In Vorbereitung auf das „Bulldogtreffen“ am 3. Oktober veranstalteten die „Bulldogfreunde Welmlingen“ einen „Feldtag“.
Bei jedem „Bulldogtreffen“, das alle zwei Jahre stattfindet, wählt der Verein ein Thema zu landwirtschaftlichen Produkten. In diesem Jahr dreht sich alles „rund um d’Frucht“ – vom Säen bis zur Ernte.
Bereits im März hatte der Verein ein Versuchsfeld angelegt, wo die verschiedenen Getreidesorten in dessen Wachstum beobachtet werden können. Gesät wurden dort Mais, Soja, Weizen, Emmer, Gerste, Hafer, Roggen und Triticale. Letzteres ist eine Kreuzung aus Weizen als weiblichem und Roggen als männlichem Partner.
Dieses Versuchsfeld befindet sich an der Riedstraße auf halbem Wege zwischen Welmlingen und Blansingen und ist ausgeschildert.
Früher und heute
Am Samstag wurde „das Säen – früher und heute“ gezeigt. Landwirt und Vereinsmitglied Gerd Bahlinger moderierte die einzelnen Schritte und gab viele interessante Informationen.
Als erstes demonstrierte Günter Aberer, wie bis vor 80 Jahren von Hand mit dem „Säsack“ gesät wurde. Gerd Bahlinger erklärte, dass es nicht mehr viele Bauern gebe, die diesen Vorgang richtig beherrschen.
Bestimmte Schrittfolge
Zuerst muss hier das Feld mit Roggenstroh-Büscheln ausgesteckt werden, damit der Sämann sich orientieren kann. Dieser muss eine bestimmte Schrittfolge laufen und dabei in den richtigen Abständen die Saat auswerfen.
Pferde zogen Maschinen
Vor mehr als 70 Jahren begann man damit, den Sävorgang zu modernisieren – mithilfe von Pferden oder Kühen, welche die ersten entwickelten Sämaschinen zogen. Um diesen Abschnitt zu zeigen, hatte Natascha Hiss ein Pferd zur Verfügung gestellt, das eine „Isaria“-Sämaschine zog.
Erstmals mit Traktor
Der Moderator erklärte, dass das technische Prinzip dieser historischen Maschine auch heute bei modernen Sämaschinen immer noch dasselbe sei. Ab etwa den 1960er-Jahren wurde dann erstmals mit einem Traktor eine Sämaschine mit Kreiselegge und Schleppschar eingesetzt, was von Karl Schailin vorgeführt wurde.
Teure Investition
Schließlich präsentierten die „Bulldogfreunde“ eine hochmoderne Sämaschine, welche heutzutage von einem Traktor mit GPS-Steuerung eingesetzt wird. So ein Gespann bedeutet in der heutigen Zeit einen großen Kapitaleinsatz, so Bahlinger. Traktor und Sämaschine kosten 200.000 Euro und mehr.
Ernte nach alten Methoden
Etwa 80 interessierte Zuschauer hatten sich bei diesem Feldtag eingefunden, der am Welmlinger Holzenweg in Richtung Mappach beim Waldrand stattfand. Die Vereinsmitglieder boten den Gästen auch ein Feld-Vesper und Getränke zur Stärkung an.
Ende August, Anfang September will der Verein das gesäte Korn wiederum bei einem „Feldtag“ ernten. Auch dann soll dies nach alten Methoden vorgeführt werden.