Für das Superior-Werk in Werdohl gibt es nun kaum noch Hoffnung. Foto: Volker Griese/Süderländer Volksfreund

Welche Rolle spielt die Felgenfabrik im nordrhein-westfälischen Werdohl im Drama um BBS? Eine mögliche Übernahme des Werks durch die BBS-Investoren der IS Holding heizte zuletzt die Spekulationen an. Doch nun kommt wieder einmal alles anders.

Anfang Juli hatte die BBS Autotechnik die Übernahme der Fabrik des insolventen Felgenherstellers Superior Industries in Werdohl verkündet. Von „strategischen Entwicklungsmöglichkeiten“ und einem „langfristigen Plan“ war dabei die Rede. Nur wenige Wochen später ging beim Amtsgericht Rottweil der Insolvenzantrag ein. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Pehl musste feststellen: Der Kauf des Werks ist nicht mehr zustande gekommen.

 

Doch bei den Beschäftigten in Werdohl kam daraufhin noch einmal Hoffnung auf: Jens Lieser, der Insolvenzverwalter von Superior Industries, teilte mit, dass die IS Holding – also der Geldgeber hinter BBS – signalisiere, den Kaufvertrag für die Fabrik erfüllen zu wollen, wie die Lokalzeitung Süderländer Volksfreund berichtete.

Dieser Schritt legte die Vermutung nahe, dass die Investoren mit den Markenrechten von BBS künftig im modernen Werk in Werdohl BBS-Felgen produzieren wollen. Zusätzlich angeheizt wurde diese Spekulation dadurch, dass BBS die Räderspezialistin Simone Maier-Paselk eingestellt hat, die lange bei Superior angestellt war und mit dem Werk in Werdohl vertraut ist.

Werk soll Stück für Stück verkauft werden

Doch auch die Spur nach Werdohl führt ins Nichts: Wie der „Süderländer Volksfreund“ berichtet, hat die IS Holding dem Insolvenzverwalter Lieser mitgeteilt, dass sie das Werdohler Werk doch nicht kaufen werde. „Wir waren sehr überrascht, diese Absage kam aus dem Nichts“, zitiert die Zeitung Lieser. Gründe für den Rückzug habe die IS Holding nicht angegeben. Laut dem „Süderländer Volksfreund“ gibt es nun wenig Hoffnung, dass in Werdohl jemals wieder Räder produziert werden. Stattdessen soll das Werk nun Stück für Stück verkauft werden. „Wir bieten jetzt das Grundstück und die Betriebs- und Geschäftsausstattung zum Kauf an“, wird Lieser zitiert.

Für die Marke BBS geht es damit auch nicht in Werdohl weiter. Ohnehin bleibt die Frage nach den Markenrechten: Eigentlich hatten sich die neuen BBS-Eigentümer mit dem Altgesellschafter KW Automotive geeinigt, doch wie der vorläufige Insolvenzverwalter Pehl feststellte, ist der Rückkauf der Markenrechte nicht vollzogen worden.

Selbst wenn es den Investoren nun gelänge, sich die Markenrechte zu sichern, ist fraglich, wo und wie eine Produktion aufgebaut werden soll – und erst recht, woher die Aufträge kommen sollen. Ob in Schiltach jemals wieder Räder produziert werden, ist jedenfalls ebenso zweifelhaft wie in Werdohl.