Der Streit um die Markenrechte von BBS ist beendet. Nicht nur die BBS-Leitung um Karani Gülec, Ilkem Sahin und Jürgen Klingelmeyer (von links) ist erleichtert. (Archivbild) Foto: Samuel Jambrek

Die Wogen haben sich offenbar geglättet: Nach einem Streit um die Markenrechte, in dem auch schwerwiegende Vorwürfe laut wurden, hat sich die BBS Autotechnik mit dem Altgesellschafter KW Automotive geeignet. Was das für BBS nun bedeutet.

Es ist noch nicht lange her, da erhob Martin Brohammer, Betriebsratsvorsitzender bei BBS, schwerwiegende Vorwürfe gegen Klaus Wohlfarth, Geschäftsführer des Altgesellschafters KW Automotive: Wohlfarth sehe sich noch immer als Teil von BBS, obwohl sein Konzept beinahe den Verlust nahezu aller Arbeitsplätze verursacht und zur Insolvenz geführt habe, wurde der Betriebsratsvorsitzende im April in einer Mitteilung von BBS zitiert.

 

Der Grund für die Vorwürfe war ein Streit um die Markenrechte zwischen BBS und dem Altgesellschafter. Laut Brohammer hatte Wohlfarth die Rechte bereits wenige Monate nach der Übernahme durch den neuen Gesellschafter auf sich übertragen. Die Folge: BBS konnte monatelang keine Räder an Kunden im sogenannten Aftermarket verkaufen und ausliefern. Die KW Automotive wollte sich damals nicht zu den „laufenden Verhandlungen“ äußern.

Nun haben die Streitparteien eine Einigung erzielt, wie BBS am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die Vereinbarung umfasst nicht nur die Übertragung der Marken- und Vertriebsrechte von BBS an den neuen Investor, sondern auch den Verkauf des US-amerikanischen Vertriebsstandortes in Braselton, Georgia. „Damit werden wir uns aus dem Rädermarkt zurückziehen und freuen uns, dass BBS nach dem erfolgreichen Abschluss der finalen Verträge mit voller Energie in die Zukunft blicken kann“, wird KW-Geschäftsführer Wohlfarth in der Mitteilung zitiert. Er bedankt sich bei BBS-Gesellschafter Ilkem Sahin für die Verhandlungen und den „bisher sehr fairen Dialog“.

Verkauf an Kunden wieder möglich

Obwohl es noch bis Ende August dauern kann, bis die Vereinbarung komplett abgewickelt ist, kann BBS ab sofort wieder Räder an Kunden verkaufen und ausliefern. Für das Unternehmen sei das „wirtschaftlich immens wichtig“, ordnet Jürgen Klingelmeyer, General Manager und vormaliger Geschäftsführer, im Gespräch mit unserer Redaktion ein: „Der Markenname ist unsere Grundlage.“

KW bleibt BBS geschäftlich verbunden

Und damit nicht genug: Die KW Automotive macht nicht nur bei den Markenrechten den Weg für BBS frei, sondern bleibt dem Unternehmen sogar geschäftlich verbunden. Als strategischer Händler will KW weiterhin BBS-Räder vertreiben. Für Klingelmeyer eine sinnvolle Partnerschaft: „Es sind zwei starke Marken, die sich gut ergänzen.“

Auch BBS-Gesellschafter Sahin blickt laut Mitteilung optimistisch in die Zukunft: „Wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem reichen Erbe von BBS aufbauen und die Marke in eine strahlende Zukunft führen können. Wir danken KW Automotive für alles, was sie für BBS getan haben, und dafür, dass sie auch in Zukunft ein wichtiger Geschäftspartner bleiben.“

Versöhnliche Töne

Nach dem Streit schlagen die beiden Parteien damit versöhnliche Töne ein. Klingelmeyer begrüßt das: „Eine Einigung ist schwer möglich, wenn man nur Vorwürfe macht.“ Auch wenn noch nicht alle Verträge unterschrieben sind, ist Klingelmeyer erleichtert, dass das Ringen um die Markenrechte nun beendet ist: „Wir sind jetzt erstmal froh, dass wir die Einigung haben.“