Die Kälbchen waren ein großer Anziehungspunkt beim „offenen Hof“ der Landwirte Markus und Daniel Rist. Foto: Hella Schimkat

Einen wahren Ansturm erlebten die Landwirte Markus und Daniel Rist, die im Zuge des Ferienprogramms in den „offenen Hof“ eingeladen hatten. 95 Jungen und Mädchen hatten sich angemeldet. Sie erfuhren viel Wissenswertes aus dem Hofalltag.

Vater und Sohn Rist mussten das Programm nicht alleine stemmen, der BLHV und die Landjugend waren die Veranstalter. Die Besucher wurden in Gruppen eingeteilt, und dann ging es los. Die Kleinsten im Sportkinderwagen und die Kinder, die laufen konnten – alle waren sie hoch interessiert. Die Mütter und auch einige Väter hatten gut zu tun, um allzu stürmischen Nachwuchs einzufangen, wenn der sich am liebsten zu den Kühen durchs Gitter gezwängt hätte.

Kühe mögen Melkroboter

Anziehungspunkt waren die Kälbchen, manche gerade mal einige Tage alt und noch etwas wackelig auf den Beinen. Aber die Neugier siegte, und sie kamen dicht an die Gitter heran, um sich bewundern und streicheln zu lassen. Unterstützt von anderen Landwirten – der offene Hof findet jedes Jahr auf einem anderen Hof statt – gab es umfangreiche Informationen zur Tierhaltung Er habe 54 Milchkühe und an die 40 Jungkühe und Kälber, erklärte Markus Rist.

Die Jungkühe staunten nicht schlecht ob der schnatternden Menschenschar, sie streckten neugierig ihre Köpfe durch das Gitter. Die Milchkühe, die sich in ihrem Stall frei bewegen konnten, waren dagegen nur milde neugierig. Sie hatten anderes zu tun: sich von der automatischen Bürste massieren zu lassen, fanden sie spannender.

Melkroboter weiß alles

Vor dem Melkroboter standen die Eltern mit ihrem Nachwuchs Schlange. „Jede Kuh geht eigenständig zu dem Melkroboter, wo sie automatisch gemolken wird“, erklärte Markus Rist. Einige Kühe fänden das automatische Melken prima und kämen öfter als notwendig zum Roboter. Doch der registriere genau, welche Kuh gerade erst da war und schicke sie weiter.

Kommt eine Kuh nicht zum Melken, weiß der Roboter das auch und schickt eine Meldung auf die Handys von Vater und Sohn, die sich dann das Tier genau anschauen. Hat eine Kuh Fieber, registriert der Melkroboter das ebenfalls, meldet dies und zweigt die Milch ab, die in einen gesonderten Behälter fließt. Rist zeigte auch den Milchtank, der 4000 Liter fasst, auf vier Grad gekühlt. Regelmäßig wird die Milch vom Tanker von Karl-Heinz Bähr aus Unterkirnach abgeholt und zum Milchwerk gebracht.

Rundfahrt mit dem Traktor

Doch es wurde noch mehr geboten: Zwei Kinderrutschen ins Stroh waren aufgebaut worden, es gab Kinderschminken von der Landjugend und Fühlboxen: hineingreifen, ohne etwas zu sehen und fühlen, ob es sich um Getreide, Gerste oder Kartoffeln handelte. In der Scheune bot die Landjugend Getränke an, von der Bananen- bis zur Schokoladenmilch. Mutige Jungen wagten sich auf den elektrischen Bullen, der versuchte sie abzuwerfen.

Schließlich wurden die kleinen Besucher auf einen Anhänger gesetzt und von einem großen Traktor zu einer Runde entlang der Felder gezogen. Alle Besucher waren zufrieden, die Landwirte und die Landjugend ebenso: Der Nachmittag war ein voller Erfolg.