Erstmals wurde im Schützenhaus Egringen ein Workshop für Blasrohrschießen für Kinder angeboten.
Die Anmeldeliste war mit zehn Kindern beim Blasrohrschießen im Rahmen des Kinderferienprogramms Efringen-Kirchen voll belegt. Die Aktiven des Schützenvereins Egringen und der Bogensportfreunde Dreiländereck (BSFD) aus Schallbach hatten gemeinsam einen Plan zur Nachwuchsgewinnung entwickelt. Die drei Instruktoren Herbert Sinz, Ernst Kühner und Klaus Meier begrüßten insgesamt sieben Jungen und drei Mädchen, die begeistert auf ihren Übungseinsatz im Schützenheim warteten.
In Corona-Zeit entstanden
Kühner erklärte gegenüber der Presse, dass der Gedanke zur Gründung einer Blasrohrsportgruppe in der Corona-Zeit entstand. Ein Schallbacher Bogenschützen-Vereinsmitglied habe langwierige Atemprobleme nach einer überstandenen Infektion gehabt. Das artverwandte Blasrohrschießen bot sich als gute Trainingsmöglichkeit für die Lunge und als Konzentrationssport an. Durch das bewusste tiefe Ein- und Ausatmen vor und beim Schießen werde die Lungentätigkeit wirksam gestärkt. Wer regelmäßig übt, stärke zwangsläufig seine Lunge, erweitere deren Volumen und verbessere im gleichen Zug seine Kondition.
Auch Sinz als mehrfacher Deutscher Bogenschützenmeister und Deutscher Meister im Gewehrschießen, zudem Ehrenmitglied bei den Egringer Schützen, trat im April erfolgreich bei den Kreisschützenmeisterschaften der Markgräfler Sportschützen MSSK im Blasrohrschießen als einziger Teilnehmer aus Egringen an. Mit im Rennen waren Teilnehmer aus Rheinfelden, Lörrach, Efringen-Kirchen und Weil am Rhein. Außerdem trat der 76-jährige Sinz bereits bei den Landesmeisterschaften in Bad Dürrheim in der Seniorenklasse an.
Eine Blasrohrsportgruppe ins Leben rufen
Besonders ausgeprägt sei der Blasrohrsport noch nicht in Baden-Württemberg, sagte Kühner. Die Egringer Schützen sind daher bestrebt, eine Blasrohrsportgruppe, auch für Kinder und Jugendliche, ins Leben zu rufen. Mehrere Blasrohre wurden bereits angeschafft. Sinz und Kühner hatten sich autodidaktisch in der Materie fortgebildet, sagten aber beide: „Der Weg zum konstanten Erfolg erfordert viel Übung.“ Bei einem regulären Wettbewerb werde die Lungentätigkeit intensiv beansprucht: Es müssen 60 Pfeile in einer Entfernung von sieben Metern abgeschossen werden. Kühner sagte: „Da braucht man ziemlich viel Puste.“
Kinder haben viel Spaß
Für den Workshop hatten die Instruktoren neben den regulären Blasrohrauflagen als „Spaßscheiben“ eine Dart-Scheibe und eine Kippschalenanlage aufgestellt. Wichtig war die Anweisung: „Rohr waagrecht halten“. Es wurden die Pfeile eingelegt, die aus Carbon oder Holz stammen durften. Nun kam das Kommando: „Tief atmen“, dann musste kräftig gepustet werden.
Alle Kinder hatten mächtig Spaß. Nach kurzer Zeit hatten sie den Dreh raus, durften mehrere Runden üben und erzielten beachtliche Punktzahlen. Schnell waren erstaunlich gute Ergebnisse der Neulinge erzielt. Als Belohnung gab es einen Schokoriegel. Stolz nahm der potenzielle Schützennachwuchs zudem eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme in Empfang.