Führleine anbrachten, sie über die Straße begleiteten und mit Tipps in den ersten Parcoursrunden nicht geizten.
Sicherheit und Mut nehmen zu
Slalom um Pylone und Stangen, ein schwieriges Labyrinth, eine raschelnde Plane und schließlich die Frage: Wie manövriert man ein Lama durch einen niedrigen Torbogen? Mit jedem Durchgang stiegen die Sicherheit, das Selbstbewusstsein und sogar der Mut, die Lamas mal zu tauschen. Auch anfangs ängstliche Gesichter strahlten schließlich voller Stolz. Gemeinsam und ohne Probleme wurden am Schluss die Lamas zum Ausruhen und Fressen auf die Koppeln gebracht – Verschnaufpause für alle.
Natürlich durfte auch eine schriftliche Prüfung nicht fehlen: ein Rätsel, das die 13-jährige Svea einst erstellt hat aus den Erklärungen zur Tierart Lama am Anfang. Nicht aufgepasst? Vergessen? Auch hier halfen die „Alten Hasen“ aus der Jugendgruppe, die ja alle früher schon selbst den Lama-Führerschein gemacht haben. Und so erhielt jeder unter dem Applaus der anderen am Ende eine Urkunde zum bestandenen Führerschein mit Bild und Steckbrief des Lieblingslamas.